Letztes Update: 06. Februar 2026
Ulla Meinecke kehrt mit 'Meinecke Fuchs' zurück: Ein persönliches, nachdenkliches Album voller Sprachwitz, warmer Melodien und überraschender Arrangements. Wir stellen Lieder vor, analysieren Text und Musik, loben Stärken und benennen Schwächen.
Dieses Album riecht nach Stadtluft und Nacht. Es klingt nach Zigarettenrauch, kalten Fluren und einem offenen Fenster. 1978 erschien es auf Vinyl. Neun Stücke, schlank und knapp. Doch die Wirkung ist groß. Sie hören eine Künstlerin, die schon weiß, was sie will. Und sie wagt eine klare Sprache. Kein Pathos, kein Zierrat. Nur Stimme, Text und ein Band-Sound, der zubeißt.
Der Titel ist ein Augenzwinkern und eine Ansage zugleich. Der Fuchs steht für Witterung und List. Für Schärfe und Wärme im selben Fell. In diesen Liedern wird das sichtbar. Es geht um Nähe und Distanz. Um Rollen, die man annimmt, und Masken, die man ablegt. Um Städte, die locken. Und um Räume, in denen man atmet, obwohl die Luft dünn ist.
Mit Ulla Meinecke Meinecke Fuchs tritt eine Erzählhaltung auf, die im deutschen Pop jener Jahre selten ist. Sie ist direkt. Sie ist knapp. Sie bleibt poetisch, ohne zu schweben. Der Ton ist leise, aber bestimmt. Die Musik trägt diese Haltung. Gitarren, Tasten, Bass. Schlagzeug mit federnder Hand. Nichts bläht sich auf, alles dient der Zeile. So entsteht eine Spannung, die Sie vom ersten Takt an hält.
1978 war die Disco groß. Die Stadt war laut. Politik lag in der Luft. Doch auch Müdigkeit lag da. Zwischen Euphorie und Ernüchterung fand sich eine Lücke für klare Stimmen. Dieses Album rutscht genau durch diese Lücke. Es ist kein Straßenkampf im Takt. Es ist auch kein süßer Traum. Es ist Beobachtung. Präzise. Nah an Gesichtern. Nah an kleinen Fluchten.
Wenn Sie heute auf Play drücken, hören Sie zwei Ebenen. Da ist ein Puls, der tanzen kann. Und da ist ein Text, der fragt: Wozu das alles? Diese Doppelspur macht den Reiz. Sie hält auch heute. Sie zieht Sie hinein, ohne zu schreien. Sie öffnet Bilder, die nicht altern. Menschen im Halbdunkel. Ein Drink. Ein Blick, der bleibt. Ein Gedanke, der stört.
Die Stimme führt durch das Album. Sie ist rau, aber warm. Sie bleibt nah am Wort. Sie verschluckt nichts. Sie zeigt Kanten, wo andere sie feilen würden. Das macht den Unterschied. Sie fühlen Haltung, noch bevor Sie jedes Bild erfassen. Diese Stimme trägt eine Stadt in sich. Sie trägt auch ein Zimmer, ein Herz, einen stillen Trotz.
So entsteht eine Linie. Ein Ton, der Sie trägt, auch wenn das Thema kippt. Manches ist spöttisch. Manches ist sacht. Manches ist wütend, aber nie laut. So wirken die Lieder wie kurze Filme. Eine Stimme erzählt. Die Band malt Schatten und Licht.
Die Platte ist von 1978. Doch sie wirkt frisch. Das liegt an der Klarheit. Sie bekommen keine großen Gesten. Sie bekommen genaue Schnitte. Jedes Bild sitzt. Jedes Wort zielt. Dazu ein Sound, der atmet. Kein dicker Lack. Eher matte Farben. So kommt Tiefe in die Stücke. Sie können tanzen. Sie können denken. Beides stört sich nicht.
Es ist auch diese Art Humor, die nicht kichert. Sie ist trocken. Sie trifft, weil sie ruhig ist. Das hält die Zeit aus. Wenn Sie heute vergleichen, merken Sie es. Viele Alben wollen alles. Dieses will nur das Richtige. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs bleibt deshalb im Ohr. Und es wird nicht müde.
Die Instrumente sind klar gesetzt. Die Gitarre zeichnet Linien. Der Bass zieht Fäden. Das Schlagzeug hält eng zusammen. Tasten schaffen Raum, nicht Pomp. Alles ist präzise. Doch nichts ist kalt. So merkt man Sorgfalt. Die Arrangements haben Luft. Ein Refrain darf atmen. Eine Strophe darf laufen. Kleine Details flackern, wenn es passt.
Gerade auf Vinyl zeigt sich das gut. Die Wärme des Mediums trifft auf die Wärme der Stimme. Das passt. Und es zeigt die Balance dieses Werks. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs bleibt warm, auch wenn die Texte scharf sind. Es gibt Spannung, aber keinen Bruch. Das hält die Platte zusammen.
Neun Titel, neun Perspektiven. Die Reihenfolge erzählt einen Bogen. Vom Biss zum Schweigen. Von der Geste zum Blick. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs führt Sie dabei wie durch eine Stadt. Sie gehen Straßen entlang. Sie sehen Licht und Schatten. Und Sie hören Sätze, die lange nachklingen.
Der Einstieg packt zu. Der Groove ist knapp. Die Gitarre markiert Zähne. Der Text fordert. Aber er droht nicht. Er will wachen Sinn. Er will Gegenwart. Das ist kein Aufruf zum Lärm. Es ist ein Stoß gegen die Trägheit. So öffnet sich die Platte mit Tempo, nicht mit Lärm. Das ist klug. Es setzt den Ton. Es macht Lust auf mehr. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs zeigt hier, wie Energie ohne Posen geht.
Jetzt wird es kleiner. Ein intimer Blick. Kein Zuckerguss. Das Arrangement bleibt schlank. Sie hören Atem im Takt. Sie sehen Hände im Licht. Die Strophe läuft, als würde sie gehen. Der Refrain bleibt kurz. Es wirkt wie ein Brief, der nicht protzt. Gerade das macht ihn stark. Er bleibt echt und nah.
Die Stadt schläft nie, sagt man. Doch hier ist sie müde. Der Beat hält Tritt. Die Worte nehmen die Uhr ab. Nicht mal am Samstag passt es. Das Bild ist fein. Es zeigt Lärm und Leere im selben Raum. Die Musik bleibt wach. Sie treibt an. Der Text zieht weg. Das ergibt eine Reibung, die Sie spüren. So wird ein Club zur Folie für ein inneres Bild.
Ein Titel wie ein Stichwort. Schon im Namen liegt der Witz. Und auch der Schmerz. Das Stück ist spitz, aber nie gemein. Es zeigt ein Rollenbild. Es dreht es eine Runde. Dann kippt es. Sie hören einen Chor aus Fragen. Wer bin ich? Wer soll ich sein? Wo ist mein Raum? Der Groove bleibt leger. So wird Kritik tanzbar. Das ist die Kunst. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs bringt hier Pointe und Punch auf eine Zeile.
Hier wird die Hülle der Nacht geprüft. Die Disco frisst. Der Körper tanzt. Doch was bleibt, wenn das Licht angeht? Das Stück macht Spaß. Der Bass schiebt. Die Gitarre funkt. Dann sticht ein Satz. Aha. Da ist die Lücke. Da ist das Loch in der Wand. So entsteht ein kluger Popmoment. Er nimmt das Angebot an. Und er deckt die Rechnung auf. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs schafft hier eine schöne Doppelschicht.
Nach dem Club kommt der Körper zu sich. Das Tempo sinkt leicht. Der Puls beruhigt sich. Es ist kein Katerstück. Es ist klarer Blick. Wenn das Fieber fällt, sieht man Linien. Man erkennt Risse. Man atmet tiefer. Die Musik folgt dem. Ein warmer Ton. Eine feine Figur am Rand. Plötzlich ist Platz im Kopf. So klingt Ernüchterung ohne Groll.
Der längste Track hat den kühnsten Titel. Er blickt nach vorn. Er schaut auf Systeme und Schilder. Auf Regeln, die zu eng sind. Die Musik zieht eine Nachtstraße. Die Takte rollen. Dann setzt die Stimme Nadelstiche. Dies ist kein Lehrstück. Es ist ein Film mit Neon. Er zeigt Kontrolle als Leuchte im Regen. Und er zeigt Spott als Regenschirm. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs verleiht der Skepsis hier eine klare Form.
Ein Satz wie ein Poster. Aber hier ist er Musik. Der Track baut eine Brücke vom Wilden zum Gehegen. So klingt das zähmende Maß des Alltags. Die Zeilen gehen zitternd, dann fest. Die Band spielt straff. Es gibt Druck, aber keine Wut. Sie hören das Raster ticken. Sie hören auch die Lust, es zu schicken. Darin liegt der Kern. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs macht den kleinen Schritt groß, indem sie ihn genau beschreibt.
Das Ende ist klug gesetzt. Es fragt, wie viel Wort gut tut. Es lässt Spielraum. Es zieht die Stimme nah an Ihr Ohr. Dann stoppt sie fast. Jetzt merken Sie: Schluss kann Stärke sein. Ein Schnitt kann mehr sagen als ein Ausruf. Die Band hält still. Ein Blick zurück auf neun Bilder. Ein Schatten. Ein Lächeln. Ein offenes Fenster. Und ein Echo. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs verabschiedet sich ohne Verbeugung. Das passt.
Das Album steht auf zwei Beinen. Das eine heißt Chanson. Das andere heißt Pop. Die Texte sind knapp wie Notizen. Doch sie tragen ganze Räume. Die Melodien sind einladend. Sie sind nie banal. Die Arrangements halten das Gleichgewicht. So entsteht eine Leichtigkeit, die Gewicht hat. Es ist ein seltener Ton. Er ist reif, ohne schwer zu sein. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs bündelt diese Haltung in neun Stücken.
Dieser Ton passt in kleine Clubs. Er passt auch ins Radio. Er hält die Nähe zum Ohr und zum Körper. Er lässt beides zu. Das macht das Werk so offen. Es ist kein Nischenstück. Es ist auch kein Massenprodukt. Es ist ein guter Kompass für späte Stunden.
Die Sprache ist einfach. Doch sie hat Biss. Kein Satz hängt durch. Bilder sitzen schnell. Eine Zeile trifft. Dann bleibt sie. Das ist das Handwerk hier. Die Stimme hilft. Aber sie trägt nicht alleine. Die Wörter tragen sich selbst. Sie gehen Schritt für Schritt. Und plötzlich stehen Sie mitten in einer Szene. Das ist die Kunst, die bleibt.
Die Themen sind nah. Rollen, Nähe, Freiheit, Druck. Keine große Theorie. Eher Alltag in großer Schärfe. So entsteht Wert. Denn Sie finden sich wieder. Ohne Spiegeltrick. Ohne Trostpflaster. Diese Ehrlichkeit ist sanft und hart zugleich. Sie macht die Platte warm. Und sie macht sie stark.
Späte Siebziger, frühe Wende. Mode glitzert. Politik brummt. Dazwischen Menschen. Genau dort setzt das Album an. Es spürt den Zug der Zeit. Es rennt ihm nicht hinterher. Es hält Schritt, aber es rennt nicht. Das macht den Unterschied. Viele Werke aus jener Zeit kleben an Trends. Dieses bleibt frei. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs steht so auf eigenen Füßen.
Gerade im Rückblick fällt das auf. Die Stücke tragen keine dicken Etiketten. Sie tragen Spuren, klar. Ein Funk hier, ein Rock dort, ein Hauch Disco. Doch die Handschrift dominiert. Wer Handschrift hat, wird nicht alt. So einfach kann es sein. So schwer ist es zu machen.
Wie hören Sie das Album heute? Am besten ganz. Seite A, dann Seite B. Die Reihenfolge formt den Bogen. Die Lautstärke darf mittel sein. Es braucht keinen Druck. Es braucht Präsenz. Gute Boxen helfen. Ein freier Abend hilft auch. Dann tragen die Texte Sie an die Hand. Und die Musik lässt Sie nicht los.
Wenn Sie mögen, notieren Sie Worte. Ein Bild. Einen Satz. Ein Takt. So schärft sich der Blick. Diese Platte belohnt genaues Hören. Sie belohnt auch das halbe Licht. Denn sie ist gemacht für Räume, in denen man denkt und fühlt zugleich.
1978 war die große Bühne oft männlich besetzt. Doch abseits davon formten Frauen eine eigene Spur. Diese Spur war leise, aber hart. Sie war poetisch, aber entschieden. Hier reiht sich dieses Album ein. Nicht als Rufzeichen, das fordert. Als Satz, der bleibt. Das ist ein viel wirksamerer Ton.
Darum wirkt die Platte heute politisch, ohne Parolen zu rufen. Sie zeigt ein Ich. Es richtet sich ein. Es wehrt sich. Es lacht. Es zweifelt. Es schweigt, wenn es klug ist. So baut es eine Form von Freiheit. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs macht diese Freiheit hörbar, Takt für Takt.
Neun Tracks, knapp 35 Minuten. Das Format ist ideal. Es reicht für Tiefe. Es lässt keine Müdigkeit. Jede Nummer hat eine Funktion. Der Opener zieht. Der Schluss klappt sanft die Tür. Dazwischen wechselt die Platte Tempo und Farbe. Sie fühlt sich wie ein Film an. Mit klaren Schnitten und guter Kamera. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs zeigt, wie stark ein kurzes Format wirken kann.
Das Cover und die Haptik des Vinyls gehören dazu. Sie halten etwas in der Hand. Sie drehen die Platte. Sie sehen Seiten und Rillen. Das verlangsamt den Abend. Das macht die Aufmerksamkeit groß. Genau so soll dieses Werk gehört werden. Mit Zeit. Mit Blick. Mit Ohr.
Wenn Sie klare Texte lieben, sind Sie hier richtig. Wenn Sie Groove mögen, aber keine Posen, auch. Wenn Sie Chanson schätzen, doch Pop nicht scheuen, erst recht. Dieses Album ist kein Klassiker von der großen Liste. Es ist ein leiser Begleiter. Einer, der lange bleibt. Einer, der in vielen Phasen passt. In Nächte. In Wege. In Wochen, die ausfasernd beginnen und sauber enden.
Sie lieben Vinyl? Dann greifen Sie zur Originalausgabe, wenn Sie eine finden. Oder hören Sie eine gute Pressung. Das Material belohnt es. Der Raum lebt. Die Stimme atmet. Die Texte legen sich besser in den Abend. Und wenn Sie Playlisten lieben, bauen Sie die neun Stücke in Ruhe ein. Ein Track pro Nacht. Es funktioniert gut.
Im deutschsprachigen Liedermacher-Kosmos steht dieses Werk an einer Kante. Es geht raus aus der Folk-Ecke. Es geht rein in den Pop. Aber es behält die Verantwortung für das Wort. Das prägt vieles, was später kommt. Diese Spur lässt sich bis heute verfolgen. In klugen Alben mit knappen Sätzen. In Stimmen, die nicht schreien müssen, um zu treffen.
Der Reiz liegt in der Mitte. Nicht im Kompromiss. In der Balance. Zwischen Tanz und Text. Zwischen Nähe und Distanz. Zwischen Ernst und Heiterkeit. Genau dort ist die Platte stark. Genau dort bleibt sie frisch. Ulla Meinecke Meinecke Fuchs ist damit ein guter Bezugspunkt, wenn Sie über deutsche Popgeschichte nachdenken.
Dieses Werk ist kompakt und klar. Es bietet neun Bilder, die sich zu einem Raum fügen. Der Sound ist direkt. Die Texte sind scharf. Die Stimme ist ehrlich. Das Ergebnis bleibt. Es begleitet Nächte und Wege. Es tröstet nicht, wo kein Trost passt. Es macht wach, wo Trägheit droht. Es ist leise groß.
Wer heute die Ohren spitzt, hört viel Vorlauf für kommende Jahre. Manches deutet voraus, ohne so genannt zu werden. Manches klingt nur nach sich selbst. Beides ist gut. Beides ist stark. So bleibt das Urteil schlicht und fest: Ulla Meinecke Meinecke Fuchs ist ein frühes Statement. Es ist ein Fuchs, der noch läuft. Und er kennt den Weg.
Das Album "Meinecke Fuchs" von Ulla Meinecke ist ein Meisterwerk, das sowohl alte als auch neue Fans begeistert. Die Lieder sind tiefgründig und emotional, was typisch für Ulla Meinecke ist. Wenn Sie mehr über ihre anderen Werke erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die Kritik zu Ulla Meinecke An!. Dieses Album zeigt eine andere Facette ihrer musikalischen Reise und bietet ebenfalls viel Stoff zum Nachdenken.
Ein weiteres bemerkenswertes Album von Ulla Meinecke ist Ulla Meinecke Löwen. Die Songs auf diesem Album sind kraftvoll und poetisch, was es zu einem Muss für jeden Fan macht. Die Texte und Melodien sind so gestaltet, dass sie lange im Gedächtnis bleiben. Auch hier zeigt sich ihre Fähigkeit, tief in die Seele ihrer Zuhörer vorzudringen.
Für eine umfassende Übersicht über Ulla Meineckes Werk ist die Rezension zu Ulla Meinecke Von toten Tigern und nassen Katzen sehr empfehlenswert. Dieses Album bietet eine Sammlung von Liedern, die ihre Vielseitigkeit und ihr Talent unterstreichen. Die Kritiken sind durchweg positiv und zeigen, warum sie eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit ist.