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Reinhard Mey – Über den Wolken: Lieder aus vier Jahrzehnten

Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart

Letztes Update: 05. Dezember 2025

Wir stellen das Album ‚Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart‘ vor, analysieren Arrangements und Texte, bewerten Produktion und Songauswahl und heben Höhepunkte sowie Schwächen hervor. Für Fans und Neuentdecker eine fundierte Kritik.

Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart: eine Werkschau als Lebensreise

Diese Sammlung ist mehr als ein Rückblick. Sie ist eine erzählte Biografie in Liedern. Am 28. November 2003 erschien eine vierteilige Werkschau, die die Spannweite eines Künstlers zeigt, der die deutsche Liedkunst geprägt hat. Sie hören Frühwerke, Klassiker, späte Bekenntnisse und Live-Momente. Alles klingt vertraut und doch neu. Die Dramaturgie führt Sie durch Humor, Protest, Melancholie und Trost. So entsteht eine Reise durch Zeit und Ton. Es ist eine Einladung, Reinhard Meys Poetiken im Wandel zu erleben.

Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart wirkt wie eine liebevolle Karte. Sie führt zu bekannten Orten. Sie zeigt aber auch Seitenwege, die vielleicht verborgen lagen. Der Bogen reicht von der Sehnsucht des jungen Sängers bis zur weiten Sicht des erfahrenen Chronisten. Das ist mutig und klug gewählt. Nichts wirkt zufällig. Alles folgt einer sanften, inneren Logik.

Konzept und Zeitgefühl einer großen Auswahl

Vier Jahrzehnte sind ein weiter Raum. Die Auswahl fasst ihn in 67 Stücken. Die Werkschau bietet Reibung und Ruhe. Sie bekennt sich zum Song als Lebensform. Der Mensch steht im Zentrum. Sie hören nicht nur Lieder. Sie hören auch die Zeit. Die frühen Jahre klingen hell. Die späten haben Schatten und Tiefe. Dazwischen liegen ironische Miniaturen, zarte Bekenntnisse und klare Kanten. Die Sammlung ist so gebaut, dass jedes Lied neben dem anderen atmen kann.

Der Titel deutet zwei Pole an. „Orpheus“ steht für den Aufbruch, für den Traum vom Gesang. „Rüm Hart“ steht für Weite und Haltung. Die Reise führt vom ersten Wunsch bis zum reifen Ethos. Das setzt Maßstäbe für eine Werkschau. Es zeigt auch den Mut zur Lücke. Nicht alles ist da. Aber das, was da ist, spricht stark und klar. Genau so gewinnt Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart seine Form.

Dramaturgische Navigation: die vier CDs als Kapitel

Jede CD ist ein Kapitel. Zusammen ergeben sie eine Erzählung. CD 1 bündelt den frühen Esprit. CD 2 zeigt Nähe, Familie und Haltung. CD 3 führt in die klare Spätphase mit politischem Fokus. CD 4 öffnet Fenster zu Fremdsprachen, Tradition und Live-Energie. So entsteht ein weites Bild. Es ist wie ein Panorama. Sie können es in Ruhe betrachten. Sie können sich auch treiben lassen und Stück für Stück entdecken.

CD 1 – Frühwerk zwischen Witz, Alltagspoesie und Augenmaß

Die erste CD beginnt mit „Ich wollte wie Orpheus singen“. Das ist ein Auftakt mit Programm. Die Idee vom Sänger als Mittler ist da. Dann folgen Milieubilder und Grotesken. „Hauptbahnhof Hamm“ blinzelt still. „Der Mörder ist immer der Gärtner“ spielt mit Krimi-Klischees, doch es ist mehr als Spaß. Es ist ein Lied über Sprache, Formen und Erwartungen. „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“ kostet das Komische aus. Es bleibt dabei nie bei Pointe und Gag. Hinter dem Lachen liegt immer eine leise Menschenkunde. Und dann natürlich „Über den Wolken“. Es ist die Hymne auf Freiheit und Blickwechsel. Es wirkt hier nicht als Pflichtnummer. Es ist zentraler Nerv. Die Auswahl rahmt es mit Stücken, die seine Wirkung färben.

„Es gibt keine Maikäfer mehr“ bringt leise Ökologie, lange vor großen Debatten. „Ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“ treibt Behörden-Deutsch in die Absurdität. Das zeigt Meys Ohr für Ton und Takt der Bürokratie. „Menschenjunges“ zum Schluss setzt mit Sanftheit einen Fokus. Der Ton ist nah, warm, handgemacht. So öffnet CD 1 das Feld, aus dem später vieles erwächst. Vor diesem Hintergrund soll der Name der Sammlung nicht fehlen: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart steht hier gleichsam Pate für Haltung und Humor.

CD 2 – Zuneigung, Alltag, Zivilcourage

Die zweite CD wendet sich stärker dem Privaten zu, ohne privatistisch zu werden. „Zeugnistag“ mischt Familienblick und Feingefühl. „Sommermorgen“ duftet nach Leben. „Ein Stück Musik von Hand gemacht“ sagt, worum es in dieser Kunst geht. Kein Prunk, keine Maske. Nur Stimme, Gitarre und ein genauer Blick. Doch die CD hat auch die Wucht von „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“. Das Lied ist eine klare Haltung gegen Krieg. Es trifft hart, weil es ruhig bleibt. Das ist die Kunst des Maßes. Und „Die Kinder von Izieu“ setzt eine historische Mahnung, getragen und respektvoll.

Zwischen all dem stehen Beobachtungen wie „Ich hab’ meine Rostlaube tiefergelegt”. Das ist der Blick auf die kleinen Mythen der Straße. „50! Was, jetzt schon“ reflektiert das Altern mit einem Lächeln. Die CD ist nahbar und stark. Sie baut eine Brücke zwischen privater Freude und öffentlicher Pflicht. Genau diese Spannweite ist das Herz von Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

CD 3 – Späte Klarheit: Wachen, warnen, weiten

Die dritte CD markiert den späten Ernst. „Sei wachsam“ ist ein Weckruf. „Das Narrenschiff“ richtet den Blick auf gesellschaftliche Selbsttäuschung. Beide Lieder sind präzise und unpathetisch. Sie setzen Metaphern. Sie fordern, ohne zu schreien. „What a Lucky Man You Are“ blendet ins Englische und öffnet das Fenster zum Außen. Zugleich bleibt die Stimme vertraut. „Der Biker“ ist eine lange Erzählballade. Sie rollt langsam aus. „Einhandsegler“ setzt eine maritime Metapher für Selbstbehauptung. Am Ende steht „Rüm hart“. Es weitet den Horizont. Das Motto ist groß. Der Ton bleibt menschlich. Hier zeigt sich die Reife eines Liedermachers, der sein Feld kennt.

Die Produktion lässt Raum. Arrangements wirken sparsam. Nichts drückt. Alles trägt. Das Timing ist immer auf den Text gebaut. Wenn Sie dieser CD zuhören, merken Sie, wie das Singen zum Denken wird. Sie fühlen den Atem der Zeilen. Es ist die konzentrierte Seite der Sammlung. Auch hier gilt: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart bündelt Position und Poesie.

CD 4 – Sprachen, Tradition und der offene Bühnenraum

Die vierte CD ist ein Schaukasten der Vielfalt. Sie hören Lieder in verschiedenen Sprachen. „Als de Dag van Toen“ führt ins Niederländische. „Que sont devenues les fleurs“ ehrt das französische Chanson. „Nicht in Nottingham“ verbeugt sich vor einer Ballade aus einem anderen Kulturraum. Dazu kommen Klassiker wie „Gute Nacht Freunde“. Es ist die große Geste der Nähe, die am Ende nie pathetisch wird. Der Live-Block mit „Une cruche en pierre“, „Diplomatenjagd“, „Frieden“ und „Es ist an der Zeit“ zeigt Präsenz und Resonanz. Die Bühne wird zum Resonanzraum von Haltung.

Durch diese Mischung stellt die CD Fragen an Herkunft, Sprache und Austausch. Die Stimme bleibt der Leitfaden. Die Gitarre hält das Ganze zusammen. So klingt die Sammlung offen, ohne den Kern zu verlieren. In dieser Weite erfüllt sich die Idee hinter Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Klangbild, Remaster und Sequencing

Das Klangbild ist warm und direkt. Sie hören die Gitarre als Herzstück. Die Stimme liegt nah, aber nicht zu nah. Ein sanftes Remastering sorgt für klare Höhen und stabile Mitten. Nichts wurde glattgebügelt. Auch alte Aufnahmen atmen noch. Der Sequencing-Plan ist klug. Er vermeidet bloßes Chronologen-Denken. Stattdessen führt er Themen zusammen. So liegen Humor und Ernst beieinander. Lieder mit ähnlicher Temperatur stehen nebeneinander. Das steigert die Wirkung. Es macht das Hören zu einer Erzählung in Szenen.

Ein Beispiel: „Über den Wolken“ entfaltet sich neben Alltagsstücken, die ihm die Bodenhaftung geben. „Sei wachsam“ steht nicht isoliert, sondern eingebettet in einen Fluss von Nachdenklichkeit. Diese Setzungen sind mehr als Ordnung. Sie sind Interpretation. Sie zeigen, wie klug man mit einem großen Katalog umgehen kann. Damit erfüllt die Edition den Anspruch, den ihr Titel erhebt: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart ist auch eine kuratorische Leistung.

Stimme und Gitarre: das unverwechselbare Zentrum

Meys Stimme ist ein Instrument der Nähe. Sie trägt eine leichte, helle Farbe. Sie hat inzwischen Patina. Diese Patina wirkt würdevoll. Sie sorgt für Glaubwürdigkeit. Die Gitarre ist kein Beiwerk. Sie ist Partner. Der Anschlag ist variabel. Man hört Arpeggien, kleine Läufe, rhythmische Akzente. Nie zu viel. Immer im Dienst des Textes. Das macht die Lieder zeitlos. Ein Synth-Teppich altert schnell. Eine Gitarre altert schöner. Genau das zeigt die Edition im langen Bogen.

Sie hören in diesen Aufnahmen eine Schule des Lieds. Es ist eine Schule des Maßes. Kein schneller Effekt. Keine Hektik. Stattdessen Geduld. Sie merken: Hier wird etwas gesagt, nicht nur gesungen. So gewinnt die Sammlung Profil. Und noch einmal der Name, der dieses Profil bündelt: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Texte als Weltbeobachtung: Humor, Melancholie, Zorn

Mey ist ein präziser Beobachter. Seine Texte schauen hin. Sie hören zu. Dann wählen sie das treffende Bild. Humor dient nicht der Flucht. Er öffnet die Tür zur Erkenntnis. In „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“ lacht man über sich selbst. „Der Mörder ist immer der Gärtner“ enttarnt die Phrasen unserer Kultur. Melancholie ist die Schwester dieses Humors. „Es schneit in meinen Gedanken“ ist still, aber nicht schwermütig. Es tröstet. Zorn kommt in Liedern wie „Sei wachsam“ oder „Das Narrenschiff“. Der Ton bleibt geordnet. Der Blick bleibt menschlich. Das macht die Stücke haltbar.

Die Werkschau zeigt, wie sehr sich diese drei Energien tragen. Sie ergänzen sich. Keine dominiert. Das macht die Sammlung reich. Sie finden sich dort wieder, egal, in welcher Stimmung Sie hören. So setzt sich ein Ethos zusammen. Es ist das Ethos eines Künstlers, der nicht belehrt, sondern begleitet. Genau so wirkt Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart im Detail.

Große Lieder, neu im Kontext gehört

„Über den Wolken“ gehört zu den meistzitierten Liedern deutscher Sprache. Es bleibt ein Gipfel. Doch im Rahmen dieser Edition gewinnt auch das Lied daneben Gewicht. „Menschenjunges“ strahlt still. „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ klingt nicht als Slogan, sondern als Versprechen an das Leben. „Gute Nacht Freunde“ wirkt als Brücke zwischen Bühne und Saal. Sie hören, wie die Lieder sich gegenseitig spiegeln. Das ist ein Vorteil der dramaturgischen Ordnung. Es schafft neue Bedeutungen. Es lädt die bekannten Songs neu auf.

Gerade in dieser Schichtung erkennt man ein Lebenswerk. Sie hören nicht nur Hits. Sie hören Kontexte. So zeigt sich, wie kohärent das Oeuvre ist. Ein Song von 1972 und einer von 1996 sprechen miteinander. Beide sprechen zu Ihnen. Diese Verknüpfung ist die besondere Stärke von Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Mut zur Lücke: Auswahl, Balance und mögliche Wünsche

Keine Werkschau kann alles sein. Auch hier werden Sie Lieder vermissen. Manches Lieblingsstück findet keinen Platz. Doch die Balance stimmt. Es gibt Witz, Melancholie und klare Haltung. Es gibt intime Miniaturen und große Statements. Der Anteil an Live-Aufnahmen ist wohldosiert. Er gibt der Box Atem. Er zeigt, wie Mey mit Publikum klingt. Ein kleiner Wunsch bleibt vielleicht: noch mehr Einblicke in frühe Fassungen oder alternative Takes. Doch diese Box will kein Archiv sein. Sie will ein Bild zeigen. Dieses Bild ist klar und stimmig.

Gerade weil die Auswahl so bewusst wirkt, können Sie sich darin leicht orientieren. Sie werden Lieder neu bewerten. Sie werden manches anders hören als früher. Das ist der Mehrwert. Deshalb trägt die Werkschau ihren langen Namen mit Recht: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Einordnung im Kanon: Chanson, Lied und deutsche Sprache

Im deutschsprachigen Lied ist Mey eine feste Größe. Seine Nähe zur französischen Chanson-Tradition ist bekannt. Er hat dort gelernt, wie die kleine Form groß wirken kann. Dazu kommt die deutsche Lust am genauen Wort. Aus beidem entsteht seine eigene Art. Sie ist nie modisch. Sie ist im besten Sinn altmodisch modern. Diese Edition zeigt, wie stabil dieses Konzept ist. Über Jahrzehnte trägt es. Auch in den politischen Stücken bleibt die Sprache präzise. Das ist kein Parolenwerk. Es ist ein Werk der Haltung.

Die vierte CD vertieft das noch einmal. Sprachen wechseln, doch das Ethos bleibt. So wird die Sammlung zum Beleg für kulturelle Offenheit. Sie zeigt, wie Austausch gelingt. Sie zeigt auch, wie das eigene Idiom dabei gewinnt. In dieser Perspektive wirkt Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart wie ein Lehrstück für poetische Souveränität.

Hörerführung: Wie Sie die Sammlung am besten erleben

Sie können die Box linear hören. Dann entfaltet sich die ganze Dramaturgie. Sie können auch thematisch springen. Humor, Protest, Familie, Reise. Jede CD bietet dafür Einstiegspunkte. Für einen ersten Abend empfiehlt sich CD 1 als Türöffner und CD 3 für die Tiefe. An einem ruhigen Morgen passt CD 2. Für einen weiten Blick eignet sich CD 4. Hören Sie verschiedene Lautstärken. Leise für die leisen Lieder. Etwas lauter für die Live-Momente. Und lassen Sie Pausen. Die Texte wollen wirken. Diese Art des Hörens macht die Sammlung reich.

Ob Sie seit Jahren Fan sind oder neu beginnen, es lohnt sich. Der Mehrwert liegt in der Ordnung, nicht nur im Inhalt. Genau darin liegt die Stärke von Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Edition, Booklet und Kontext

Eine Werkschau dieser Größe lebt auch vom Rahmen. Das Booklet liefert Daten und Einordnung. Es hätte noch mehr Hintergründe liefern können. Doch es vermeidet Überfrachtung. Bilder und kurze Texte lassen Raum. Sie greifen einzelne Epochen heraus. Das passt zum schlichten Gestus der Musik. Die Gestaltung der Box ist unaufdringlich. Sie setzt auf Klarheit, nicht auf Effekte. So fügt sich alles zu einem Bild. Die Musik steht im Vordergrund. Das sollte bei einer solchen Sammlung so sein.

Die Datierung auf 2003 macht zudem Sinn. Nach vielen Alben und Touren war damals ein guter Zeitpunkt. Es war ein Moment der Bilanz. Zugleich blieb der Blick nach vorn offen. Genau diese Mischung atmet Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart.

Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart: der Titel als Programm

Der Titel ist lang. Er ist bewusst gesetzt. „Über den Wolken“ steht für Weite und Freiheit. „Vier Jahrzehnte“ nennen den Umfang. „Von Orpheus bis Rüm Hart“ spannt den Bogen von Mythos zu Motto. Dazwischen liegt ein Leben in Liedern. Titel und Inhalt passen zusammen. Sie geben der Sammlung Haltung. Sie zeigen Selbstbewusstsein, aber keine Pose. Es ist ein Bekenntnis zur eigenen Geschichte.

Gerade die beiden Eckworte „Orpheus“ und „Rüm Hart“ sind klug. Sie stehen nicht für einzelne Songs allein. Sie stehen für Haltungen. Für den Anfangswunsch, der treu blieb. Und für die weite Brust, die nötig ist, wenn man so lange singt. Darum trägt diese Edition ihren Namen mit Sinn. Sie wissen, was Sie bekommen, wenn Sie Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart in die Hand nehmen.

Für wen ist diese Werkschau?

Wenn Sie Mey neu entdecken, ist dies ein idealer Einstieg. Sie hören viele Facetten. Sie hören, warum dieser Sänger so prägt. Wenn Sie alles kennen, finden Sie hier eine neue Ordnung. Sie hören alte Lieder in neuem Licht. So oder so: Die Sammlung belohnt Aufmerksamkeit. Sie ist nicht nur eine Best-of. Sie ist ein Statement. Sie ist eine Einladung, genauer zu hören. Und sie ist ein Stück Kulturgeschichte im Hosentaschenformat.

Damit eignet sich die Box auch als Geschenk. Für Menschen, die Sprache lieben. Für Menschen, die leise Töne schätzen. Für Menschen, die Musik als Gespräch sehen. In dieser Funktion wirkt Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart über die reine Musik hinaus.

Fazit: Eine Landkarte der Lieder, die bleibt

Am Ende dieser vier CDs bleibt der Eindruck großer Sorgfalt. Nichts ist beliebig. Alles hat seinen Platz. Die Musik wirkt zeitlos. Die Texte klingen nach. Die Stimme bleibt im Raum. Sie haben gelacht, nachgedacht und vielleicht auch geschwiegen. So muss eine Werkschau sein. Sie soll nicht ersetzen, was an Alben fehlt. Sie soll bündeln, was trägt. Diese Sammlung tut genau das.

Wenn Sie sie ins Regal stellen, steht dort ein Wegweiser. Sie können jederzeit neu aufbrechen. Ein anderes Lied wählen. Eine andere Stimmung suchen. Die Box wird Sie nicht enttäuschen. Sie hält, was der Titel verspricht. Und dieser Titel hat Gewicht: Reinhard Mey Über den Wolken - Lieder aus 4 Jahrzehnten von Orpheus bis Rüm Hart. Diese Werkschau zeigt, wie Lieder zu Lebensbegleitern werden.

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