Letztes Update: 30. Dezember 2025
Der Artikel stellt die Sammlung 'Gehen unsere Träume durch mein Lied' von Franz Josef Degenhardt vor und würdigt sie kritisch. Er analysiert Schlüsselstücke, politische Botschaften und die stilistische Entwicklung von 1963 bis 2008 und gibt Hörtipps.
Dieses Album schlägt eine Brücke über 45 Jahre Liedgeschichte. Es trägt schwer an Erinnerung, aber es wirkt leicht. Der Titel ist zugleich Programm und Versprechen. Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 erschien am 2. Dezember 2011. Es stellt ein Werk vor, das die Bundesrepublik begleitet hat. Von der Nachkriegszeit bis zur globalisierten Gegenwart.
Sie bekommen hier keinen bloßen Querschnitt. Sie bekommen eine Erzählung in Etappen. Jede CD setzt einen Ton, jede Folge öffnet ein anderes Fenster. So entsteht ein Gedächtnis, das singt und fragt. Es blickt zurück und bleibt wach.
Die Auswahl fällt großzügig und klug aus. Bekannte Stücke stehen neben späten Perlen. Die Geste ist klar: Es geht um Haltung. Es geht um Figuren, um Widerspruch, um Trost. Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 bindet diese Haltungen zu einem Bogen. Er hält.
Eine Werkschau kann trocken sein. Diese ist es nicht. Der Aufbau wirkt wie ein Roman in vier Kapiteln. Der erste Teil führt in die Welt des Autors. Der zweite vertieft das politische Feld. Der dritte streut Intimes, ironisch gebrochen. Der vierte zieht Bilanz und lässt Luft. Die Struktur lädt Sie ein, nicht nur zu hören. Sie lädt ein, mitzudenken.
Das Cover, die Jahreszahlen, die Folgestellung: Alles deutet an, dass hier Zeit selbst das Thema ist. Das Album zeigt, wie Lieder altern. Manches reift. Manches schneidet heute noch schärfer. Der Faden ist der Tonfall des Autors. Er ist gelassen, aber nie gleichgültig.
Ein Satz muss hier schon fallen: Das Politische trägt, weil das Konkrete stimmt. Darum lässt sich diese Sammlung gut durchhören. Darum wirkt Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 als Einheit, und nicht als Kiste mit Fundstücken.
Vier Jahrzehnte sind im Studio eine Ewigkeit. Man hört andere Mikrofone. Man hört andere Mischungen. Und doch bleibt der Kern gleich. Die Stimme steht vorn, die Gitarre trägt. Die Arrangements sind meist sparsam. Wo Ensembles einsetzen, stützen sie die Geschichte. Nichts protzt. Nichts lenkt ab.
Sie können sich tragen lassen. Die älteren Aufnahmen haben Patina. Die jüngeren klingen offener. Das passt. Es passt, weil die Lieder den Raum brauchen. Sie erzählen, sie malen, sie richten an. Das Ohr findet Halt am Text. Die Sprache bleibt die Bühne, nicht der Hall.
Der Klang ist nicht spektakulär, aber präsent. Das ist die Stärke. Diese Zurückhaltung macht die Sammlung sehr langlebig. Auch darum empfiehlt sich Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 als Einstieg für neue Hörerinnen und Hörer.
Sie finden hier Wut, Witz und Wärme. Sie finden Figuren, die Sie kennen, obwohl sie erfunden sind. Und Sie finden eine Frage, die nicht vergeht: Wie bleibt man anständig in harten Zeiten? Der Autor verwechselt Anstand nicht mit Milde. Er ist zart, wenn es um Menschen geht. Er ist hart, wenn es um Systeme geht.
Die Stücke sprechen von Arbeit, von Verrat, von Loyalität. Sie sprechen von Kneipen, von Küchen, von Straßen. Auf diesen Bühnen spielt das Leben, nicht die Theorie. So schaffen die Lieder Halt in Unruhe. Sie fordern auf, zu widersprechen. Genau das macht Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 so lebendig.
Die erste CD öffnet mit „Rumpelstilzchen“. Das ist ein Programmstück. Es dreht ein Märchen um und zeigt Machtspiele. „Weintrinker“ führt in ein Milieu aus Sehnsucht und Pose. Dann kommt das Stück, das den Autor berühmt machte: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“. Es steht heute noch so scharf da wie damals. Es zeigt die Angst vor dem Abstieg. Es zeigt den Mut, sich nicht zu fügen.
„Deutscher Sonntag“ und „Wölfe mitten im Mai“ spannen den Bogen aus Alltag in Alarm. Es brodelt im Land, doch das Leben muss weiter. „Horsti Schmandhoff“ kommt als Groteske daher. Aber die Pointe beißt. Die Sprache bleibt knapp. Der Ton ist klar. In dieser Dichte liegt die Kraft der frühen Jahre.
Wer hier einsteigt, spürt die DNA des Werks. Die Stücke sind Bilder. Es sind kleine Filme für das Ohr. Darum trägt Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 schon in der ersten Folge weit.
Degenhardt erfindet Menschen, die leuchten oder frieren. „Tonio Schiavo“ arbeitet mit feinem Strich. „Tante Th’rese“ kommt bunt und traurig daher. „Notar Bolamus“ zeigt die feiste Seite der Macht. Es ist Komik im Text. Es ist Ernst in der Sache. Diese Spannung hält wach. Sie hören zu, weil Sie wissen wollen, wie es ausgeht. Doch am Ende bleibt die Frage bei Ihnen.
Bemerkenswert ist die Wärme für gebrochene Figuren. „Väterchen Franz“ und „Vatis Argumente“ führen in das Erbe der Väter. Da schwingen Liebe und Last mit. Sie hören Zärtlichkeit ohne Kitsch. Solche Lieder wirken lange nach. Sie sind leise, aber hartnäckig.
Dieses Erzählen ist die große Stärke. Es macht den Autor zum Romancier im Dreiminutenformat. So bindet Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 die Hörerinnen und Hörer an Geschichten, nicht nur an Thesen.
Die zweite CD zieht die Schraube an. „P. T. aus Arizona“ spielt mit Fernsicht und Nähe. „Entschuldigung eines alten Sozialdemokraten“ legt den Finger in die Wunde. „Fast autobiographischer Lebenslauf eines westdeutschen Linken“ erzählt von Wegen und Irrwegen. Diese Balladen lehren ohne Dozentenpose. Sie fragen, sie prüfen, sie zeigen, was es kostet.
„Befragung eines Kriegsdienstverweigerers“ ist dicht und ruhig. Es baut Spannung mit stillen Mitteln. „Sacco und Vanzetti“ setzt den Blick über den Atlantik. „Ballade von Joß Fritz“ greift tief in die Geschichte. Der Faden bleibt politisch, doch der Ton bleibt menschlich. Man hört Schicksale, nicht Schlagworte.
Wer solche Lieder heute hört, erkennt Muster und Brüche. Darin liegt der Nutzen dieser Sammlung. Sie stellt Trennlinien in Frage. Sie lädt zum zweiten Hören ein. Genau so wächst Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 über sein Archiv hinaus.
Die dritte CD balanciert Öffentlichkeit und Privatheit. „Wildledermantelmann“ nimmt Lifestyle aufs Korn. „Unser Land“ tastet am Begriff Heimat entlang. „Du bist anders als die Anderen“ ist eine Liebesgeschichte mit Randnotiz. Sie ist zärtlich, aber nie blind.
„Die Lehrerin“ hält die Waage aus Nähe und Respekt. „Junge Paare auf Bänken“ beobachtet still. „Trink aus, Katrin“ klingt nach Kneipenlicht und Morgenluft. Die Arrangements öffnen das Fenster. Ein Hauch Tango hier, ein Rondo dort. Die Vielfalt bleibt im Rahmen. Alles dient dem Wort.
Mit dieser Folge schlägt die Sammlung einen neuen Ton an. Sie zeigt, wie breit das Werkzeug des Autors ist. Damit macht Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 die eigene Welt noch einmal größer.
Die vierte CD spricht vom Später. „Rosen im Schnee“ ist ein Lied mit Licht. „Wer jetzt nicht tanzt“ trägt Funkeln und warnende Hand. „Botschaft an eine Enkelin“ ist genau, liebevoll, weise. Da spricht kein Prediger. Da spricht ein Großvater mit Blick auf die Zukunft.
„Wer zu spät kommt“ hält den Puls flach und den Blick scharf. „Weiter im Text“ klingt wie ein Motto. „Kirschenzeit“ schwingt mit Sommer und Abschied. Hier finden Sie Bilanz ohne Pathos. Es ist ein mildes Spätwerk, das nicht weich wird. Es bleibt klar und wach.
Diese Ruhe nach langen Jahren ist ein Gewinn. Sie lässt Sie anders hören, was davor klang. In dieser Folge schließt sich der Kreis. So gewinnt Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 am Ende noch einmal an Tiefe.
Degenhardt schreibt knapp. Er pflegt klare Bilder. Er liebt die kleine Pointe. Er misstraut der Parole. Das macht seine Lieder gut lesbar und gut singbar. Die Stimme ist nicht nur Träger. Sie ist Werkzeug. Sie schneidet, wenn sie muss. Sie streichelt, wenn sie kann.
Der Humor ist feucht und trocken zugleich. Er glitzert kurz, dann trifft er. Das trägt über Jahrzehnte. Denn die Mode des Wortes vergeht schnell. Der Klang der Wahrheit hält länger. Genau diese Qualität macht diese Sammlung wertvoll. Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 zeigt diese Qualität in vielen Facetten.
Die Folgeordnung ist durchdacht. Längere Balladen stehen neben kürzeren Stücken. Nach dichter Politik kommt ein Fenster auf. Dann kehrt die Ballade zurück. So entsteht Rhythmus. Sie halten die Spannung ohne Müdigkeit. Das ist selten bei großen Werkschauen.
Die Übergänge stimmen oft im Detail. Ein Motiv hier, ein Gegengewicht dort. Mal bildet eine Figur den Wegweiser. Mal baut eine Stimmung die Brücke. Sie merken beim Hören: Das ist mehr als Archivarbeit. Es ist ein Arrangement der Zeit. Darin liegt der editorische Mehrwert.
Darum lohnt auch das Hören am Stück. Es zeigt den Atem des Ganzen. Und es zeigt, warum Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 nicht nur sammelt, sondern erzählt.
Keine Sammlung kann alles enthalten. Das ist die Regel. Auch hier gab es Grenzen des Umfangs. Die Entscheidung, Biografisches neben Historischem zu betonen, überzeugt. Die Mischung aus großen Titeln und leisen Fundstücken ebenso. Wer absolut jede Lieblingsnummer sucht, wird auch hier nicht alles finden. Doch das Konzept bleibt stimmig.
Bemerkenswert ist der Raum für späte Lieder. Das bricht mit der gängigen Praxis, den Glanz der frühen Jahre nach vorne zu stellen. Es würdigt das ganze Werk. Das ist fair. Es ist auch klug. Denn so zeigt sich Reife, nicht bloß Ruhm.
Unterm Strich überwiegen die Stärken. Der Blick ist weit, der Fokus bleibt scharf. So erfüllt Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 den Anspruch, ein Werk im Kontext zu zeigen.
Die Lieder sprechen in eine Zeit der Unruhe. Sie reden von Arbeit, Wohnung, Angst, Mut. Sie fragen nach Haltung, nicht nach Zynismus. Das ist der Punkt. Zynismus unterhält kurz. Haltung trägt weit. Darum klingen diese Stücke nicht alt. Sie klingen notwendig.
Sie können diese Sammlung hören wie ein Gespräch. Es ist ein Gespräch über Verantwortung. Über Freundschaft. Über Würde. Und über die Frage, was der Einzelne tun kann. Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Aber es gibt gute Geschichten. Genau die bietet Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 im Überfluss.
Wenn Sie den Autor kennen, finden Sie hier einen Spiegel. Er ist freundlich, aber ehrlich. Wenn Sie neu sind, ist dies ein guter Einstieg. Die Auswahl ist breit. Sie zeigt die Bandbreite des Tons, ohne zu überfordern. Sie lernen den Erzähler, den Satiriker, den Liebenden kennen. Und Sie hören eine Stimme, die nah bleibt.
Auch für Hörerinnen und Hörer, die Chanson lieben, ist dies spannend. Die Balance von Text und Melodie ist fein. Es gibt keine Schaustücke fürs Rampenlicht. Es gibt viele kleine Wunder für die zweite Reihe. So wächst das Album mit jedem Hören.
Wer politisches Lied meidet, will oft nicht belehrt werden. Gute Nachricht: Hier belehrt niemand. Hier erzählt jemand. Das macht den Unterschied. Und das macht Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 zu einer Einladung, keine Predigt.
„In den guten alten Zeiten“ klinkt sich in die Nostalgie ein und widerspricht ihr im selben Atemzug. Das ist klug, weil die Erinnerung gern schummelt. „Feierabend“ fängt einen kurzen Moment der Ruhe. Dieser Moment trägt den ganzen Tag. „Wenn der Senator erzählt“ seziert die Rhetorik der Macht. Leise, aber scharf.
„Zündschnüre Song“ klingt fast wie ein Lehrstück. Doch die Lehre flüstert. „Ballade vom verlorenen Sohn“ ist breit, aber nie schwer. „Arbeitslosigkeit“ packt das Thema ohne Flucht. Hier zeigt sich Mut zur Härte. Auch solche Stücke brauchen Sie, wenn Sie ein Land verstehen wollen.
Die hohe Kunst liegt im Detail. Eine kleine Wendung, ein falscher Freund, ein Tonwechsel. Schon öffnet sich ein Bild. Solche Momente summieren sich. Am Ende steht ein Panorama. Genau dieses Panorama leistet Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 über vier CDs hinweg.
Die Melodien bleiben nah am Text. Sie tragen, sie halten, sie drücken nicht. Wenn ein Chor kommt, kommt er kurz. Wenn das Tempo steigt, dann aus der Sache. Nie aus Effekt. Diese Zurückhaltung ist keine Armut. Sie ist eine Wahl. Sie lässt das Wort im Fokus.
Gleichzeitig gibt es feine Kontraste. Ein Tango unterläuft die Ironie. Ein Pastorale bürstet die Idylle gegen den Strich. Das ist klug gesetzt. Es verschiebt die Perspektive. So erzählt die Musik mit. Sie wird nicht bloß Begleitung.
Die Balance klappt auf ganzer Strecke. Auch darin liegt die Qualität dieser Edition. Deshalb können Sie Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 laut hören, leise hören, nebenbei hören oder ganz in Ruhe.
Diese Sammlung ist nicht nur Erinnerung. Sie ist Arbeitsmittel für Ihr Denken. Sie ist Trostspender für schwere Tage. Sie ist Anlass, die eigene Position zu prüfen. Das gelingt, weil die Lieder nicht predigen. Sie laden ein. Sie lassen Platz.
Als Kritik bleibt zu sagen: Die Stärke liegt in der Linie, nicht in jedem einzelnen Track. Es gibt Stücke, die vor Ort wirken, und andere, die als Knotenpunkt tragen. Doch genau diese Mischung braucht eine große Werkschau. So kann sie viele Wege öffnen.
Wenn Sie ein Album suchen, das Geschichte singt und Gegenwart prüft, sind Sie hier richtig. Franz Josef Degenhardt Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008 ist eine Einladung zum Hören, Denken, Sprechen. Nehmen Sie sich Zeit. Sie werden sie gut investieren.
Franz Josef Degenhardt hat mit seinem Album "Gehen unsere Träume durch mein Lied: Ausgewählte Lieder 1963–2008" ein beeindruckendes Werk geschaffen. Die Sammlung zeigt die Vielfalt und Tiefe seiner Musik. Wenn du mehr über seine Schaffenszeit erfahren möchtest, empfehle ich dir den Artikel "Franz Josef Degenhardt Durch die Jahre: Ausgewählte Lieder von 1965-1980". Dort findest du weitere Einblicke in seine frühen Werke.
Ein weiteres bemerkenswertes Album, das du nicht verpassen solltest, ist "Gerhard Gundermann Live im Tränenpalast". Gerhard Gundermann, ein Zeitgenosse Degenhardts, bietet eine ebenso tiefgründige und bewegende Musik. Diese Live-Aufnahme zeigt seine Fähigkeit, das Publikum zu fesseln und Emotionen zu transportieren.
Für eine umfassende Perspektive auf das Genre des Chansons und seine Entwicklung in Deutschland, empfehle ich dir den Artikel "Deutscher Chanson Geschichte". Dieser Überblick hilft dir, die historischen und kulturellen Einflüsse zu verstehen, die Künstler wie Franz Josef Degenhardt geprägt haben.