Letztes Update: 06. Februar 2026
Der Artikel stellt Reinhard Meys Album 'Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied' vor, beleuchtet Entstehung, Songauswahl und Arrangements und liefert eine ausgewogene Kritik. Sie erfahren, welche Lieder besonders berĂĽhren, welche Interpretationen ĂĽberzeugen und fĂĽr wen das Album besonders empfehlenswert ist.
Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied ist mehr als ein Sampler. Das Album zeigt eine Epoche im Werk eines Künstlers, der Worte wie keine Zweiter verdichtet. Die Veröffentlichung von 1982 kam zu einer Zeit, in der das politische und private Lied wieder im Gespräch war. Hier ist Mey beides: Chronist und Poet. Sie hören eine Doppel-LP mit 24 Titeln, verteilt auf zwei Platten. Die Auswahl führt durch Witz, Melancholie und milde Ironie. So entsteht eine geordnete Reise. Sie lernen den Erzähler neu kennen. Und Sie hören, wie seine Lieder atmen, wenn sie in einem anderen Kontext stehen.
Diese Sammlung folgt keiner starren Dramaturgie. Sie setzt Kontraste und baut Brücken. Der Charme liegt im Fluss der Stücke und in dem, was sich zwischen ihnen ereignet. Musik wird hier zum Gespräch zwischen Zeiten.
Eine Starportrait-Reihe wirkt wie ein Schaufenster. Doch sie ist mehr als ein Blick von außen. Bei Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied wird die Auswahl zur Lesehilfe. Sie bündelt wiederkehrende Themen. Es geht um Nähe im Alltag. Es geht um Zorn, der sich höflich meldet. Und es geht immer wieder um das fragile Glück. Durch das Nebeneinander der Songs werden Spuren sichtbar. Ein Kinderlachen klingt in einer politischen Pointe nach. Ein Bürokratie-Scherz spiegelt die Last der Jahre. So gewinnt das Ganze eine Deutungsebene, die über Einzeltitel hinausweist.
Die Kompilation lädt damit zum aktiven Hören ein. Sie können springen, vergleichen, zurückkehren. Jede Seite der Doppel-LP hat ein eigenes Klima. Man spürt: Hier hat jemand mit Erfahrung kuratiert. Die Lieder halten die Spannung, obwohl sie nicht neu sind. Das ist ein gutes Zeichen.
Das Jahr 1982 war von Umbrüchen geprägt. Es gab politische Risse. Es gab Aufbruch in der Kultur. In diesem Umfeld positioniert sich Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied mit ruhiger Hand. Die Sammlung bietet weder Flucht noch Sturm. Sie bietet Blickkontakt. Sie richtet das Augenmerk auf Menschen. Auf ihr gutes Wollen. Auf ihr Scheitern mit Stil. Dadurch wird das Album zeitfest. Es altert weniger als viele Produktionsmoden jener Zeit.
Interessant ist, dass das Politische bei Mey oft im Persönlichen wohnt. 1982 war ein ideales Jahr, um das zu zeigen. Die Lieder wirken wie Spiegel, die schräg hängen. Man muss anders hinschauen. Dann sieht man mehr.
Der Sound bleibt nah, warm und handgemacht. Gitarre und Stimme führen. Zarte Arrangements stützen. Nichts drückt. Nichts posiert. Diese Schlichtheit wirkt heute modern. Denn sie zwingt die Texte nach vorn. Auch das Vinyl-Format spielt mit. Die Seitenlänge zwingt zur Auswahl. Der Wechsel der Platten erzeugt Pausen. Sie hören bewusster. Auf Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied wird diese Ruhe Teil der Dramaturgie.
Die Dynamik ist fein. Anschläge glänzen, ohne zu blenden. Der Raum bleibt klein und ehrlich. Das passt zur Intimität der Stücke. So kann jedes Timbre seiner Stimme erzählen. Die Produktion dient der Sache. Das ist hier das größte Lob.
Die erste Platte startet mit leichtem Schwung. „Ein Krug aus Stein“ führt in eine Welt kleiner Dinge. Das ist ein Auftakt ohne Pathos. Dann leuchtet „Sommermorgen“. Es ist hell, aber nie kitschig. „Happy Birthday to Me“ spielt mit Selbstironie. Es klingt wie ein Lächeln, das die Stirn runzelt. „Bei Ilse und Willi auf’m Land“ malt Bilder vom Rückzug ins Einfache. Hier glühen Wärme und feine Distanz zugleich.
„Die Homestory“ entlarvt mediale Oberflächen. Der Ton bleibt charmant. Doch die Pointe sitzt. „Hab Erdöl im Garten“ trägt die Farce in den Alltag. Gier als Nachbarschaftswitz. Es ist komisch und bitter zugleich. „Ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“ wird zur Bürokratie-Operette. Der Titel ist Programm. Die Spirale dreht sich, doch die Musik bleibt leicht. „Poor Old Germany“ schaut liebevoll streng auf das Land. Keine Häme. Viel Sorge. Zum Schluss der Seite stehen „Ich trag’ den Staub von deinen Straßen“ und „Keine ruhige Minute“. Sehnsucht trifft Unrast. Zwei Pole, die sich brauchen.
„Zeugnistag“ schließt mit einem fein beobachteten Alltagsschnitt. Dann folgt „Weil ich ein Meteorologe bin“. Ein Humorstück, das präzise taktet. Es zeigt, wie Rhythmus eine Pointe trägt. So endet die erste Platte mit einem Zwinkern. Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied beweist hier seine Spannbreite gleich zu Beginn.
Mit „Ihr Lächeln“ schwenkt die Stimmung. Der Ton wird zarter. Es sind Liebesbilder, die ohne Zuckerguss auskommen. „Menschenjunges“ ist eine kleine Ethik in Liedform. Es ruft zur Sanftheit auf. Doch es predigt nicht. „Neun … und vorbei“ bringt das Ticken der Zeit ins Spiel. Es ist schlicht und trifft. Danach zieht „In Tyrannis“ die Schraube an. Der Blick auf Macht ist klar und ruhig. Es wird ernst, ohne zu dröhnen.
„Einen Koffer in jeder Hand“ spürt der Rastlosigkeit nach. Ein Reisebild als Lebensmetapher. „… es bleibt eine Narbe zurück“ spricht vom Nachhall des Schmerzes. Es bleibt dabei nüchtern. „Dr. Nahtlos, Dr. Sägeberg und Dr. Hein“ bringt satirische Schärfe in den Alltag. Es ist Alltagsslapstick mit Sinn. „Der alte Bär ist tot und sein Käfig leer“ weckt Mitgefühl und Fragen. Schließlich steht „Welch ein Geschenk ist ein Lied“ im Zentrum der Seite. Es ist eine poetische Selbstvergewisserung. „Wirklich schon wieder ein Jahr“ hält die Zeit an. „Abends an deinem Bett“ führt in den Schutzraum. „Die Zeit des Gauklers ist vorbei“ schließt würdevoll. So trägt die zweite Platte das Pathos der milde gewordenen Erfahrung.
Die Reihenfolge wirkt wie ein Bogen. Sie starten bei Zuneigung. Sie gehen durch Zweifel. Sie landen im Dank. Hier zeigt Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied seine reifste Farbe.
Der Kern liegt in der Haltung. Die Lieder sind nahbar, genau und fair. Sie geben Figuren und Dingen Würde. Das ist selten und kostbar. In Zeiten schriller Debatten klingt diese Ruhe neu. Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied hält dem Lärm eine Lampe entgegen. Die Texte sind einfach, aber nicht simpel. Die Melodien tragen, ohne zu posieren. So entsteht Dauer.
Hinzu kommt der Blick für Komik. Lachen wird hier nicht zum Hohn. Es befreit. Es macht Platz für Einsicht. Das hält die Stücke frisch. Selbst wenn eine Anspielung alt ist, bleibt das Gefühl klar. Man hört, wie ein Gedanke atmet. Man spürt eine Hand, die nicht loslässt. Genau das prägt den Charakter dieser Sammlung.
„Welch ein Geschenk ist ein Lied“ ist eine Selbstadresse. Das Lied erklärt sein eigenes Warum. Es dankt dem Medium, das es trägt. Das ist riskant. Es gelingt, weil der Ton bescheiden bleibt. Keine Hymne. Nur Anerkennung. Es beschreibt, was Musik im Alltag tut. Sie fängt auf. Sie ordnet. Sie tröstet. Und sie fordert Respekt vor dem Wort. In der Platzierung auf der zweiten Platte gewinnt es Symbolkraft. Es sammelt die Fäden, die zuvor gelegt wurden. Dadurch wird die Zeile zur Brücke über das Album. Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied findet hier seinen Mittelpunkt.
Die Sprache ist klar und melodisch. Sätze sind knapp. Bilder sind genau. Oft reichen kleine Dinge, um große Räume zu öffnen. Ein Küchentisch. Eine Straße. Ein Blick. Daraus werden Welten. Humor ist das Werkzeug. Aber es ist nie Selbstzweck. Er lenkt den Blick. Er weitet das Herz. In „Ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“ lacht man laut. Doch man spürt auch die Mühsal. In „Die Homestory“ lächelt man still. Gleichzeitig denkt man über Schaufensterleben nach. So wirkt die Sammlung vielschichtig und leicht zugleich. Das gelingt auf Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied in vielen Nuancen.
Mey meidet den Holzhammer. Er setzt auf Nähe. Politik taucht in alltäglichen Szenen auf. Ein Amt. Ein Landweg. Ein Kinderzimmer. So wird das Große begreifbar. Privatheit ist dabei kein Rückzug. Sie ist Prüfstein. In „In Tyrannis“ bleibt der Ton kontrolliert. Gerade darum wirkt er stark. Bei „Poor Old Germany“ liegt Zuneigung unter der Kritik. Diese Balance hält die Spannung. Sie lässt Sie als Hörer nicht los. Denn Sie erkennen eigene Momente wieder. Darin liegt die Einladung, die Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied ausspricht.
Die Doppel-LP zwingt zur Struktur. Vier Seiten teilen den Bogen. Das erlaubt Ruhe. Es gibt natürliche Zäsuren. Sie heben Themen hervor. Der Wechsel der Platte schafft Rituale. Nadel heben. Durchatmen. Neu beginnen. Diese Pausen arbeiten für die Musik. In dieser Sammlung spürt man es besonders. Leichte Lieder eröffnen. Gewichtigere folgen. Zum Ende hin wird es stiller. So zeigt das Format, was es kann.
Haptik und Klang ergänzen sich. Das warme Spektrum einer guten Pressung passt zu Gitarre und Stimme. Kleine Atemzüge werden hörbar. Auch leise Ironie klingt runder. Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied gewinnt dadurch ein Stück Intimität, das auf digitalen Formaten oft fehlt.
Als Sammlung aus 1982 hat das Album keinen Neuheitsbonus. Es lebt von Kontext und Kuratierung. Doch genau das macht seine Stärke. Für das Liedermacher-Fach ist es ein gutes Lehrstück. Es zeigt, wie man Vielfalt ohne Bruch ordnet. Es zeigt auch, wie man Humor und Ernst zugleich pflegt. Jüngere Hörer finden hier eine Schule des genauen Sehens. Ältere Hörer treffen auf alte Freunde. Das erklärt, warum Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied bis heute funktioniert.
Im Einfluss spürt man die Wirkung auf spätere Stimmen. Die Mischung aus Satire und Zärtlichkeit bleibt ein Maß. Man erkennt Linien zu moderner Songpoesie. Man erkennt auch, wie Sprache und Klang sich die Hand geben. Das trägt über Moden hinweg.
Wer neu einsteigt, kann drei Pfade wählen. Der erste Pfad ist der Humor. Starten Sie mit „Hab Erdöl im Garten“. Gehen Sie zu „Ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“. Schließen Sie mit „Weil ich ein Meteorologe bin“. Sie lernen dabei Timing und Leichtigkeit. Der zweite Pfad ist die Nähe. Hören Sie „Ihr Lächeln“, „Abends an deinem Bett“ und „Menschenjunges“. Sie erleben Wärme ohne Kitsch. Der dritte Pfad ist der Blick nach außen. Wählen Sie „Poor Old Germany“, „In Tyrannis“ und „Der alte Bär ist tot und sein Käfig leer“. Sie spüren dort Haltung und leise Wut.
Danach hören Sie das Ganze am Stück. Jetzt werden Bezüge sichtbar. Die Kompilation entfaltet ihr Gewebe. Genau hier liegt der Reiz von Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied. Es ist wie ein Buch, das mehrere Einstiege erlaubt.
Wenn Sie Mey schon lieben, bietet die Doppel-LP einen frischen Blick. Bekannte Lieder zeigen neue Facetten. Wenn Sie neu sind, ist dies ein guter Einstieg. Sie bekommen Bandbreite ohne Zerstreuung. Sammler schätzen die Geschlossenheit des Klangs. Analoge Hörer freuen sich über Wärme und Ruhe. Auch Lehrende im Bereich Songwriting finden hier Stoff. Struktur, Textarbeit, Ökonomie der Mittel: All das ist greifbar. Darum ist Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied eine kluge Wahl für verschiedene Hörergruppen.
Zudem passt das Album in ruhige Abende. Es trägt auch auf langen Fahrten. Es ist kein Hintergrund. Es will Ihre Zeit. Gibt man sie ihm, schenkt es viel zurück.
Keine Sammlung ist perfekt. Auch hier stellt sich die Frage der Gewichtung. Manche würden mehr frühe Tiefenschnitte wünschen. Andere hätten gern kargere Passagen noch stärker gebündelt. Es gibt Momente, in denen zwei humorige Stücke dicht aufeinander folgen. Dort droht leichte Redundanz. Doch das sind kleine Schatten. Sie liegen am Format, nicht am Material. Wer mag, baut sich mit dem Plattenspieler eine eigene Dramaturgie.
Ein weiterer Punkt ist der Kontext. Ohne Beiheft oder Hinweise bleiben Hintergründe blass. Ein paar Notizen zu Entstehung und Zeit wären schön. Trotzdem trägt die Musik das meiste selbst. Das spricht am Ende für die Auswahl. Und es bestätigt die Stärke von Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied.
Diese Kompilation ist eine reife Geste. Sie zeigt einen Künstler, der sein Handwerk kennt und sein Publikum ernst nimmt. Satire und Zärtlichkeit stehen Schulter an Schulter. Produktion und Songwriting arbeiten als Team. Die Doppel-LP atmet und ordnet. Sie lädt zum Wiederhören ein. Nach jedem Durchgang bleibt etwas Neues hängen. Das ist ein sicheres Zeichen für Haltbarkeit.
Wer die große Geste sucht, wird vielleicht stiller als gedacht. Doch genau dort liegt der Wert. In den kleinen Drehungen. In der Menschlichkeit. In der Achtung vor dem Wort. Darum bleibt Reinhard Mey Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied ein empfehlenswerter Wegweiser. Es hält Maß. Es hält Nähe. Es hält die Zeit an, wenn es zählt.
So endet der Rundgang mit einem Eindruck, der bleibt: Ein Lied ist ein Geschenk, wenn es zuhört, bevor es spricht. Diese Sammlung tut genau das. Sie hört hin. Sie spricht leise. Und sie trifft.
Reinhard Mey hat mit seinem Album "Starportrait 2: Welch ein Geschenk ist ein Lied" einmal mehr seine Meisterschaft als Singer-Songwriter bewiesen. Seine Lieder berühren die Seele und laden zum Nachdenken ein. Wenn Sie sich für weitere tiefgründige und emotionale Musik interessieren, könnte das Album Heinz Rudolf Kunze Wasser bis zum Hals steht mir genau das Richtige für Sie sein. Kunze schafft es, mit seinen Texten und Melodien eine ähnlich intensive Atmosphäre zu erzeugen wie Mey.
Ein weiteres bemerkenswertes Werk in diesem Genre ist Klaus Hoffmann Leise Zeichen. Hoffmanns Album überzeugt durch seine poetischen Texte und die sanfte musikalische Begleitung. Es bietet eine wunderbare Ergänzung zu den gefühlvollen Liedern von Reinhard Mey und zeigt, wie vielfältig und tiefgründig die deutsche Singer-Songwriter-Szene ist.
Wenn Sie die Live-Performance eines herausragenden Künstlers erleben möchten, empfehle ich Ihnen das Album Konstantin Wecker Live. Wecker ist bekannt für seine leidenschaftlichen Auftritte und seine Fähigkeit, das Publikum zu fesseln. Seine Live-Aufnahmen vermitteln eine besondere Energie, die auch bei Reinhard Meys Konzerten spürbar ist. Tauchen Sie ein in die Welt der deutschen Singer-Songwriter und lassen Sie sich von diesen großartigen Alben inspirieren.