Logo von Chansonnier - das Magazin ĂŒber Liedermacherei
Reinhard Mey: Bunter Hund – Albumkritik und HintergrĂŒnde

Reinhard Mey Bunter Hund – Rezension, Highlights und Bewertung

Letztes Update: 06. Dezember 2025

Der Artikel stellt Reinhard Meys Album 'Bunter Hund' vor, analysiert Songs, Texte und Arrangements. Sie lesen eine ehrliche Kritik, erfahren, welche StĂŒcke hervorstechen, wie Produktion und Stimme wirken und ob das Album ĂŒberzeugt.

Reinhard Mey Bunter Hund – ein spĂ€tes MeisterstĂŒck ĂŒber NĂ€he, Mut und die Kunst des leisen Hinsehens

Ein Album zwischen Bilanz und Aufbruch

Als dieses Album am 3. Mai 2007 erschien, war sein Autor lĂ€ngst eine Institution. Und doch wirkt es frisch, fast wie ein Neubeginn. Reinhard Mey Bunter Hund nimmt den vertrauten Ton des Liedermachers und fĂŒhrt ihn in eine offene, warme SphĂ€re. Das Werk schaut zurĂŒck. Es schaut aber auch nach vorn. Es wird persönlich, ohne privatistisch zu werden. Es bekennt Farbe, ohne zu belehren. Sie werden merken: Das ist keine Platte, die LĂ€rm macht. Das ist eine Platte, die Raum schafft.

Der Rahmen ist klar: 13 StĂŒcke, Digital Media als Format, ein konzentriertes Programm. Die Laufzeiten sind großzĂŒgig. Viele Songs nehmen sich mehr als fĂŒnf Minuten Zeit. In dieser Ruhe entfaltet der ErzĂ€hler seine Kraft. Reinhard Mey Bunter Hund atmet wie ein gut geschnittenes TheaterstĂŒck. Es gibt Auftakt, Wendung, Zwischenlicht und Finale. Nichts hetzt. Alles hat Platz.

Der Klang: WÀrme, Luft und eine Stimme, die trÀgt

Die Produktion setzt auf akustische NÀhe. Gitarre und Stimme stehen im Mittelpunkt. Dezente Streicher, weiche BlÀser, kleine rhythmische Tupfer. Mehr braucht es nicht. Der Mix lÀsst Luft. Sie hören die Finger auf dem Griffbrett. Sie hören den Atem vor einer Zeile. Dieses Handwerk passt. Reinhard Mey Bunter Hund vertraut auf Klarheit. Es gibt keinen bombastischen Hall. Es gibt keine Effekte, die vom Kern ablenken. Die Songs wirken wie GesprÀche am spÀten Abend. Das Ohr darf sich ausruhen.

Die Stimme ist reif, doch biegsam. Sie trÀgt die Nuancen. Ironie, Staunen, Melancholie, sanfter Trotz. Viele Silben fallen weich. Einige sitzen scharf. So entsteht Dynamik ohne laute Spitzen. Das ist alte Schule und aktuelles Statement zugleich.

Die Klammer: Erinnerung, Familie, Gesellschaft

Was hĂ€lt das Album zusammen? Drei große Themen: der Blick auf Kindheit, die Zartheit von Familie, und der klare Blick auf Macht und Moral. Reinhard Mey Bunter Hund baut eine Dramaturgie. Erst kommt ein Blick zurĂŒck auf die frĂŒhe Zeit. Dann folgt der rohe Alltag. Dann erscheint das poetische Gegenlicht, das vieles mildert. Am Ende steht ein Ort der Gemeinschaft. Diese Bogenlinie macht das Hören stimmig. Sie gibt Halt, auch wenn die Motive wechseln.

Sie dĂŒrfen hier lachen. Sie dĂŒrfen auch schwer schlucken. Beides gehört zusammen. Dieses Gleichgewicht ist der Grund, warum die Platte ĂŒber den Moment hinaus trĂ€gt.

Kindheit als SchlĂŒssel: „Sommer ’52“ und „Drei Kisten Kindheit“

Das Album öffnet mit „Sommer ’52“. Es ist ein Start mit weichem Fokus. Der Song schildert frĂŒhe Erinnerungen. Er erzĂ€hlt von HĂ€usern, Höfen, GerĂŒchen. Nichts wird verklĂ€rt. Doch es glimmt WĂ€rme in jeder Zeile. Das Timing ist langsam, fast filmisch. Die Gitarre hĂ€lt die Bilder fest. Hier beginnt die Reise in die eigene Form von Heimat. Reinhard Mey Bunter Hund deutet gleich hier an, wohin der Ton zielt: zu leichten Worten ĂŒber schwere Dinge.

„Drei Kisten Kindheit“ trĂ€gt denselben Faden weiter. Der Titel schafft sofort ein Bild. Was bleibt vom Anfang des Lebens? Dinge, die rascheln. Fotos, die riechen. Kleine SchĂ€tze, die noch leuchten. Der Song spielt mit Haptik und Licht. Er ist sehr sinnlich und zugleich prĂ€zise. Wer je Dachbodenfunde sortiert hat, findet sich hier wieder. Das ist die Kunst dieser Platte. Sie lĂ€dt Sie ein, Ihr eigenes Archiv zu öffnen.

Außenseiter und Haltung: das TitelstĂŒck „Bunter Hund“

Der Namenssong ist mehr als ein Motto. Er ist ein Kompass. Er fragt: Wann wagen wir das Eigene? Wann sagen wir Nein zum Strom? Ein „bunter Hund“ fĂ€llt auf. Er passt nicht in graue GĂ€nge. Der Ton ist milde, aber fest. Die Melodie ist hell, doch sie brennt nach. Hier benennt Reinhard Mey Bunter Hund eine Haltung: freundlich, frei, unbestechlich. Kein Pathos, kein LĂ€rmen. Stattdessen ein freundliches Beharren.

Ihr Nutzen als Hörerin oder Hörer? Inspiration. Sie spĂŒren, dass Nonkonformismus leise sein kann. Und dass er gerade deshalb wirkt. Der Titel verleiht dem Album einen Kern aus Mut. Er macht die Platte zu mehr als einer Sammlung. Er macht sie zu einem Bekenntnis.

Macht und Moral: „Der Fischer und der Boss“

Sechs Minuten Ballade, straff erzĂ€hlt. Ein Fischer und ein Boss stehen sich gegenĂŒber. Zwei Welten, zwei Takte, zwei Lebenswerte. Der Text fĂŒhrt sie ohne Zynismus zusammen. Er schafft Spannung aus Details, nicht aus LautstĂ€rke. Die Gitarre pulst, wie eine leise See. Der Song zeigt die StĂ€rke des ErzĂ€hlers: Er moralisiert nicht. Er zeigt. Und das reicht. Sie hören die Entscheidung in den Bildern. Und Sie spĂŒren, wie die Musik die Worte trĂ€gt.

Hier wird Reinhard Mey Bunter Hund sozial, ohne zur Parole zu greifen. Das ist wichtig in einer Zeit globaler Verdichtung. Wer arbeitet, wer verfĂŒgt, wer genießt? Die Geschichte wirft diese Fragen sacht in Ihr Ohr. Sie gehen mit ihnen weiter.

Humor als Ventil: „Ich bin verliebt in meine SekretĂ€rin“ und „Ich brauche einen Sommelier“

Humor in dieser Platte ist leicht, aber nie flach. Der SekretÀrinnen-Song hebt das Spiel mit Klischees auf einen sanften Ton. Der Text bringt Pointe und Scham in Balance. Es ist kein Spott. Es ist ein liebevoller Blick auf SchwÀche und Rolle. Sie schmunzeln, weil Sie es kennen. Und Sie schmunzeln ohne schlechtes Gewissen.

„Ich brauche einen Sommelier“ treibt das Spiel weiter. Hier wird Hochkultur mit Alltag verknĂŒpft. Die Geste des Kenners trifft die Unsicherheit des Normalen. Es ist ein kleines KabinettstĂŒck. Der Witz sitzt im Timing, nicht im Krawall. Solche StĂŒcke setzen Pausen im Albumfluss. Sie lĂŒften die schweren Themen. So gewinnt Reinhard Mey Bunter Hund rhythmische Vielfalt, ohne BrĂŒche zu riskieren.

Berlin als BĂŒhne: „Friedrichstraße“ und „Schraders Filmpalast“

Die Stadt vibriert in diesen Liedern. „Friedrichstraße“ malt einen Streifen aus Licht und Schatten. Menschen ziehen vorbei, jeder mit seinem Grund. Die Musik geht in langen Bögen. Sie trĂ€gt das Bild wie eine Kamerafahrt. Der Song hĂ€ngt am Detail, nicht am Postkartenblick. Sie spĂŒren das Pflaster. Sie sehen die Gesichter. Hier ist der Reporter am Werk, der Sie mit stillem Blick an die Hand nimmt.

„Schraders Filmpalast“ fĂŒgt ein weiteres Bild hinzu. Nostalgie, aber ohne SentimentalitĂ€t. Ein Ort, der Gemeinschaft schafft. Ein dunkler Saal, ein helles Rechteck, ein kurzer Rausch. Dann zurĂŒck auf die Straße. Die Ballade zeigt das alte Band zwischen Kino und Lied. Sie erzĂ€hlt mit Licht. Auch hier gelingt dem Album die Balance aus NĂ€he und Distanz. Berlin ist nicht nur Ort. Es ist auch Zustand. Reinhard Mey Bunter Hund findet dafĂŒr einen Ton, der trĂ€gt.

Familie im Fokus: „Große Schwester“, „Kai“, „Drei Jahre und ein Tag“

Man sagt, das Persönliche sei politisch. Hier ist es vor allem menschlich. „Große Schwester“ ist eine warme Skizze. Sie feiert FĂŒrsorge und Reibung. Sie zeigt, wie Geschwisterliebe atmet. Der Refrain wirkt wie ein Arm, der sich legt. Keine Pose, keine Last. Nur NĂ€he.

„Kai“ ist intimer. Der Name stellt sofort einen Menschen in den Raum. Der Text zeigt kaum Kulissen. Er bleibt am GegenĂŒber. So entsteht ein PortrĂ€t, das Sie nicht wieder vergessen. Ein leiser Refrain, eine klare Melodie. Es bleibt viel Luft zwischen den Tönen. Diese Luft ist wichtig. Sie gibt Ihnen Zeit zum Mitdenken.

„Drei Jahre und ein Tag“ rundet diesen Kreis. Der Song rechnet nicht. Er erzĂ€hlt. Er misst den Wert von Zeit ohne Uhr. Hier wird das Album am zartesten. In solchen Momenten erfĂŒllt Reinhard Mey Bunter Hund sein Versprechen: Er lĂ€sst das AlltĂ€gliche glĂ€nzen.

Fabeln und Feenstaub: „Wotan und Wolf“ und „Danke, liebe gute Fee“

Der Fundus an Motiven ist groß: Mythos, MĂ€rchen, moderne Parabel. „Wotan und Wolf“ setzt ein schweres Motiv. Doch die Musik bleibt gelenkig. Der Text spielt mit Rollen. Er zeigt, wie Macht Geschichten formt. Die Moral wĂ€chst aus der Szene. Sie fĂ€llt nicht von oben herab. So bleibt der Song offen fĂŒr Deutung.

„Danke, liebe gute Fee“ nimmt die andere Seite. Wunsch und Wunder, aber im Alltagston. Der Zauber ist klein und dadurch glaubhaft. Die Musik ist leicht, fast tĂ€nzerisch. Sie lĂ€cheln, und Sie fĂŒhlen doch einen Kloß im Hals. Denn hinter der Milde steckt Sehnsucht. Genau hier glĂ€nzt Reinhard Mey Bunter Hund. Es ist Poesie zum Anfassen.

Die Kunst des ErzÀhlens: Form, Struktur, Stimme

Wie schafft der SĂ€nger diese Wirkung? Mit Baukunst. Viele Songs beginnen mit einer Szene. Dann folgt eine kleine Drehung. Am Ende kommt ein Bild, das nachleuchtet. Keine komplizierten Metren. Kein sprachlicher Prunk. Die Sprache ist schlicht. Sie lĂ€sst Bilder arbeiten. Das ist hohe Schule. Sie erfordert Mut zur LĂŒcke. Sie lĂ€sst den Zuhörer mitgehen, nicht nur zusehen.

Auch die Reihung der StĂŒcke trĂ€gt. Nach einem schweren Thema kommt oft ein leichteres. Danach wieder Tiefe. Diese Wellen halten Sie wach. Sie verhindern MĂŒdigkeit bei 13 Titeln. So bleibt Reinhard Mey Bunter Hund bis zum Schluss gespannt.

Warum Reinhard Mey Bunter Hund heute noch wirkt

Zeitgeist vergeht. Haltung bleibt. Dieses Album hat Haltung. Es ist offen, freundlich, klar. Es denkt ĂŒber Arbeit, Liebe, Herkunft, Stadt und Mythos nach. Es bestĂ€tigt nicht nur, es prĂŒft. Es tröstet, ohne zu betĂ€uben. Darum bleibt es lebendig. Sie können es heute hören und finden sich darin wieder. Sie können es in zehn Jahren hören und finden Neues.

Das liegt auch am Ton. Keine modische Produktion, die alt wird. Kein Sound, der in einem Jahr stumpf wirkt. Akustische Instrumente altern gut. Eine klare Stimme altert noch besser. Reinhard Mey Bunter Hund hat beides.

Einordnung im Werk: SpÀte Reife, keine Routine

Wer den KĂŒnstler seit den frĂŒhen Alben kennt, erkennt Muster. Aber hier reift etwas. Der Humor ist milder, der Blick ist tiefer, die Sprache ist noch schlichter. Es gibt keine Manierismen, die stören. Es gibt keine AttitĂŒden, die MĂŒhe machen. Das Album ruht in sich. Dennoch ist es kein Komfort. Es fordert Aufmerksamkeit. Es fordert Empathie. Sie werden belohnt.

Auch die Auswahl der Themen wirkt kuratiert. Kein Song wirkt wie FĂŒllstoff. Selbst die scheinbar leichten Nummern halten den Spiegel. Das spricht fĂŒr die Konzentration der spĂ€ten Phase. Reinhard Mey Bunter Hund gehört daher zu den Alben, die den Kern des Oeuvres zeigen.

Detailblick: Harmonik, Phrasierung, das Kunsthandwerk dahinter

Die Harmonien sind meist klassisch, oft in Dur, mit sanften Nebenwegen. Kleine Mollschleifen setzen Schatten. Vorhalte und Umspielungen geben WĂ€rme. Nichts ist akademisch. Alles dient dem Text. Die Phrasierung zieht Silben auf. Sie setzt ZĂ€suren an Sinnstellen, nicht an Taktgrenzen. Diese Technik macht die Sprache musikalisch. Sie entsteht aus Erfahrung und Atemkontrolle.

Die Gitarrenarbeit ist sparsam, aber elegant. Fingerpicking statt Posen. Arpeggien statt Riffs. Leise BasslÀufe binden das Feld. So entsteht eine feine Grundlage, auf der jede Zeile sitzt. Reinhard Mey Bunter Hund zeigt damit, wie Liedkunst und Handwerk eins werden.

Die Dramaturgie der Laufzeiten: Zeit als Stilmittel

Viele Songs ĂŒberschreiten fĂŒnf Minuten. Das ist ein Risiko. Doch hier lohnt es sich. Die LĂ€nge schafft Raum fĂŒr Szene, Drehung, Einkehr. Der Hörer kann ankommen. Er muss nicht schnell urteilen. Die Musik fĂŒhrt ihn. In „Der Fischer und der Boss“ etwa steigert sich die Spannung in Wellen. In „Drei Jahre und ein Tag“ wĂ€chst das GefĂŒhl mit jeder Minute. Das braucht Zeit. Das bekommt Zeit. So bleibt das Ende stark.

Gleichzeitig gibt es kurze, pointierte StĂŒcke. „Ich bin verliebt in meine SekretĂ€rin“ bringt das Thema in unter drei Minuten auf den Punkt. „Sommer ’52“ hĂ€lt die Erinnerung kompakt. Dieses Wechselspiel hĂ€lt die Dramaturgie flexibel. Reinhard Mey Bunter Hund wird so nie zĂ€h.

Was das Album Ihnen heute geben kann

Sie finden hier Trost, wenn der Alltag brennt. Sie finden Anregung, wenn eine Entscheidung ansteht. Sie finden Bilder, die alte Wunden weicher machen. Sie finden Lachen, das nicht auf Kosten anderer geht. Das ist selten. Dieses Album schenkt es Ihnen. Es verlangt nur Ihr Ohr und etwas Zeit. Dann öffnet es sich, StĂŒck fĂŒr StĂŒck.

Gerade in der digitalen Gegenwart tut das gut. Das Format ist Digital Media. Der Klang bleibt aber analog im Herzen. Sie können die Platte streamen und trotzdem das GefĂŒhl eines Sofakonzerts haben. Reinhard Mey Bunter Hund zeigt, dass Technologie nicht KĂ€lte bedeuten muss.

StĂŒck fĂŒr StĂŒck: eine kurze Tour durch alle 13 Titel

1. „Sommer ’52“

Ein Start aus Licht, zart und klar. Das Leitmotiv Erinnerung wird gesetzt. Gitarre, Atem, Bild. Mehr braucht es nicht.

2. „Der Fischer und der Boss“

Ballade ĂŒber Arbeit und Wert. Der Dialog zwischen den Welten wird ohne Schaum gefĂŒhrt. Sie hören zu und entscheiden selbst.

3. „Wotan und Wolf“

Mythos trifft Gegenwart. Ein dunkler Ton, der sich nicht verliert. Der Song hÀlt Distanz und entfaltet Kraft.

4. „Bunter Hund“

Haltungslied mit freundlichem Mut. Ein sanfter Ruf zur EigenstÀndigkeit. Es wird nicht gerufen, es wird gesagt.

5. „Ich bin verliebt in meine SekretĂ€rin“

Komische Miniatur, elegant balanciert. Ein LĂ€cheln ohne Hieb. Timing ist hier der Star.

6. „Drei Kisten Kindheit“

Inventur der frĂŒhen Jahre. Dinge tragen Bedeutung. Der Song bringt sie zum Klingen.

7. „Drei Jahre und ein Tag“

Zeitskizze mit weichem Kern. Der Puls ist ruhig. Das GefĂŒhl wĂ€chst von Zeile zu Zeile.

8. „Danke, liebe gute Fee“

Leichtes MĂ€rchen im Alltagston. Ein StĂŒck Hoffnung mit Bodenhaftung. Es schwebt und steht zugleich.

9. „Ich brauche einen Sommelier“

Feinsinnige Satire auf Kennerposen. Der Spaß liegt in Bildern, nicht im Spott.

10. „Friedrichstraße“

Stadtpoesie mit langem Atem. Berlin wird zur Figur. Die Musik geht spazieren.

11. „Kai“

PortrÀt mit Namen. NÀhe ohne Kitsch. Ein Lied wie ein Blick, der bleibt.

12. „Große Schwester“

Familienbild in warmen Farben. Kleine Gesten sagen viel. Ein stilles Lob.

13. „Schraders Filmpalast“

Finale mit Licht im Dunkel. Ein Ort, an dem wir staunen. Danach hallt es nach.

Die Rezeption: leise Wirkung, lange Wirkung

Dieses Album brauchte keine lauten Schlagzeilen. Es fand seinen Weg in Herzen und Wohnzimmer. Viele Hörerinnen und Hörer berichten von stetiger Begleitung. Von Liedern, die in bestimmten Lebensmomenten zurĂŒckkehren. Das ist mehr als Hit-Logik. Das ist Kulturarbeit im besten Sinn. Reinhard Mey Bunter Hund erreicht das durch Ehrlichkeit, Formbewusstsein und Mut zur Stille.

In der Kritik wurde die Platte als reifes Werk gelobt. Die Vielfalt der Themen, die GĂŒte der Sprache, die innere Ruhe – das fiel auf. Heute lesen sich diese Urteile wie eine Einladung, den Schatz noch einmal zu heben.

Ein Wort zur Sprache: Klarheit als Stil

Die Texte nutzen kurze SĂ€tze, klare Bilder, sprechende Substantive. Es gibt Ironie, aber kein Versteckspiel. Es gibt GefĂŒhl, aber keine Überladung. Diese Klarheit macht die Lieder gut singbar und gut merkbar. Sie hilft beim Hören ohne Booklet. Sie hilft beim Denken zwischen zwei Haltestellen. Hier glĂ€nzt Handwerk. Es ist nicht spektakulĂ€r. Es ist zuverlĂ€ssig. Reinhard Mey Bunter Hund steht fĂŒr dieses Ideal.

Fazit: Ein Album, das Sie begleitet, statt Sie zu ĂŒberwĂ€ltigen

Wenn Sie eine Platte suchen, die Sie anschreit, sind Sie hier falsch. Wenn Sie eine Platte suchen, die Ihnen zuhört, sind Sie hier richtig. Dieses Werk ist eine Einladung. Es ist ein ruhiges GesprĂ€ch ĂŒber das, was zĂ€hlt. Kindheit, Familie, Mut, Arbeit, Stadt, MĂ€rchen, Zeit. Es ist ein Bekenntnis zur Freundlichkeit als Kraft. Das macht es groß.

Im Kern ist Reinhard Mey Bunter Hund ein Album ĂŒber das Menschsein im Alltag. Es fĂ€ngt Licht und Schatten ein. Es lĂ€sst Sie mit leichterem Herz zurĂŒck. Und es zeigt, dass die leisesten Töne oft die klarsten sind. Nehmen Sie sich Zeit. DrĂŒcken Sie Play. Und lassen Sie dieses GesprĂ€ch beginnen.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren

Das Album "Bunter Hund" von Reinhard Mey ist ein weiteres Meisterwerk des deutschen Singer-Songwriters. Wenn du ein Fan von Reinhard Mey bist, könnte dich auch die Kritik zu seinem Album Reinhard Mey MÀdchen In Den SchÀnken interessieren. Beide Alben zeigen die Tiefe und Vielseitigkeit seines musikalischen Schaffens.

Ein weiteres bemerkenswertes Werk von Reinhard Mey ist die Reinhard Mey Edition française volume 1. Diese Sammlung bietet eine einzigartige Perspektive auf seine französischsprachigen Lieder und zeigt eine andere Facette seines Talents. Auch hier wird die QualitÀt und Tiefe seiner Texte deutlich.

Wenn du dich fĂŒr die deutsche Singer-Songwriter-Szene interessierst, solltest du auch einen Blick auf Hannes Wader 7 Lieder werfen. Hannes Wader ist ein weiterer bedeutender KĂŒnstler, dessen Werke oft mit denen von Reinhard Mey verglichen werden. Beide KĂŒnstler haben die deutsche Musiklandschaft nachhaltig geprĂ€gt.