Letztes Update: 05. Dezember 2025
Der Text stellt Hannes Waders Album 'Es ist an der Zeit' vor, beleuchtet Entstehung, Arrangements und Stimme, bewertet Texte und Produktion persönlich und kritisch, nennt Höhepunkte und gibt eine klare Empfehlung, ob das Album für sie hörenswert ist.
Ein Mann, eine Stimme, eine Gitarre: So schlicht kann ein großes Album klingen. Es geht um Haltung. Es geht um Erinnern. Und es geht um das leise, klare Sprechen in einer lauten Zeit. Das Album Es ist an der Zeit erschien 1991. Es markiert einen Punkt, an dem Rückblick und Gegenwart sich berühren. Hier steht kein Pathos im Weg. Stattdessen hören Sie, wie ein Liedermacher sein Werkzeug kennt. Er holt das Wesentliche nach vorn und lässt alles Nebensächliche hinter sich.
Die acht Lieder bilden eine gebundene Erzählung. Sie handeln von Weggehen und Wiedersehen. Von kleinen Figuren. Von Orten am Wasser. Von fahlen Lichtern und freundlichen Gesten. Vieles klingt persönlich. Doch nichts schließt Sie aus. Genau in dieser Öffnung liegt die Kraft. Hannes Wader Es ist an der Zeit wirkt nah, ohne sich aufzudrängen. Es zeigt Haltung, ohne zu predigen.
Der Kontext hilft. 1991 war ein Jahr der Brüche. Die Mauer war weg. Europa suchte neue Formen. Es gab Euphorie und Sorge zugleich. In den Nachrichten rollten Panzer. In vielen Köpfen rollten Fragen. Hannes Wader stand dazwischen. Er stand nicht im Scheinwerferlicht der Popwellen. Er stand auf kleinen Bühnen. Und er blieb sich treu. Seine Lieder finden Worte für Zweifel. Sie geben den Dingen Zeit.
Gerade darum passt das Album in den Moment. Es führt Sie nicht weg vom Alltag. Es führt Sie hinein. Sie hören Stimmen von früher. Sie hören Schritte von heute. Sie merken, wie beides zusammengeht. Hannes Wader Es ist an der Zeit wirkt wie eine behutsame Bestandsaufnahme. Sie ist auch eine Einladung, neu zu sehen.
Die Produktion ist zurückhaltend. Kein Bombast, kein Studiozauber. Die Gitarre trägt. Die Stimme führt. Kleine Verzierungen ergänzen, wenn es nötig ist. So bleibt die Sprache Hauptsache. Das ist klug, denn diese Lieder leben von Nuancen. Ein Atemzug vor einem Wort. Ein Zögern im Reim. All das bleibt hörbar.
Die akustische Präsenz ist direkt. Sie sitzen quasi mit im Raum. Das macht die Stücke greifbar. Es schafft Vertrauen in den Text. Und es lässt die Melodien wachsen, statt sie zu drücken. Hannes Wader Es ist an der Zeit profitiert von dieser Schlichtheit. Sie hören ein Album, das reift, je öfter Sie es auflegen.
Die einfache Antwort: Wahrheit. Die Lieder sagen, was sie sagen wollen. Ohne Schleier. Ohne ironische Distanz. Gerade das wirkt heute modern. Denn Sie bekommen nichts Verdecktes. Sie bekommen eine klare Stimme, die Verantwortung übernimmt. Hannes Wader Es ist an der Zeit hat eine Ruhe, die sich nicht einschüchtern lässt. Sie ist nicht träge. Sie ist wach und warm.
Außerdem ist da die Zeitlosigkeit der Themen. Erinnern. Trennen. Widerstehen. Hoffen. Diese Worte tragen. Sie werden in Bildern erzählt, die haften. Es sind Bilder mit Atem. Kein Kitsch. Kein Kunstgriff um des Effekts willen. So entstehen Linien, die auch nach Jahrzehnten noch leuchten.
Das Album erschien als CD mit acht Tracks. Das wirkt knapp, ist aber stimmig. Die Laufzeit liegt bei gut 42 Minuten. Genauer sind es rund 42 Minuten und 19 Sekunden. Sie hören also eine konzentrierte Stunde. Kein Ausfransen. Kein Füllmaterial. Jeder Titel hat eine Aufgabe.
Die Reihenfolge ist überlegt. Sie führt Sie vom Abschied über das Erinnern zur Haltung. Das Finale steht als Signal. Es verweist auf das Ganze. Deshalb trägt das Album seinen Titel mit Recht. Auch die Spielzeiten der Stücke stimmen. Sie lassen Raum für den Atem des Textes.
Sie finden acht Lieder. Jedes arbeitet eine Nuance heraus. Zusammen entsteht ein Bild. Es ist ein Bild aus Alltagstönen, leisen Spannungen und langen Schatten. Hannes Wader Es ist an der Zeit fächert sich so auf. Es zeigt viele Farben. Und doch bleibt die Palette klar.
Der Auftakt sagt: Das ist ein Weg-Album. Das Lied klingt wie ein Schritt vor die Tür. Es ist ein kurzer Blick zurück, und dann ist da ein fester Blick nach vorn. Die Melodie ist ruhig. Der Text setzt auf klare Bilder. Es gibt keine dramatischen Gesten. Und doch spüren Sie die Bewegung. Der Song legt den Ton fest. Er ist warm, aber ohne Weichzeichner.
Hier hört man die Stärke des Einfachem. Ein Motiv, eine Stimme, eine Richtung. Das reicht. Es lädt Sie ein, mitzugehen. Der Anfang bereitet das Terrain. Hannes Wader Es ist an der Zeit baut von hier an Schicht für Schicht.
Ein Name. Eine Figur. Ein Lied, das wie eine kurze Novelle wirkt. Sie sehen eine Person. Sie sehen auch ein Stück Gesellschaft. So entsteht Nähe. Die Details sind fein. Sie bleiben sparsam. Das gibt der Figur Würde. Sie wird nie zum Mittel, sondern bleibt Zweck. Der Refrain hält sie fest, ohne sie zu fixieren.
Die Musik stützt dieses Bild. Kleine harmonische Wendungen, ein mildes Tempo. Es gibt Raum für Empathie. Sie schauen hin, ohne zu starren. In dieser Haltung steckt viel Kraft. Hannes Wader Es ist an der Zeit zeigt hier seinen Sinn für Menschenkunde.
Das dritte Stück ist kurz. Es ist fast ein Zwischenspiel. Und doch ist es wichtig. Rückblick ist hier kein Selbstzweck. Er dient der Klärung. Was war, soll nicht verklärt werden. Es soll klar werden. Sie hören ein Inventar ohne große Gesten. Der Song wirkt wie ein sauberes Fenster. Sie sehen durch ihn hindurch und erkennen Kontur.
Die Kürze ist Programm. Eine Idee, sauber gesetzt, ist genug. Genau so wird die Spannung gehalten. Sie gehen mit, weil Sie keinen Ballast tragen. Hannes Wader Es ist an der Zeit hält die Form bewusst schlank.
Hier entfaltet sich die große Form. Fast acht Minuten lang. Zeit für Schichten. Zeit für Nebenwege. Der Text geht behutsam in die Tiefe. Die Musik bleibt geduldig. Sie atmet und zieht an den richtigen Stellen an. Die Wiederholungen wirken nicht zäh. Sie sind Kreise, die sich weiten. Am Ende steht ein Bild, das schwer und doch hell ist.
Gerade in der Länge beweist der Song Reife. Kein Übermaß, kein Selbstlauf. Die Komposition hält die Balance. Sie als Hörer bleiben wach. Sie werden nicht überflutet. Hannes Wader Es ist an der Zeit zeigt hier seine Fähigkeit zur Langform.
Ein Titel wie aus alten Märchen. Doch der Ton ist modern. Er ist klar, ohne trocken zu sein. Die Ballade arbeitet mit Symbolen. Sie sind lesbar und offen zugleich. Ein Fisch kann vieles tragen. Hunger, Freiheit, Flucht. Nichts wird platt. Alles bleibt in Bewegung. So bleibt die Deutung frei, aber nicht beliebig.
Musikalisch gibt es leise Wellen. Sie tragen das Bild. Das Tempo hält einen gleichmäßigen Puls. Das motiviert das Hören. Auch hier gilt: Der Text führt, die Musik rahmt. Hannes Wader Es ist an der Zeit nutzt solche Rahmen klug.
Ein kurzer Kontakt. Ein Moment, der bleibt. Der Song fängt ein, was zwischen Menschen geschieht. Ein Blick. Ein Satz. Ein Schweigen. Das kleine Ereignis steht in großem Licht. Es tut nicht weh. Es sticht nur kurz und freundlich. Die Musik schmiegt sich an. Sie hält die Szene offen. So kann jede und jeder sein eigenes Bild finden.
Das Stück zeigt, wie wenig es braucht. Ein paar Takte. Ein paar Wörter. Ein Gefühl, das nicht drängt. Und doch hängt es nach. Hannes Wader Es ist an der Zeit beherrscht diese Kunst.
Jetzt weht Meeresluft. Sie riechen Salz. Sie hören Seile. Sie sehen Lichtpunkte am Kai. Die Sprache ist bildhaft, aber nie kitschig. Der Hafen steht für Ankunft und Abschied. Er steht für Arbeit und Sehnsucht. Das Lied hält beides zusammen. Es wird nicht zum Postkartenblick. Es bleibt Arbeit am Bild.
Musikalisch klingt es nach Bewegung. Kleine Figuren in der Gitarre, ein ruhiger Grund. So setzt sich das Motiv fest. Der Hafen wird zur inneren Landschaft. Hannes Wader Es ist an der Zeit verbindet Ort und Gefühl.
Das Finale ist ein Statement. Es meint nicht nur die Uhrzeit. Es meint Haltung. Es meint Verantwortung. Das Lied nimmt sich Zeit und bringt sie in Form. Es ist ernst. Es ist nicht schwermütig. Es spricht klar, denn die Sache ist klar. Die Melodie trägt die Worte sicher. Sie bleibt im Ohr. Und sie wächst mit jeder Wiederkehr.
Dieses Stück bündelt das Album. Es spannt den Bogen von Erinnerung zu Haltung. Es zeigt, wofür das Ganze steht. Hannes Wader Es ist an der Zeit endet so, wie es beginnen musste: mit einem klaren Blick und einem ruhigen Schritt.
Was trägt diese Lieder? Die Stimme. Sie ist markant, doch nicht eitel. Sie ist warm, doch nicht weich. Sie ist klar, doch nicht hart. Diese Balance ist selten. Sie gibt dem Text Gewicht. Sie schützt ihn vor Zitatendonner und Kalenderspruch. So wird die Sprache zum Werkzeug, nicht zum Schmuck.
Die Dichte der Bilder ist hoch, aber nicht schwer. Ein Satz sitzt. Ein Bild steht. Ein Reim schiebt sanft. Es gibt keinen Lärm im Kopf. Stattdessen hören Sie die Dinge wachsen. Hannes Wader Es ist an der Zeit lebt von dieser geduldigen Präzision.
Das Album ist politisch. Es ruft jedoch keine Parolen. Es zeigt Folgen. Es zeigt Gesichter. Es stellt Fragen. Es fällt Urteile, aber es ruft nicht zu Schlachten. Diese Art von Politik ist leise und wirksam. Sie drängt sich nicht auf. Sie bleibt auch im Alltag hörbar.
Gleichzeitig ist das Album poetisch. Doch es flieht nicht in schöne Bilder. Es kehrt immer wieder in das Konkrete zurück. Das macht die Poesie stark. Sie bleibt nützlich. Sie hilft beim Denken und beim Fühlen. Hannes Wader Es ist an der Zeit findet hier seine Form.
Im größeren Werk des Künstlers markiert dieses Album eine reife Phase. Vieles klingt vertraut. Die Handschrift ist da. Zugleich gibt es neue Kanten. Sie hören eine andere Gelassenheit. Sie hören auch einen härteren Kern. Aus Erfahrung wird kein Stillstand. Er wird zur Basis für neue Töne.
Das ist kein best-of der Stimmungen. Es ist eine Verdichtung. Hier treffen Sie auf ein Ich, das weiß, was es nicht braucht. Und das genau darum sagen kann, was es braucht. Hannes Wader Es ist an der Zeit wird so zur sicheren Haltestelle im Gesamtwerk.
Die Längen der Stücke sind Teil der Form. Die kurzen Lieder öffnen und schärfen. Die langen Lieder vertiefen. So entsteht eine Welle. Sie baut sich auf. Sie bricht nicht. Sie rollt aus. Am Ende liegt Ruhe über allem. Doch es ist eine wache Ruhe. Sie bleibt ansprechbar.
Diese Dramaturgie ist kein Zufall. Sie folgt dem Stoff. Sie folgt dem Atem der Worte. Sie sorgt dafür, dass Ihr Ohr nicht ermüdet. Es bleibt gespannt und frei. Hannes Wader Es ist an der Zeit zeigt, wie sehr Struktur den Inhalt stützen kann.
Damals passte das Album in eine diffuse Stimmung. Heute passt es in eine andere. Und doch ist der Kern gleich. Die Lieder haben Bestand. Sie halten dem Druck der Jahre stand. Sie lassen sich neu hören, ohne die alte Ladung zu verlieren.
Gerade im heutigen Lärm wirkt die Ruhe stark. Viele suchen nach klaren Worten. Sie wollen keine Schlagzeilen in Liedform. Sie wollen Trost, der nicht täuscht. Das bietet dieses Album. Hannes Wader Es ist an der Zeit ist deshalb mehr als ein Dokument. Es ist ein Begleiter.
Wenn Sie Lieder mögen, die Geschichten tragen, sind Sie hier richtig. Wenn Sie Texte schätzen, die ohne Posen auskommen, erst recht. Wenn Sie Hörgewohnheiten haben, die Zeit erlauben, lohnt es doppelt. Und wenn Sie noch zweifeln, hören Sie die ersten beiden Stücke. Danach wissen Sie, wohin die Reise geht.
Auch Kenner entdecken neue Winkel. Kleine Betonungen, feine Pausen, neue Bezüge. Es ist ein Album, das mit Ihnen mitgeht. Es bleibt nicht auf einer Laune stehen. Hannes Wader Es ist an der Zeit hält die Tür offen.
1) Nun muss ich gehen – 04:55. Ein Aufbruch ohne Lärm. Ein erster Schritt, gut gesetzt.
2) Emma Klein – 04:37. Eine Figur, ein Blick, ein stiller Respekt.
3) Blick zurück – 02:51. Ein kurzer, klarer Spiegel.
4) Erinnerung – 07:49. Lang, tief, geduldig.
5) Ballade vom Fisch – 07:26. Eine moderne Parabel, offen und stark.
6) Begegnung – 03:46. Ein Moment, der nachklingt.
7) Hafenmelodie – 04:36. Ein Ort als inneres Bild.
8) Es ist an der Zeit – 06:19. Das Statement und der Bogen.
Die Gitarre ist kein Beiwerk. Sie ist zweite Stimme. Sie ist Träger und Treiber. Ihre Patterns sind einfach. Sie sind nie simpel. Kleine Läufe setzen Punkte. Dezente Bassbewegungen geben Halt. So entsteht ein eigener Groove. Er ist ruhig und lebendig. Diese Balance ist die Basis für die Texte. Hannes Wader Es ist an der Zeit lebt davon.
Auch die Aufnahmetechnik hilft. Alles klingt nah und offen. Nichts fühlt sich verriegelt an. Das macht die Musik atmend. Sie gewinnt an Körper. Das erhöht Ihre Bindung an das Gehörte.
Die Gefühlslage ist vielschichtig. Melancholie ist da. Aber sie saugt nicht. Sie zeigt. Sie benennt. Daneben steht Mut. Er ist nicht laut. Er ist verlässlich. Er schaut hin und hält aus. Diese Mischung wirkt. Sie tröstet, ohne zu betäuben. Sie rührt, ohne zu zerfließen.
So entsteht ein Resonanzraum. Er ist privat und öffentlich zugleich. Ein Lied führt Sie an die Hand. Das nächste stellt Sie auf die Straße. Hannes Wader Es ist an der Zeit kennt diese Wege.
Dieses Album ist kein Feuerwerk. Es ist ein Kamin. Es wärmt, es knistert, es hält. Es braucht Ruhe. Es schenkt dafür Tiefe. Im Gedächtnis bleibt ein Ton, der Sie begleitet. Ein Ton, der die Welt nicht vereinfacht. Er macht sie aber lesbarer. Und er macht sie menschlicher.
Wenn Sie ein Werk suchen, das würdig altert, sind Sie hier richtig. Wenn Sie ein Werk suchen, das heute spricht, ebenso. Hannes Wader Es ist an der Zeit ist ein leises Statement. Es ist auch ein Anker. Und es ist ein Grund, dem schlichten Lied zu trauen.
Das Album "Es ist an der Zeit" von Hannes Wader ist ein Meisterwerk, das tief in die Seele der Zuhörer eindringt. Es ist ein Album, das sowohl musikalisch als auch textlich überzeugt. Hannes Wader zeigt einmal mehr seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und Emotionen zu wecken. Wenn Sie mehr über Hannes Waders Musik erfahren möchten, empfehle ich Ihnen auch die Rezension zu seinem Album "Hannes Wader Wünsche". Dort finden Sie eine ausführliche Kritik und weitere Einblicke in seine Werke.
Ein weiterer Künstler, der ähnlich wie Hannes Wader tiefgründige Texte und Melodien schafft, ist Reinhard Mey. Sein Album "Die Zwölfte" bietet eine wunderbare Mischung aus Poesie und Musik. Reinhard Mey ist bekannt für seine einfühlsamen und oft nachdenklichen Lieder, die das Herz berühren. Diese Kritik gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über das Album und seine Highlights.
Auch Klaus Hoffmann ist ein Name, der in der Welt der Singer-Songwriter nicht fehlen darf. Sein Album "Ein Konzert" zeigt seine beeindruckende Fähigkeit, live zu performen und das Publikum zu begeistern. Die Albumkritik bietet Ihnen detaillierte Informationen und eine Bewertung seiner Live-Performance. Klaus Hoffmanns Musik ist ebenso tiefgründig und emotional wie die von Hannes Wader, was ihn zu einem wichtigen Künstler in diesem Genre macht.