Letztes Update: 08. Februar 2026
In diesem Artikel stelle ich Stephan Sulke Best Of, Volume 2 vor, bewerte Songauswahl, Produktion und Sulkes StĂ€rken als Texter, hebe persönliche Favoriten hervor und nenne Kritikpunkte. Sie erfahren, welche Tracks besonders ĂŒberzeugen und fĂŒr wen das Album passt.
Wer Stephan Sulke kennt, weiĂ: Er singt nicht nur, er erzĂ€hlt. Er spitzt zu. Er lĂ€chelt, wenn er trifft. Das gilt auch fĂŒr eine Sammlung seiner stĂ€rksten Lieder. Genau hier setzt die Kompilation an, die 1997 erschien. Sie trĂ€gt einen nĂŒchternen Titel. Und doch ist sie ein Versprechen. Denn in Stephan Sulke Best Of, Volume 2 versammelt sich ein Panorama aus Witz, Wehmut und Widerhaken. Sie hören kurze StĂŒcke. Viele dauern keine drei Minuten. Und doch bleiben sie hĂ€ngen. Das ist seine Kunst.
Diese Auswahl wirkt wie ein intimes Bestiarium der Alltagssprache. Hier wird gedankt, gemotzt, geliebt, gegrĂŒbelt. Songs wie "Ich wollte Ihnen nur mal Danke sagen" oder "Mensch so ne ScheiĂe" zeigen das Spektrum. Von höflich bis heftig. Von Briefduft bis StraĂenstaub. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 ist darum auch eine Werkstatt. Sie sehen, wie ein Chansonnier aus einer Redewendung ein Bild macht. Und wie er Worte tanzen lĂ€sst.
Die zweite Best-of-Sammlung trĂ€gt eine eigene Logik. Sie ist kein Abklatsch. Sie setzt andere Akzente. Sie stöbert in Liedern, die Ihnen vielleicht entgangen sind. Oder die erst mit Abstand richtig glĂ€nzen. 1997 hatte Sulke schon viel erzĂ€hlt, gesungen, gefrotzelt. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 zieht daraus eine Leitlinie. Sie fĂŒhrt ĂŒber alltĂ€gliche Gesten, schrĂ€ge Figuren und feine BrĂŒche in der Tonlage.
Warum braucht es einen zweiten Band? Weil Sulkes Repertoire groĂ ist. Weil die Pointen viele Farben kennen. Und weil seine Lieder oft in Nuancen leben. Ein erster Ăberblick kann das nicht bewĂ€ltigen. Ein zweiter Blick rĂ€umt die ZwischenrĂ€ume auf. Er macht Platz fĂŒr die kleinen MeisterstĂŒcke. Und er zeigt, wie stark die kurzen Formen sein können.
Der Fokus dieser Sammlung liegt auf Knappheit. Sechzehn Titel. Viele unter drei Minuten. Das ist kein Zufall. Es ist Haltung. Jeder Song kommt auf den Punkt. Ohne Fett. Ohne Umweg. So trÀgt der Sampler einen festen Puls. Es knackt, es knistert, und dann ist Schluss. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 arbeitet dadurch mit Tempo. Sie hören ein Album, das Sie an die Hand nimmt. Es zeigt schnell, was es kann. Und dann wechselt es die Szene.
Die Titel wirken wie kurze ErzÀhlungen. Sie sind nah an der Sprache, die Sie kennen. Sie sind nahe an Gesten, die Sie tÀglich sehen. Das prÀgt die Wirkung. Der Charme entsteht nicht durch Pomp. Er entsteht durch Timing und Blick. Das fÀllt hier besonders auf, weil die Auswahl so kompakt ist.
Die Songs tragen einen warmen Ton. Akustische Gitarren, Tasten, sparsame Grooves. Nichts drĂ€ngt sich vor. Sulkes Stimme steht im Mittelpunkt. Sie ist klar. Sie lĂ€sst Raum fĂŒr kleine Gesten. Das passt zur Ironie und zur ZĂ€rtlichkeit, die oft in einer Zeile liegen. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 wirkt darum sehr direkt. Man fĂŒhlt sich nah am Sprecher. Fast wie in einer kleinen Bar. Das Licht ist gedimmt. Die Pointe kommt zum richtigen Zeitpunkt.
Der Klang ist geerdet. Kein ĂŒbertriebener Hall. Keine dicken Effekte. Es geht um Worte. Und um die Pausen dazwischen. Diese Schlichtheit ist kein Mangel. Sie ist Methode. So werden die Unterschiede der Lieder hörbar. Mal sanft, mal kantig. Immer nah an der Sprache.
Sulkes Witz ist zweischneidig. Er ist freundlich und frech zugleich. Er tröstet, indem er bohrt. Er spottet, indem er versteht. Das ist schwer zu balancieren. Hier gelingt es oft. Die Comictöne kippen nie in Klamauk. Die ernsten Töne bleiben leicht. Sie schmunzeln. Und plötzlich sind Sie getroffen. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 zeigt diese Kunst besonders gut. Durch die enge Folge der Pointen wÀchst der Effekt.
Sulke nutzt AlltagssĂ€tze als Sprungbrett. Aus "Nee FrĂ€ulein" wird ein kleines Theater. Aus "Mama" wird ein Spiegel. Aus "Liebe gibts im Kino" wird ein StĂŒck ĂŒber Sehnsucht und Schein. Die Sprache klingt einfach. Doch die Verdichtung ist klug. Sie hören doppelte Böden. Und Sie merken: Da hat jemand lang an der OberflĂ€che gefeilt.
Die Auswahl lÀdt zum Stöbern ein. Sie können einzelne Lieder aufschlagen wie Miniaturen. Jedes Lied hat eine Geste. Ein Thema. Ein Bild. Doch die Lieder reden auch miteinander. Sie zeigen Typen der Stadt. Sie zeigen RÀume, die wir kennen. Ein Kino. Ein Klassenzimmer. Eine Bushaltestelle. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 hÀlt diese kleinen RÀume offen. Wir gehen hinein. Und wenn wir wieder raus sind, bleibt etwas hÀngen.
Ein kurzes Lied. Ein höflicher Satz. Ein unscheinbarer Einstieg. Doch genau das ist klug. Ein Dank ist nie nur Dank. Er ist Erinnerung. Er ist Geste. Er ist ein StĂŒck NĂ€he. Sulke spannt daraus eine Szene. Die Musik trĂ€gt den Ton, der leise strahlt. So entsteht WĂ€rme. Und gleich zu Beginn zeigt Stephan Sulke Best Of, Volume 2 das zentrale Prinzip. Ein kleiner Satz. Eine groĂe Wirkung. Ein Saal voller Gesichter.
Der Titel lacht. Und doch ist es bitterernst. Schule ist hier auch ein Bild fĂŒr Dressur. FĂŒr Regeln, die nichts bedeuten. FĂŒr Noten, die von Leben nichts wissen. Das Lied ist schnell. Es hat Biss. Es wĂŒrzt die Kritik mit Charme. Damit kippt es nicht in Groll. Es bleibt verspielt. Und genau diese Mischung macht die Nummer stark. Im Fluss von Stephan Sulke Best Of, Volume 2 bringt das Tempo neuen Schwung. Und es hĂ€lt den Puls oben.
Figuren sind Sulkes Kern. Er zeichnet mit zwei Strichen. Und man sieht die Menschen vor sich. "Louise Meyer" ist eine Momentaufnahme. Sie ist schnell, kurz, prĂ€gnant. "Kleine Annabella" klingt wie eine Skizze, die plötzlich lebt. Aus Kosenamen wird ein RaumgefĂŒhl. Aus Alltagsdetails wĂ€chst ein Film. In Stephan Sulke Best Of, Volume 2 sind solche Miniaturen GoldstĂŒcke. Sie erweitern das Panorama. Sie zeigen neben den groĂen Themen die nahe Geste.
Liebe ist hier kein Zuckerguss. Sie ist ein kleines Ringen. Ein Kopfduell. Ein Herz, das stolpert. Sulke spielt mit Wiederholung. Er spielt mit der Verdrehung. Aus einem Bekenntnis wird ein Fragezeichen. Dann wieder ein LĂ€cheln. Es klingt leicht. Aber es kratzt an Eitelkeit und Angst. In der Folge der Platte bringen diese Lieder Ruhe und Offenheit. Sie zeigen, wie brechbar groĂe Worte sind. Auch hier zieht Stephan Sulke Best Of, Volume 2 die Kraft aus der KĂŒrze.
Manchmal braucht es harte Worte. Sulke nimmt sie in den Mund. Nicht, um zu pöbeln. Sondern, um nicht auszuweichen. "Mensch so ne ScheiĂe" ist ein Fluch als Form. Er fĂ€ngt den Moment, wenn nichts passt. "HaĂ und Krieg" dreht die Linse weiter. Weg vom Privaten. Hin zum groĂen Bild. Der Ton bleibt knapp. Die Musik bleibt direkt. Diese Lieder erden die Sammlung. Sie zeigen die SchĂ€rfe hinter dem Charme. So hĂ€lt Stephan Sulke Best Of, Volume 2 sein Gleichgewicht.
Mit 5:36 ist es das ausgreifendste StĂŒck. Hier darf die Musik atmen. Ein gröĂerer Bogen entsteht. Worte bekommen Nachklang. Das tut dem Album gut. Ein langer Schatten fĂ€llt zurĂŒck ĂŒber die kurzen Formen. So entsteht Tiefe. Die Balance stimmt. Man merkt: Sulke kann beides. Den Pfeil. Und den Bogen. Auch an dieser Stelle bestĂ€tigt Stephan Sulke Best Of, Volume 2 seine Dramaturgie. Kurze SchlĂ€ge. Dann ein weiter Kreis.
Die Reihenfolge der Titel wirkt bedacht. Es gibt Reibungen und kleine BrĂŒcken. Nach einem Witz folgt oft ein Fragezeichen. Nach einer Kante folgt WĂ€rme. Das hĂ€lt die Aufmerksamkeit wach. Und es vermeidet Monotonie. Ein Best-of kann sonst zum Abspulen werden. Hier bleibt es eine Reise. Gerade die kurzen Spielzeiten helfen dabei. Es ist wie ein Rundgang in vielen Zimmern. TĂŒren gehen auf. TĂŒren gehen zu. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 bleibt dabei stets in Bewegung.
Sie merken das beim Hören. Es gibt keine LÀngen. Doch es gibt Pausen. Ein Stichwort hallt nach. Eine Figur bleibt stehen. Dann geht es weiter. Diese Kinetik ist eine StÀrke der Auswahl.
Sulke singt in einem Ton, der Vertrauen schafft. Er spielt den Besserwisser nicht. Er spielt den Sucher. Das macht das Hören angenehm. Und es macht Platz fĂŒr Ironie. Die Band begleitet unaufgeregt. Es klingt handgemacht. Das Timing sitzt. Die Gitarre trĂ€gt. Die Tasten fĂŒgen Farbe hinzu. Hin und wieder blitzt eine Rhythmusfigur auf. Und zieht Sie in den nĂ€chsten Satz. In Stephan Sulke Best Of, Volume 2 fĂ€llt diese Disziplin auf. Nichts stiehlt der Stimme die Pointe.
Diese Ăkonomie ist Kunst. Gerade, wenn es um Lieder mit Wortwitz geht, droht der Sound zu voll zu sein. Hier nicht. Hier hilft die Leere. Sie lĂ€sst die Silben springen. Und die Pausen sprechen.
Die Veröffentlichung kam 1997. Das ist ein Abstand, der sortiert. Man hört die Siebziger und Achtziger durch die Produktion. Doch die Themen bleiben frisch. Der Ton altert nicht. Er bleibt neugierig. Er bleibt wach. Das gilt fĂŒr die höflichen Lieder. Und fĂŒr die ruppigen. So wird die Sammlung zum Fenster in eine Epoche. Ohne Nostalgiezwang. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 zeigt, wie aktuell ein guter Satz klingen kann. Auch nach Jahren.
Sie können dieses Album heute hören und finden sich wieder. In einem Stau. In einem Flur. In einem Blick. Das ist das Geheimnis des Chansons. Es ĂŒberlebt, wenn es die Welt beim Sprechen abholt.
Wenn Sie Sulke neu entdecken möchten, sind Sie hier richtig. Die StĂŒcke sind zugĂ€nglich. Sie sind kurz. Sie zeigen viele Facetten. Wenn Sie Sulke schon lange kennen, werden Sie Nuancen schĂ€tzen. Kleine Fugen im Humor. Kleine Schatten im Licht. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 taugt als Einstieg und als ErgĂ€nzung. Es ist ein Album fĂŒr Menschen, die Worte lieben. Und fĂŒr Menschen, die Lieder mögen, die nicht posaunen, sondern flĂŒstern.
Auch als Geschenk wirkt es. Es ist freundlich in der Geste. Und klug im Nachklang. Das ist eine schöne Kombination.
Ein zweiter Band steht stets im Schatten. Er muss begrĂŒnden, warum er da ist. Diese Auswahl tut das. Sie hat ein Profil. Sie setzt Schwerpunkte, die sich von einem ersten Ăberblick unterscheiden. Dabei vermeidet sie Wiederholung. Sie tritt nicht in die FuĂstapfen, sie zieht Nebenwege. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 gewinnt dadurch Eigenwert. Es klingt nicht wie Resteverwertung. Es klingt wie ein zweiter Aufschlag mit eigener Dramaturgie.
Das stÀrkt das Vertrauen. Es zeigt Respekt vor dem Katalog. Und es zeigt Respekt vor Ihnen als Hörer. Sie werden ernst genommen. Das hört man.
Ein Best-of ist immer Auswahl. Und Auswahl ist Verzicht. Manche werden einen Favoriten vermissen. Andere hĂ€tten sich eine andere Reihenfolge gewĂŒnscht. Auch lĂ€sst die KĂŒrze der Lieder kaum Raum fĂŒr neue Versionen oder Live-Bögen. Wer lange Spannungen sucht, findet sie nur selten. DafĂŒr ist das Material sehr dicht. Und manchmal wĂ€re ein Atemzug mehr schön gewesen. Trotz dieser Punkte bleibt der Gesamteindruck stark. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 bringt viel auf den Punkt. Doch es darf Ihnen gern zu schnell gehen. Dann hören Sie es noch einmal. Es hĂ€lt das aus.
Ein weiterer Punkt ist die klangliche Einheit. Sie ist StÀrke und Grenze zugleich. Sie gibt Halt. Doch sie birgt die Gefahr der Gleichförmigkeit. Wer hier Abwechslung will, hört genauer hin. In den Textfarben liegt die Vielfalt. Nicht im Bombast.
Was hĂ€lt diese Sammlung zusammen? Es ist die Art, wie Sulke Menschen ansieht. Mit GĂŒte. Und mit SchĂ€rfe. Ohne Zynismus. Ohne Kitsch. Er spĂŒrt den kleinen Riss im guten Ton. Er spĂŒrt die WĂ€rme im rauen Wort. Diese Haltung stiftet Einheit. Sie trĂ€gt Humor und Ernst gleich gut. In Stephan Sulke Best Of, Volume 2 ist das klar zu hören. Das macht die Auswahl robust. Sie wirkt wie aus einem Guss. Und doch wie eine Schale mit vielen Facetten.
Sie können jeden Song einzeln hören. Oder alle in einem Rutsch. Beides funktioniert. Das ist selten. Und es ist ein Zeichen fĂŒr kluge Kuratierung.
Diese Sammlung ist ein PlĂ€doyer fĂŒr das kurze Lied. Sie zeigt, wie stark zwei Minuten sein können. Sie zeigt, wie sehr ein feiner Blick trĂ€gt. 1997 schien es ein RĂŒckblick zu sein. Heute ist es ein LehrstĂŒck. In Timing. In Ton. In Text. Stephan Sulke Best Of, Volume 2 ist deshalb mehr als ein RegalstĂŒck. Es ist HandgepĂ€ck. Leicht, doch voll mit Geschichten. Sie brauchen keine groĂen Worte, um sich zu erinnern. Ein Satz reicht. Ein Klang reicht. Ein Grinsen reicht.
Wenn Sie einen warmen, klugen, manchmal spitzen Abend im Ohr wollen, greifen Sie zu. Das Album nimmt Sie mit. Es begleitet Sie weiter. Es verweilt nicht in Nostalgie. Es atmet Gegenwart. Und es erinnert daran, wie schön es ist, wenn ein Lied Sie ernst nimmt. Und dabei lÀchelt. Genau so klingt Stephan Sulke Best Of, Volume 2.
Stephan Sulke hat mit seinem Album "Best Of, Volume 2" erneut bewiesen, dass er ein Meister seines Fachs ist. Seine einfĂŒhlsamen Texte und die markante Stimme machen jedes Lied zu einem besonderen Erlebnis. Wenn Sie mehr ĂŒber Stephan Sulke erfahren möchten, könnte auch sein Album Stephan Sulke Ich machâs wieder interessant fĂŒr Sie sein. Es bietet eine tiefere Einsicht in sein musikalisches Schaffen und seine Entwicklung als KĂŒnstler.
Ein weiteres Highlight in der Welt der Singer-Songwriter ist das Album Reinhard Mey Jahreszeiten 1978-1988. Reinhard Mey ist bekannt fĂŒr seine poetischen Texte und die FĂ€higkeit, alltĂ€gliche Geschichten in wunderbare Lieder zu verwandeln. Diese Sammlung bietet einen umfassenden Ăberblick ĂŒber eine Dekade seines Schaffens und ist ein Muss fĂŒr jeden Fan.
Wenn Sie sich fĂŒr die Werke von Wolf Biermann interessieren, sollten Sie sich das Album Wolf Biermann Seelengeld nicht entgehen lassen. Biermanns kritische und oft politische Texte sind zeitlos und regen zum Nachdenken an. "Seelengeld" ist ein weiteres Meisterwerk, das seine Vielseitigkeit und Tiefe als KĂŒnstler unterstreicht.