Letztes Update: 30. Dezember 2025
Der Artikel stellt Wenzels Album Selbstbildnis 1981 vor, analysiert Lieder, beschreibt musikalische Arrangements, textliche Feinheiten und Atmosphäre der Platte. Er ordnet das Album in Wenzels Werk ein, lobt Stärken, benennt Schwächen und zieht ein Fazit.
Ein Titel wie ein Versprechen. Ein Selbstbild, doch gemalt mit Tönen, Bildern und knappen Sätzen. Das 2015 erschienene Album holt Material aus einer anderen Zeit in die Gegenwart. Es zeigt, wie ein Liedermacher sein Ich formt. Und wie dieses Ich seine Welt sortiert. So öffnet sich ein kleiner Resonanzraum aus Melancholie und Trotz. Aus Lust am Detail. Und aus dem Mut, leise zu bleiben. Wenzel Selbstbildnis 1981 ist kein lautes Werk. Es will nicht blenden. Es will dauern. Wenn Sie sich darauf einlassen, hören Sie Lieder, die den Blick heben. Und sie hören Lieder, die das Herz enger machen.
Der Titel verweist auf ein Datum. 1981. Das ist mehr als eine Jahreszahl. Es ist eine Folie. Eine Stimmung. Ein Klima. Das Album kam 2015 heraus. Es klingt wie ein Archiv, das sich neu sortiert. Nicht trocken. Nicht historisch. Eher wie ein Raum, der wieder betreten wird. Sie hören ein Ich. Es ringt mit Nähe und Distanz. Es staunt über die Welt. Es misstraut ihr auch. Die Lieder sind kein Geröll aus alten Tagen. Sie sind Zündstoff. Sie entzünden stilles Licht. Gerade diese Ruhe macht stark. So wirkt das Album heute wach.
Der Einstieg mit Immer Regen setzt die Lage. Nasses Licht. Ein Schritt nach vorn. Ein Schritt zurück. Diese Bilder kennen Sie. Sie sind alltäglich. Sie sind poetisch. Das ist der Trick. Aus dem Einfachen wird etwas Eigenes. Die Stimme bleibt nah. Das Instrumentarium bleibt sparsam. Doch die Wirkung ist tief. Jede Zeile sucht Halt. Jede Pause atmet. So entsteht ein feiner Puls. Er trägt durch alle 17 Stücke.
Wie liest sich ein Selbstbild aus 1981 im Jahr 2015? Und wie liest es sich heute? Die Zeit hat Schichten gelegt. Aber das Innere bleibt sichtbar. Wenzel Selbstbildnis 1981 stellt Fragen, keine Parolen. Der Blick ist ruhig. Er bleibt standhaft. Er weicht dem Schmerz nicht aus. Er läuft ihm nicht hinterher. Es ist ein Album über Maß und Mitte. Über den Ort des eigenen Körpers in einer oft fremden Welt. Und über das Recht, sanft zu sein. Diese Qualität macht das Ganze modern. Auch ohne laute Gesten.
Die Stücke bilden einen Bogen. Vom Regen zum Abend. Vom Körper zur Geste. Von der Müdigkeit zur Zärtlichkeit. Die Reihenfolge wirkt bewusst gefügt. Immer Regen öffnet. Meine Hände tastet nach Form. Das Titelstück Selbstbildnis 1981 setzt ein Zeichen. Es benennt die Idee: Ich zeichne mich selbst. Doch das Bild bleibt in Bewegung. Danach folgt Ich bin die ganze Zeit schon hier. Ein Satz wie ein Anker. Er behauptet Präsenz. Er wehrt das Verschwinden ab. Altes Lied dreht den Kopf zurück. Keine Flucht. Eher ein Vergleich. Was war da? Was ist noch da?
In der Mitte stehen innere Dialoge. Ich möchte eine kleine Wirtschaft führen klingt fast heiter. Doch die Zeilen spiegeln Bedarf. Halt. Ordnung. Ein kleiner Ort, der schützt. An mich, nachts hält die Lampe an. Sie sehen ein Zimmer. Sie hören eine Stimme, die an sich selbst schreibt. Das ist nicht pathetisch. Es ist zart. Es ist klar. Auch das Liebesmotiv tritt auf. Ich mag das lange Haar mischt Sinnlichkeit und Bild. Nach durchzechter Nacht zieht Bilanz. Nicht groß. Nicht hart. Eher stockend. So geht es weiter. Bis der Abend kommt. Abends, wenn ich noch nicht schlafen kann findet eine letzte Ruhe. Dann Oma Amler. Ein Name. Ein Leben. Ein Schluss mit Gesicht. Das ist stark.
Jedes Stück wirkt wie eine kleine Szene. Eine Geste. Ein Tisch. Ein Blick aus dem Fenster. Das schafft Nähe. Es ist kein Theater. Es ist eher ein skizzenhaftes Kino. Sie sehen die Hände, die in Meine Hände sprechen. Sie folgen dem Körper in Ich bin vom grünen Licht so schwer. Das Grün ist nicht nur Farbe. Es ist Stimmung. Schwere. Traum. Am Abend vorm Geschnittenwerden klingt drastisch. Doch das Lied bleibt sanft. Es zeigt eine Angst. Es zeigt Mut. Kein Affekt. Es bleibt bei der Sache. Herbstlied bringt die Jahreszeit. Es legt Blätter auf den Boden. Es zeigt, wie ein Jahr zu Ende geht. Aber es schließt nichts ab. Es lässt offen.
Verlassnes Bett ist ein Bild für das, was fehlt. Nicht nur in der Liebe. Auch im Alltag. Die Decke ist kalt. Doch das Lied ist warm. Abschminklied geht an die Maske. Es fragt: Was bleibt ohne Farbe? Was bleibt ohne Rolle? Laß mir ein wenig noch die Hand ist eine Bitte. Eine Pause. Ein Halt. Es ist ein Lied, das Ihnen Luft gibt. In Abends, wenn ich noch nicht schlafen kann nimmt die Sprache die Geschwindigkeit heraus. Das Tempo sinkt. Die Ohren öffnen sich. Oma Amler setzt einen Schlusspunkt. Kein Pathos. Eine Figur. Ein Name. Eine leise Würde. So wird aus 17 Liedern ein Fluss. Er wirkt still. Und er trägt weit.
Das Klangbild bleibt über weite Strecken intim. Die Stimme steht vorn. Die Begleitung hält Abstand. Doch sie stützt. Es gibt Akzente. Ein Anschlag setzt einen Schatten. Ein Bogen legt ein Licht. Mehr braucht es nicht. Diese Ökonomie ist Absicht. Sie passt zur Sprache. Sie passt zum Thema. Die Produktion vermeidet Glanz. Sie sucht Nähe. So entsteht ein Raum, der atmet. Sie hören nicht die Technik. Sie hören die Linie. Wenzel Selbstbildnis 1981 zeigt, wie wenig genug sein kann. Das ist kein Minimalismus als Pose. Es ist ein Stil als Ethik. Ein Satz, ein Ton, ein Sinn.
Die Texte stehen zwischen Ich und Welt. Sie treten nicht auf. Sie setzen sich hin. Sie sprechen leise. Doch sie sind klar. Die Bilder sind einfach. Hände. Bett. Haar. Nacht. Diese Wörter sind alt. Sie werden neu gemischt. Das macht die Poesie. Hier wird nichts verkleidet. Und doch ist alles Kunst. Es ist Mut, so schlicht zu schreiben. Denn jede Zeile zeigt das Risiko. Sie kann fallen. Sie kann tragen. Hier trägt sie. Auch, weil die Stimme vertraut wirkt. Nicht privat. Aber nah.
Das Ich ist keine Selbstausstellung. Es ist Arbeit am Bild. Es fragt: Wer bin ich heute? Wer war ich damals? Was bleibt gleich? Was muss ich loslassen? Das Titelstück beantwortet das nicht. Es hält die Frage offen. Das ist ehrlich. Denn Identität ist kein Foto. Sie ist Bewegung. So bleibt das Album spannend. Es geht nicht um Nostalgie. Es geht um Gegenwart im Rückblick. Wenzel Selbstbildnis 1981 zeigt ein Ich, das sich nicht versteinert. Es bleibt fragend. Es bleibt wach. Und es gewährt Ihnen einen Platz am Rand der Seite. Sie dürfen mitlesen. Sie dürfen mitdenken.
Die späte Veröffentlichung ist Teil der Wirkung. Sie hören ein gealtertes Material. Und Sie hören eine frische Edition. Das schafft Reibung. Es erzeugt Wärme. Lieder, die einst privat klangen, wirken nun öffentlich. Sie treten in eine andere Zeit. Doch sie verlieren nicht ihre Kraft. Im Gegenteil. Der Abstand macht die Kontur schärfer. Sie hören die Sorgfalt. Sie hören auch die Zurückhaltung. Nichts drängt nach vorn. Alles sucht Gleichgewicht. So kann man heute hören. So kann man heute verstehen. So bleibt Wenzel Selbstbildnis 1981 ein lebendiges Dokument.
Die Motive wiederholen sich. Regen, Nacht, Hand, Haar, Bett, Abend. Das sind kleine Dinge. Sie verbinden sich zu Netzen. So wird Erfahrung greifbar. So wird das Abstrakte konkret. Es ist eine Poetik der Nähe. Ein kleiner Griff. Ein leiser Ton. Ein Blick auf das Licht an der Wand. Schon ist ein Gedanke da. Das Album zeigt, wie Poesie im Alltag wohnt. Wie sie sich nicht aufspielt. Das ist tröstlich. Und es ist politisch, ohne Politik zu sagen. Es zeigt, wie ein Mensch sich behauptet. Mit Worten. Mit Atem. Mit einem Lied pro Tag.
Viele Alben altern in ihrer Form. Dieses ist in seiner Haltung jung. Es vertraut der Sprache. Es vertraut dem kleinen Bild. Es vertraut der Stille. Das ist selten. Und es ist wertvoll. Gerade in lauten Zeiten. Sie finden hier keinen Lärm. Sie finden Genauigkeit. Das fordert Sie. Es schenkt Ihnen Zeit. Und es gibt Ihnen Ruhe zurück. Wenzel Selbstbildnis 1981 ist damit kein Museum. Es ist eine Werkstatt. Sie können zusehen, wie ein Lied entsteht. Wie ein Gedanke Wurzeln fasst. Das ist die Magie dieses Albums.
Ein Tipp für den Einstieg. Hören Sie das Album einmal durch. Ohne Pause. Ohne Skip. Lassen Sie die Reihenfolge wirken. Nehmen Sie danach die Titel in die Hand. Lesen Sie die Namen. Erinnern Sie die Bilder. Hören Sie dann erneut. Sie werden Details finden. Eine Wendung. Ein Atemzug. Ein kleiner Bruch. So baut sich die Tiefe auf. Sie müssen nichts wissen. Sie brauchen nur Zeit. Das Album lädt dazu ein. Es drängt nicht. Es lockt. Wenzel Selbstbildnis 1981 wird so bei jedem Durchlauf klarer. Und es wird zugleich reicher.
Für Hörerinnen und Hörer, die das Leise mögen. Für Sie, wenn Sie Texte lieben. Wenn Sie Gedichte hören wollen, die atmen. Wenn Sie Lieder suchen, die nicht alles erklären. Auch für Neugierige, die einen Künstler über die Jahre hinweg begleiten wollen. Das Album eignet sich als Einstieg. Es zeigt Haltung. Es zeigt Stil. Es zeigt Maß. Und es öffnet eine Tür zu weiteren Werken. Wenzel Selbstbildnis 1981 ist damit eine Art Kompass. Er zeigt nach innen. Er zeigt auch nach vorn. Das ist ein guter Wegweiser.
Die Abfolge der Titel schafft Sinn. Sie erzählt, ohne zu erzählen. Ein Beispiel. Nach Ich bin die ganze Zeit schon hier folgt Altes Lied. Das ist klug. Erst die Behauptung der Gegenwart. Dann der Blick zurück. Später steht Herbstlied vor Verlassnes Bett. Auch das passt. Die Jahreszeit leert die Bäume. Das Bett wird leer. Doch die Musik füllt die Leere. Zum Schluss Oma Amler. Ein Name macht das Album konkreter als jedes Motto. So entsteht Bindung. Sie gehen am Ende nicht fort. Sie bleiben beim Namen. Der Name bleibt bei Ihnen.
Schlicht ist nicht einfach. Schlicht ist Auswahl. Es ist ein Schnitt. Es ist Verzicht. Das Album zeigt das. Kein Übermaß. Kein Ornament. Nur das, was trägt. In dieser Form liegt Kraft. Sie zwingt den Text, klar zu sein. Sie lässt der Stimme Raum. Sie hält die Instrumente in Schach. So kommt jedes Bild zur Geltung. Und jedes Schweigen auch. Schweigen ist hier kein Loch. Es ist Teil der Musik. Es formt den Sinn. Das ist reif. Das ist elegant. Und es ist schwerer, als es wirkt.
Die Veröffentlichung im Jahr 2015 macht das Material offen für neue Blicke. Ihre Erfahrung spielt mit. Vielleicht hören Sie Erinnerungen. Vielleicht hören Sie etwas ganz anderes. Das ist der Reiz. Das Album ist kein geschlossenes System. Es lädt Bedeutung ein. Es hält sie aus. Es sortiert sie. Wenzel Selbstbildnis 1981 zeigt, wie Vergangenheit klingt, wenn sie nicht verklärt wird. Es ist ein später Erstkontakt, der wie ein Wiedersehen wirkt. Und wie ein Erstgespräch endet. Mit Fragen. Mit Ruhe. Mit einem Atem, der bleibt.
Dieses Album lebt von Maß, Mut und Milde. Es nimmt Sie ernst. Es überfordert Sie nicht. Es traut Ihnen zu, hinzuhören. Das ist selten. Und es ist schön. Die 17 Titel bilden eine Kette. Kein Glied ist Schmuck. Jedes Glied trägt das nächste. So entsteht ein stiller Zug. Er führt durch Regen, Nacht und Zimmer. Er endet bei einem Namen. Das hat Würde. Es hat Gewicht. Wenzel Selbstbildnis 1981 ist damit mehr als ein Zeitdokument. Es ist ein Begleiter. Für späte Stunden. Für helle Tage. Für das, was bleibt, wenn das Licht ausgeht.
Das Album "Selbstbildnis 1981" von Wenzel bietet eine faszinierende Mischung aus poetischen Texten und eingängigen Melodien. Es ist ein Werk, das tief in die Seele des Hörers eindringt und ihn zum Nachdenken anregt. Die Lieder des Albums spiegeln die politische und gesellschaftliche Stimmung der damaligen Zeit wider und zeigen Wenzels einzigartige Fähigkeit, komplexe Themen in einfache Worte zu fassen.
Wenn Sie mehr über Wenzels musikalisches Schaffen erfahren möchten, könnte der Artikel Wenzel Letztes aus der DaDaeR von Interesse sein. Hier wird ein weiteres bedeutendes Album des Künstlers vorgestellt und analysiert, das ebenfalls tiefgründige Texte und eindrucksvolle Melodien bietet.
Ein weiteres Highlight in Wenzels Diskografie ist das Album Wenzel Winterstimmen. Dieses Werk zeigt eine andere Seite des Künstlers und bietet eine wunderbare Mischung aus melancholischen und hoffnungsvollen Klängen. Es ist ein Muss für jeden Fan von Wenzels Musik und bietet einen tiefen Einblick in seine künstlerische Entwicklung.
Für Liebhaber von politisch engagierter Musik könnte auch der Artikel über Gerhard Gundermann Live im Tränenpalast interessant sein. Gundermann, ein Zeitgenosse von Wenzel, ist bekannt für seine kritischen und nachdenklichen Texte, die oft gesellschaftliche Missstände thematisieren. Dieser Artikel bietet eine umfassende Kritik eines seiner beeindruckendsten Live-Auftritte.