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Stephan Sulke Ich mach’s wieder: Album im Check

Stephan Sulke Ich mach’s wieder – Albumkritik und Bewertung

Letztes Update: 10. Februar 2026

Stephan Sulke Ich mach’s wieder führt Sie durch ein Album, das Chanson-Tradition und feinen Wortwitz verbindet. Der Text stellt Songs vor, analysiert Arrangements und Stimme, kritisiert Längen und lobt den emotionalen Tiefgang. Fazit: ein reifes Comeback.

Vorstellung und Kritik: Stephan Sulke Ich mach’s wieder

Ein Künstler kehrt zurück, nicht mit Pomp, sondern mit Haltung. Am 25. September 2001 erschien ein Album, das alte Tugenden frisch klingen lässt. Stephan Sulke Ich mach’s wieder ist ein Werk voller Klarheit. Es zeigt Humor, Biss und Gefühl in seltener Balance.

Die Songs schauen nach vorn und zurück zugleich. Sie wirken wie kleine Szenen des Alltags. Manche sind leise, manche frech. Doch alle tragen die Handschrift eines Mannes, der die Sprache liebt. Stephan Sulke Ich mach’s wieder klingt vertraut, aber nie bequem. Es trifft einen Ton, der Sie sofort abholt.

Warum dieses Comeback zählt

Viele Alben aus dieser Zeit wollten groß sein. Dieses Album will genau sein. Es setzt auf reduzierte Mittel. Das Ergebnis ist dicht und klar. Die Stücke atmen. Es gibt Raum für Nuancen. So wird jedes Detail hörbar.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt. 2001 brachte Unruhe, Fragen, Brüche. In solchen Momenten suchen Menschen nach Stimmen mit Haltung. Sulke liefert diese Haltung. Ohne Pathos. Ohne großes Trara. Er erzählt, was nah ist. Er sucht das Einfache und findet das Wahre.

Titel, Timing, Temperament

Der Opener heißt wie das Album. Der Satz klingt wie ein Versprechen. Oder wie ein Scherz, der ernst gemeint ist. Hier meldet sich einer zu Wort, der nicht fertig ist mit dem Erzählen. Ein klares Piano. Eine Stimme mit Kanten. Dazu leichte Farbtupfer aus Gitarre und Bass. So beginnt Stephan Sulke Ich mach’s wieder mit einem Nicken, nicht mit einem Schrei.

Das Album denkt in Szenen. Es springt nie hastig, es schreitet. Die Dramaturgie bleibt luftig und doch gezielt. Nach jeder Pointe folgt ein Moment zum Atmen. Genau dieses Tempo ist die Stärke. Es ist das Tempo einer echten Begegnung.

Der Titeltrack als Programm

Der erste Song setzt das Thema. Wieder tun, was man liebt, aber wacher. Das ist die Botschaft. Sie spüren ein mildes Lächeln und eine ruhige Hand. Die Pointe sitzt, doch sie sticht nicht. Das ist Handwerk und Haltung in einem. Der Refrain packt weich, nicht hart. So öffnet sich die Platte für vieles, was folgen wird. Und Sie glauben es ihm: Er macht es wieder, nur besser.

Zwischen Witz und Wunde: Die Texte

Die Texte sind kurz, klar und doch doppelbödig. Sulke schont niemanden, auch nicht sich selbst. Er liebt die präzise Beobachtung. Ein kleiner Blick, ein Satz, ein Schlenker. Schon entsteht eine Figur, ein Raum, eine Geschichte. Dabei bleibt die Sprache einfach. Kein Schnörkel wirkt bemüht. Das macht die Pointen groß.

Witz ist hier kein Selbstzweck. Er öffnet eine Tür. Dahinter liegt oft eine Wunde. In "Käfig aus Gold" geht es um Glanz, der fesselt. In "Die Liebe" um Gefühle, die nicht halten, wie man hofft. Dort klingt es warm und dann wieder bitter. Dieses Changieren ist die große Kunst. Sie spüren Nähe, aber nie Kitsch.

Figuren, die bleiben

"Abigail" und "Anika" sind keine bloßen Namen. Es sind Verdichtungen. Ein Blick in ein Leben, ein Zucken, ein Lachen. Dann ist der Moment schon vorbei, doch er bleibt im Kopf. "Monkey business" mischt Charme mit Spott. Es wirkt wie ein Tanz auf Messers Schneide. Da sitzt jedes Wort.

Klangbild und Produktion

Das Klangbild ist trocken, aber warm. Der Raum ist klein, doch offen. Ein Piano führt. Eine Gitarre zeichnet Linien. Der Bass hält den Boden. Das Schlagzeug zitiert Jazz, driftet aber nicht ab. So entsteht eine Schale, in die jede Zeile passt. Nichts drückt, nichts kleistert. Diese Zurückhaltung ist stark. Sie lenkt nicht ab. Sie macht die Texte groß.

Der Mix betont die Stimme. Sie steht vorn, ohne zu herrschen. Sie lebt von genau dieser Nähe. Ein Atem, ein Lächeln, ein Hauch von Brüchigkeit. Das ist kein Fehler, das ist Ausdruck. Hier weiß jemand, wie wenig genug ist. Und wie viel Mut es kostet, darauf zu vertrauen. So bleibt Stephan Sulke Ich mach’s wieder als Klangbild sehr nah am Ohr.

Die 13-Track-Ausgabe im Fokus

Die Standardausgabe bietet 13 Stücke. Sie reichen von frech über still bis zärtlich. "Ich mach’s wieder" eröffnet mit ironischer Wärme. "Käfig aus Gold" balanciert zwischen Funkeln und Fall. "Abigail" ist kurz und licht, fast wie ein Gruß. "Du kennst mich auch" zeigt Nähe und Grenze zugleich. "Monkey business" lacht, aber mit Zähnen.

Mit "Anika" folgt eine Figur mit Schatten. "Karussell" dreht den Blick. Es geht um Bewegungen, die uns treiben. "Die Liebe" ist das Herz der Platte. Da schlägt alles ruhiger. "Sie wollen mir den lieben Gott wegnehmen" setzt auf klare Worte. Es ist ein Song mit Haltung, doch ohne erhobenen Zeigefinger. "Ich bin noch einer von den Deppen" blitzt auf wie ein Slogan, aber er hat Tiefe. "Blinde Kuh" tastet, fragt, zweifelt. "Ein alter deutscher Schlager" spielt mit dem Erbe. "Wenn du schläfst" schließt leise und rund. Das alles zeigt Breite, aber auch Fokus. Hier greift vieles ineinander. So gewinnt Stephan Sulke Ich mach’s wieder als kompaktes Album an Gewicht.

Schlüsselstücke, die tragen

"Die Liebe" hält inne und bündelt das Album. Viele Fäden führen dorthin. Der Song ist weich, aber nicht seicht. Er lässt Raum zum Atmen. "Ich bin noch einer von den Deppen" ist anders. Kurz, klar, fast trotzig. Es ist ein Stoßseufzer mit Witz. Zusammen umspannen diese beiden Stücke das Feld zwischen Zärtlichkeit und Zorn. Genau dort blühen diese Lieder.

Die 26-Track-Ausgabe als Erzählung

Die erweiterte Ausgabe zeigt eine zweite Seite. 26 Tracks lesen sich wie Kapitel. "Vorwort", "Frankreich", "Monsieur Villeret", "Die erste Platte" und so weiter. Das klingt nach Wegen, Orten, Zeiten. Es wirkt wie ein Blick zurück und zur Seite. Mal kürzer, mal länger, mal verspielt. Es ist mehr als Bonusmaterial. Es ist fast ein eigener Gang durch ein Leben.

Sie hören darin Skizzen, Anekdoten, kleine Kulissen. "Bern", "Nashville", "Montreux", "Genf", "Deutschland" markieren Orte. "Recht und Unrecht" oder "Wenn’s keine Schallplattenfirmen gäbe" deuten Themen an. Das ist kein zweites Best-of. Es ist ein Panorama aus Notizen, Erinnern, Flanieren. Es ergänzt die 13 Songs, ohne sie zu verdoppeln. Gerade diese zweigleisige Form macht Stephan Sulke Ich mach’s wieder zu einem spannende(n) Projekt. Es ist Album und Erzählband zugleich.

Hören als Spaziergang

Diese 26 Tracks laden zum flanieren ein. Sie gehen mit. Sie lassen sich führen. Sie stoppen, hören, nicken. Dann gehen Sie weiter. Der Fluss ist leicht und doch reich. Dieser Modus passt gut zu Sulkes Art. Er spricht, singt, lächelt, schweigt. Und Sie folgen.

Der Kern von Stephan Sulke Ich mach’s wieder

Worum geht es im Kern? Um Wiederkehr und Reifung. Um das Recht, es noch einmal zu wagen. Und um den Mut, dabei leise zu bleiben. Gerade in dieser Haltung liegt der Reiz. Kein Triumphgeheul. Kein falscher Glanz. Stattdessen ein ruhiger Puls. Ein Hören auf das Eigene. Darin liegt die Kraft von Stephan Sulke Ich mach’s wieder. Es ist die Kunst, mit wenig Worten viel zu sagen.

Ironie als Zärtlichkeit

Ironie dient hier nicht als Mauer. Sie ist eine Weichzeichnerin. Sie nimmt den Schmerz nicht weg. Sie macht ihn sagbar. "Käfig aus Gold" zeigt das besonders. Das Bild ist klar, die Töne sind hell. Doch die Botschaft sitzt. So entsteht Nähe ohne peinliche Nacktheit. Das ist feines Handwerk.

Track-by-Track: kurze Schlaglichter

"Du kennst mich auch" ist eine Einladung, aber mit Grenzen. Es klingt offen. Doch es schützt zugleich. "Karussell" dreht die Blickachse. Hier wird Bewegung zur Metapher. "Blinde Kuh" ist eine Suche im Dunkeln. Es rührt an Fragen nach Vertrauen. "Ein alter deutscher Schlager" spielt mit Nostalgie. Es lächelt, doch es ist nicht blind. "Wenn du schläfst" schließt die Tür leise. Es lässt ein Bild im Raum, das bleibt.

"Sie wollen mir den lieben Gott wegnehmen" ist heikel, doch klug gebaut. Der Song lässt Platz für Nachdenken. Er drängt nicht. Er setzt eine Latte. Dann tritt er zurück. So bleibt Respekt. Man muss nicht zustimmen, um das zu schätzen. Auch hier gilt: klare Form, klare Stimme, klare Kante. Diese Mischung zieht sich durch Stephan Sulke Ich mach’s wieder wie ein roter Faden.

Zwischen Chanson und Pop: Einordnung

Wo steht dieses Album im Feld? Es steht zwischen Stühlen und darum so fest. Das Chanson gibt die Sprache. Der Pop gibt die Form. Der Jazz schenkt Luft. Das Kabarett bringt Witz. Und doch ist es keine Collage. Es ist ein Guss. Die Lieder sind leicht, aber nicht dünn. Sie sind fein, aber nicht brüchig. In dieser Mitte findet Stephan Sulke Ruhe. Und Sie als Hörer finden einen Platz, der hält. Genau so behauptet sich Stephan Sulke Ich mach’s wieder auch heute noch.

Die Rolle der Stimme

Die Stimme ist der Schlüssel. Sie ist kein reines Timbre. Sie ist ein Erzähler. Sie zieht Linien, auch wenn sie stockt. Sie wechselt Farben. Ein Flüstern, ein Lachen, ein klein wenig Rauch. Das genügt. So werden die Figuren lebendig, ohne dass sie schreien müssen. Es gibt keine großen Register. Es gibt kluge Abstufungen. Das reicht hier völlig.

Hören im Heute: Warum es wirkt

Auch mit Abstand wirkt das Album frisch. Das liegt an der Klarheit. Der Sound ist nicht an Moden gebunden. Die Themen sind grundlegend. Liebe, Eitelkeit, Stolz, Irrtum. Dazu kommt Humor. Er macht die Last leicht, aber nicht klein. Wer heute zuhört, hört kein Archiv. Er hört Gegenwart.

Gerade die 26-Track-Erzählung hat dabei Wiederhörwert. Sie können hinein- und herausspringen. Sie picken ein Thema, einen Ort, eine Szene. Daraus baut sich beim Wiederhören ein größeres Bild. Das macht Spaß und schafft Tiefe. Es ist Hören als Entdecken.

Produktion als Haltung

Die Produktion stellt sich in den Dienst der Sprache. Kein Effekt um des Effektes willen. Ein trockener Raum, eine warme Mitte. Das trägt die Stimme und die Pointe. Sie spüren die Menschen hinter den Instrumenten. Es gibt Reibung, nicht Glätte. Das ist eine bewusste Entscheidung. Und sie passt zu einem Album, das Haltung vor Glanz setzt. So versteht man, warum Stephan Sulke Ich mach’s wieder nicht altert wie manche Zeitgeist-Platten.

Kleine Mittel, große Wirkung

Eine perkussive Figur hier, ein kurzer Chor dort. Mehr braucht es selten. Die Arrangements sind kompakt, aber nicht eng. Sie geben Halt und lassen gehen. Das ist schlau, denn so wachsen die Songs. Jeder Refrain wirkt wie eine sanfte Welle. Jeder Vers wie eine Handbewegung. Nichts ist zu viel. Das macht die Stücke so anschmiegsam.

Kontrast als Methode

Ein steter Trick im Album ist der Kontrast. Heitere Melodie, ernster Kern. Raues Wort, weicher Unterbau. Kurzer Song, langer Nachhall. So kippen die Lieder immer wieder den Blick. Sie überraschen, ohne zu poltern. Es ist ein Spiel mit Erwartung. Und es ist ein Spiel, das Sulke beherrscht.

Dieser Kontrast verbindet auch die beiden Ausgaben. Die 13-Track-Version bündelt. Die 26-Track-Version weitet. Zusammen bilden sie ein Diptychon. Links das Bild, rechts der Kommentar. Wer beide kennt, hört mehr. Wer nur eine kennt, verpasst nichts, aber ahnt, dass da noch etwas ist.

Ein Album für Sie

Wenn Sie Sprache lieben, sind Sie hier richtig. Wenn Sie Ironie mögen, aber Herz brauchen, auch. Wenn Sie keine Lust haben auf laute Gesten, erst recht. Dieses Album lädt ein, ohne sich anzubiedern. Es fordert nicht auf, es zieht an. Sie können es nebenbei hören. Doch es belohnt die genaue Aufmerksamkeit noch mehr.

Sie merken das am zweiten oder dritten Durchlauf. Kleine Dinge springen ins Ohr. Ein Atem. Ein kaum hörbares Lächeln im Ton. Ein Akkord, der sich anders setzt, als man dachte. Solche Momente sind reich. Aus ihnen baut sich die Liebe zu dieser Platte. So arbeitet Stephan Sulke Ich mach’s wieder leise, aber nachhaltig.

Was bleibt: Wirkung und Nachhall

Was bleibt von all dem? Ein Gefühl von Nähe. Ein Respekt vor Worten. Eine Lust auf klare Bilder. Und eine Erinnerung an eine Stimme, die zuhört, während sie spricht. Diese Haltung ist selten. Sie tut gut. Sie zeigt, wie Musik mehr sein kann als Sound. Sie ist Gespräch, nicht Ansage.

Im Rückblick wirkt das Album wie ein Meilenstein der stillen Art. Es stellt nichts auf den Kopf. Es setzt etwas nebeneinander. Und plötzlich sehen Sie es neu. Das ist groß, ohne groß zu tun. Darum trägt Stephan Sulke Ich mach’s wieder auch heute noch weit.

Fazit

Dies ist ein Album, das Zeit hat und Zeit gibt. Es lacht, ohne zu verletzen. Es tröstet, ohne zu beschönigen. Es bleibt bei sich und bei Ihnen. Die 13 Songs sind eine starke, runde Erzählung. Die 26 Stücke sind ein weiter Bogen, der das Bild öffnet. Beides zusammen ist eine Einladung, die man gern annimmt.

Sie hören darin einen Künstler, der wieder da ist, ohne je ganz weg gewesen zu sein. Er macht es wieder. Aber er macht es reifer. Wer Chanson liebt, findet hier Futter und Frieden. Wer Texte prüft, bekommt Substanz. Wer Klang sucht, findet Wärme. Unter dem Strich steht ein seltener Satz: Dieses Album wächst mit Ihnen. Genau das macht Stephan Sulke Ich mach’s wieder zu einem Werk, das bleibt.

Und wenn Sie am Ende leise nicken, ist das kein Zufall. Es ist die Art von Zustimmung, die Musik nur dann bekommt, wenn sie ehrlich ist. So schließt sich der Kreis. Und er bleibt offen für neue Runden.

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