Letztes Update: 08. Januar 2026
Der Artikel stellt das Album 'Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Josef Degenhardt' vor, analysiert Texte, Arrangements und die politische Stimme des Künstlers. Er lobt expressive Passagen, kritisiert Wiederholungen und gibt klare Hörempfehlungen sowie Kontext.
1987 stand im Zeichen von Abrüstungsgesten und kalten Fronten zugleich. In diese Übergangszeit setzt Franz Josef Degenhardt ein kompaktes, doch inhaltlich weites Statement: Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Josef Degenhardt. Das Album klingt wie eine Rückkehr zum Kern seines Schaffens. Es ist eine Sammlung, die fragt, zweifelt, widerspricht und dennoch tröstet. Sie hören keine Parolen. Sie hören Geschichten, die sich unter die Haut schieben. Sie hören einen Autor, der die Sprache der Macht gegen sie selbst wendet. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Die späten Achtziger trugen Abnutzungsspuren. Demonstranten kannten die kalten Winde der Resignation. Politiker sprachen von Stabilität und Zukunft. Degenhardt setzt hier an. Er hält die Müdigkeit fest, aber er lässt sie nicht siegen. Er nennt die Dinge beim Namen. Er sucht Wege, die begehbar bleiben. Das Album ist klein in der Form, aber weit in der Haltung. Es lebt von Stimmen, die einander stützen. Es lebt von einer Sprache, die leise spricht und dadurch eindringlich wird. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Der Titel ist ein Versprechen. Er kündigt eine Grenze an. Er sagt: Heute nicht mehr mitlaufen. Heute nicht mehr schweigen. Degenhardt wählt die Form des Lieds. Er setzt auf klare Bilder. Er misstraut dekorativem Pathos. Die Lieder entstehen aus Gesprächen, Erinnerungen, Szenen im Kopf. Sie wirken, weil sie mit Blick auf den Alltag geschrieben sind. Sie sind politisch, weil sie persönlich sind. So knüpft Degenhardt sein Netz aus Gegenstimmen. Jede Nummer ist eine Figur in diesem Gewebe. Jede Nummer zieht einen anderen Faden.
Diese Dramaturgie ist kein Zufall. Sie ordnet neun Stücke zu einer Erzählung. Sie beginnt mit dem Nein zum Mitmarschieren. Sie endet mit einer Befragung, die die Institution herausfordert. Dazwischen liegen Ort, Zeit, Zweifel, Wut und Trost. So entsteht ein Hörraum, der sich langsam öffnet. Er lädt Sie ein, mitzudenken. Er verlangt nicht, dass Sie zustimmen. Aber er fordert, dass Sie Position beziehen. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Neun Titel bilden eine schlüssige Abfolge. Kurze Stücke setzen schnelle Stiche. Lange Stücke bauen Erzählbögen. Sie wechseln Tempo und Licht. Sie erzeugen Spannung und Ruhe. Das wirkt wie ein Weg über unebenes Gelände. Mal gehen Sie zügig. Mal bleiben Sie stehen. Dann sehen Sie sich um. Diese Wechsel sind klug gesetzt. Sie halten das Ohr wach. Sie geben den Worten Raum. Sie geben den Pausen Gewicht.
Der Auftakt ist klar. Der Sprecher richtet sich auf und sagt Nein. Es ist kein heroisches Nein. Es ist ein stilles, entschlossenes Nein. Die Stimme bleibt kontrolliert. Sie fällt nicht in Zorn. Sie sammelt. Sie wägt. Der Refrain trägt wie ein Haltegriff. Die Gitarre markiert das Tempo. Der Puls bleibt gleich. Das passt. Denn dieses Lied stellt sich hin. Es weicht nicht aus. Es ist das Motto des Albums. Es ist die Tür, durch die Sie in die Räume dahinter gehen. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Ein kurzes, hartes Stück, fast wie ein Zwischenruf. Der Titel trägt die Aussage. Das Lied zeigt, wie Gewalt in Worte schlüpft. Es zeigt, wie Begriffe sich tarnen. Es dauert kaum eine Minute. Aber es trifft schnell. Es entlarvt das kalte Vokabular der Rechtfertiger. Es mahnt, genau hinzuhören. So entsteht eine Zäsur. Danach hören Sie anders. Das ist die Funktion dieses Tracks. Er ist wie ein kaltes Wasser ins Gesicht. Er schärft das Ohr. Er schärft die Sinne. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
„Wolgograd“ führt nach Russland. Der Name ruft Stalingrad und seine Toten auf. Degenhardt meidet Historienkitsch. Er sucht Spuren. Er erzählt von Erinnerung, die schmerzt. Er erzählt von Orten, die für mehr stehen als für sich selbst. Das Lied nimmt sich Zeit. Die Sätze sind ruhig. Die Bilder sind schlicht. So entsteht Würde. So entsteht Nähe. Die Musik trägt in weichen Wellen. Sie bleiben in der Geschichte. Sie sehen Gesichter. Diese Nummer ist eines der Zentren des Albums. Sie führt zur Frage, was Frieden eigentlich heißt. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Hier zerlegt Degenhardt den Mythos der „guten alten Zeiten“. Er zeigt Risse unter der Nostalgie. Er zeigt, wie Erinnerung sich schön färbt. Das Lied arbeitet mit Kontrast. War es wirklich besser? Oder nur ruhiger erzählt? Der Text nimmt scheinbare Gewissheiten auseinander. Er tut es freundlich, aber bestimmt. Die Musik ist getragen, fast wie ein Spaziergang. Dabei blitzen scharfe Worte auf. Sie schneiden. Sie öffnen. So bekommen Sie Abstand zur bequemen Lüge. Das Lied lädt ein, die eigene Erinnerung zu prüfen. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Der Titel klingt nach Gefahr. Doch Degenhardt geht nicht ins Feuerwerk. Er schaut auf die Ursachen. Er zeigt, wie Spannungen wachsen. Er fragt, wann eine Zündschnur gelegt wird. Er fragt, wer sie anzündet. Das Lied behält einen festen Schritt. Die Rhythmik ist straff. Der Text arbeitet mit Bildern aus dem Alltag. Er schreibt von kleinen Funken, die groß werden. Das wirkt wie eine Warnung. Es ist nicht alarmistisch. Es ist analytisch. Es hilft, Muster zu erkennen. Es hilft, rechtzeitig zu handeln. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
„Unser Land“ greift ein großes Thema an. Was ist das „Wir“ wert, wenn es andere ausschließt? Degenhardt wendet sich gegen hohle Besitzworte. Er zerlegt den Ton der Besitznahme. Er zeigt, wie schnell „unser“ zur Drohung wird. Das Lied hat Raum. Es atmet. Es nimmt sich Zeit, um die Ebenen abzuschreiten. Die Musik hält mit. Sie bleibt zurückgenommen. So rückt der Text in den Fokus. Er zeigt, was Nationalrhetorik verschweigt. Er zeigt, wie Heimat nur als offene Bewegung Sinn ergibt. Das ist mutig. Es ist klug. Es bleibt sanft in der Form, hart in der Sache. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Ein kurzer Gedanke, eine Fußnote mit Wirkung. Der Titel öffnet Möglichkeiten. Der Text hält an der Idee fest, dass es anders gehen kann. Das Stück schiebt die Hoffnung nicht beiseite. Es weiß um die Barrieren. Es weiß um die Müdigkeit. Aber es setzt ihr die Fantasie entgegen. Musikalisch bleibt es leicht. Es ist ein Atemzug. Ein kleiner Schritt. Doch er verändert die Richtung. Er hält den Faden der Hoffnung im Geflecht des Albums. Sie gehen weiter mit etwas mehr Licht im Gepäck. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Dieses Stück ist Degenhardt pur. Lang, erzählerisch, anspielungsreich. Es baut eine Szene auf, die zur Allegorie wird. Der „anachronistische Zug“ zieht an Ihnen vorbei. Er ist voll mit Begriffen, Symbolen und Figuren. Er zeigt Freiheit als hohles Wort. Er zeigt, wie es missbraucht wird. Die Musik lässt Platz für die Stimme. Die Stimme führt. Sie ist fast literarisch. Sie lenkt den Blick, ohne ihn zu erzwingen. Das Stück bleibt für sich stehen. Es ist das dramaturgische Schwergewicht. Es trägt das Album weit über seine Spielzeit hinaus. Es lädt ein, nachzulesen, nachzuhören, nachzudenken. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Das Finale ist ein Verhör. Rolle gegen Rolle. Frage gegen Antwort. Hier zerschellt die kalte Verwaltungssprache an der Haltung des Einzelnen. Es ist ein Kammerspiel im Kleinen. Die Spannung liegt im Ton. Die Sätze sind kurz. Die Pausen sprechen mit. Es ist ein starkes Ende. Es bündelt das Thema des Albums. Der Einzelne hält stand. Er hält stand mit Worten. Er hält stand mit einer Ethik, die geprüft wird. Sie können es als Lehrstück hören. Sie können es als Porträt hören. In beiden Fällen wirkt es nach. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Das Album setzt auf Klarheit. Die Stimme ist vorn. Die Gitarre trägt. Weitere Instrumente stützen sparsam. Alles bleibt durchsichtig. Kein Effekt steht sich im Weg. So kommt die Sprache zur Geltung. So atmen die Bilder. Die Produktion setzt auf Nähe. Sie klingt, als säßen Sie in einem kleinen Raum. Sie hören Holz, Saiten, Atem. Diese Ästhetik passt zum Thema. Sie passt zu Liedern, die nicht imponieren, sondern überzeugen wollen. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Die 12"-Form bringt zudem einen Rhythmus. Seite A, Seite B. Das Umschlagen ist eine Zäsur. Es ist ein Moment der Sammlung. Hier passt es. Das Album lebt von solchen Atempausen. Es verlangt kein Durchrauschen. Es verlangt Aufmerksamkeit. Es belohnt sie mit Nuancen. Es belohnt sie mit Raum für die eigene Position.
Degenhardts Stimme bleibt sein stärkstes Instrument. Sie ist kein glatter Vortrag. Sie hat Kanten. Sie hat Wärme. Sie kann kühl sein, wenn sie entlarvt. Sie kann weich sein, wenn sie tröstet. Seine Rhetorik folgt dem Prinzip des langsamen Aufbaus. Er führt Sie über kleine Schritte zur Einsicht. Er vermeidet die große Geste, die schnell verdampft. Er setzt auf präzise Wörter. Er setzt auf Beispiele, die sich verankern. Er vertraut darauf, dass Sie mitdenken. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Besonders stark ist, wie er Gegensprache erzeugt. Er nimmt Worte der Macht auf. Er hält sie gegen das Licht. Er zeigt die Risse. So entsteht eine Sprachkritik, die sich nicht im akademischen Raum verliert. Sie bleibt nah am Leben. Sie bleibt verständlich. Das ist ein Wert. Gerade in politischer Musik, die oft an der Oberfläche klebt. Degenhardt geht einen Schritt tiefer. Er bleibt dabei immer lesbar und hörbar.
Dieses Album ist ein Dokument seiner Zeit. Es erscheint zwischen Angst und Hoffnung. Es erscheint im Jahr der Unterzeichnung eines Abrüstungsvertrags. Es erscheint im Lärm der Debatten über die Stationierung von Raketen. Es stellt die Frage, wie Frieden entsteht. Es misstraut dem Gerede vom „Gleichgewicht“. Es sucht den Frieden, der im Alltag anfängt. In Worten. In Gesten. In Entscheidungen. So wird die große Politik auf die Ebene des Einzelnen heruntergebrochen. Das wirkt. Es macht Mut. Es macht auch Arbeit. Es fordert Verantwortung. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Wichtig ist, dass das Album nie belehrend wird. Es legt keine Folien über die Wirklichkeit. Es hört hin. Es schaut hin. Es verbindet Orte wie Wolgograd mit dem eigenen Land. Es verbindet Verwaltungssprache mit dem Gewissen. Daraus entsteht eine Landkarte des Denkens. Sie können ihr folgen. Sie können eigene Wege einzeichnen. Das macht das Album lebendig.
Warum dieses Album heute noch hören? Weil die Fragen nicht verschwunden sind. Sprache wird noch immer als Waffe genutzt. Nostalgie wird noch immer als Beruhigungsmittel verkauft. Nationalrhetorik klopft wieder laut an die Türen. Degenhardt gibt Werkzeuge an die Hand. Er zeigt, wie man sich nicht treiben lässt. Er zeigt, wie man Kraft aus leisen Sätzen zieht. Seine Lieder sind Schulen des Hörens. Sie sind Übungen im Zweifel. Sie sind Übungen im Stehenbleiben, wenn andere rennen. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Auch das Medium spielt eine Rolle. Ein Album, das sich Zeit nimmt, ist ein Gegenentwurf. Es widerspricht dem schnellen Scrollen. Es widerspricht dem ständigen Lärm. Es fordert Konzentration. Deshalb wirkt es heute sogar stärker. Es setzt ein anderes Tempo. Es setzt eine andere Tiefe. Sie können sich darauf einlassen. Sie können neue Resonanzen finden.
Als 12" Vinyl entfaltet das Werk einen eigenen Takt. Sie legen die Nadel auf. Sie hören ein Knistern. Dann setzt die Stimme ein. Dieses Ritual schafft Nähe. Es öffnet den Raum für das, was folgt. Die Reihenfolge der neun Stücke ist sorgfältig. Sie führt Sie wie ein Dialog über zwei Seiten. Der Wechsel der Seite ist kein Bruch. Er ist ein Innehalten. Er vertieft das Hören. Er markiert Stationen auf einem Weg, der vom Nein zur Prüfung führt. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Die Laufzeiten tragen zum Bogen bei. Kurze Sätze als Stachel. Lange Epen als Decke. Alles ergänzte sich. So entsteht Abwechslung ohne Nervosität. So entsteht Ruhe ohne Langeweile. Dieses Gleichgewicht ist ein Verdienst der Dramaturgie. Es ist ein Verdienst der Stimme, die souverän führt.
Degenhardt hat früh Maßstäbe gesetzt. Lange Erzählstücke. Politische Präzision. Ein Ton, der schneidet und wärmt. In diesem Album bündelt er diese Stärken. Er tut es ohne Spektakel. Er nimmt den späten Achtzigern ihr bleiernes Gewicht. Er zeigt, dass Haltung weder laut sein muss noch kalt. Er zeigt, dass das Lied als Form noch immer tragen kann. Wer sein Werk kennt, hört vertraute Muster. Wer neu einsteigt, findet hier einen klaren Zugang. Die Auswahl ist kompakt. Die Themen sind breit. Das macht das Album anschlussfähig. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Besonders interessant ist die Wiederkehr des „anachronistischen Zugs“. Das Motiv ist älter. Hier bekommt es einen neuen Rahmen. So zeigt das Album, wie Texte mit der Zeit wandern. Sie bekommen neue Schatten. Sie werfen neues Licht. Das ist keine Nostalgie. Das ist Weiterarbeit. So bewahrt Degenhardt den Faden. Er knüpft weiter an Fragen, die nicht erledigt sind. Das wirkt heutig. Das wirkt notwendig.
Nicht alles glänzt. Manchmal läuft der moralische Motor heiß. Dann droht der Song die Szene zu überfahren. Einzelne Bilder wiederholen sich. Ein, zwei Refrains könnten knapper sein. Das sind kleine Reibungen. Sie schmälern das Ganze nicht. Sie gehören zur Handschrift. Entscheidend ist, dass das Album immer wieder zurück auf die Figur geht. Es rettet sich nicht in Allgemeinplätze. Es sucht Konkretion. Das hält es lebendig. Das hält es ehrlich. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Wer Hochglanz erwartet, wird hier nicht fündig. Wer sich nach Ecken sehnt, schon. Das Album will kein Sounddesign ausstellen. Es will sagen, was gesagt werden muss. Es wählt dafür die passende Form. So entsteht ein Werk, das nicht älter wird, nur weil Jahre vergehen. Es wird anders. Es bleibt wichtig.
Dieses Album verlangt etwas von Ihnen. Es verlangt Ruhe. Es verlangt Bereitschaft zum Widerspruch. Es verlangt, dass Sie auch sich selbst prüfen. Das ist viel. Es ist aber auch befreiend. Denn es ersetzt das ohnmächtige Schaudern durch eine Handlung: das genaue Hören. Wer genau hört, lernt sprechen. Wer spricht, kann handeln. Das ist die stille Kraft dieser Platte. Sie legt kein Programm auf. Sie zeigt Wege. Sie zeigt Worte. Sie zeigt, wie man standhält. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
Am Ende stehen Sie nicht allein. Sie sind Teil einer Reihe von Hörerinnen und Hörern, die diese Lieder über Jahrzehnte begleitet haben. Diese Reihe ist unsichtbar. Doch sie ist da. Sie hält das Gespräch offen. Sie hält die Hoffnung warm. Das ist vielleicht der größte Gewinn dieser Veröffentlichung.
Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Josef Degenhardt ist ein Album von 1987. Es spricht die Sprache der Gegenwart. Es tut das ohne Lautstärke. Es tut das mit Geduld und Schärfe. Die neun Stücke bilden eine überzeugende Dramaturgie. Sie verbinden Erzählung und Analyse. Sie verbinden Sanftheit und Entschiedenheit. Das Klangbild ist klar. Die Produktion ist zurückhaltend. Das Werk fordert, aber es überfordert nicht. Es bleibt nah an der Person und damit nah am politischen Kern. Wenn Sie ein Friedensalbum suchen, das Haltung lehrt, ohne zu predigen, sind Sie hier richtig. Franz Josef Degenhardt Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Jo.
So bewährt sich der alte Satz: Gute Lieder werden nicht alt. Sie bekommen nur neue Adressen. Dieses Album hat viele gefunden. Und es wird neue finden. Denn es zeigt, wie man sagt: „Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n.“ Es zeigt, wie man sagt: genug. Und wie man trotzdem offen bleibt. Das ist die Kunst. Das ist die Leistung dieser Platte.
Franz Josef Degenhardt ist bekannt für seine kritischen und tiefgründigen Lieder. Sein Album "Diesmal werd’ ich nicht mit ihnen zieh’n: Friedenslieder von und mit Franz Josef Degenhardt" ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür. In diesem Werk setzt er sich intensiv mit Themen wie Frieden und Gerechtigkeit auseinander. Seine Texte sind poetisch und anklagend zugleich, was die Hörer zum Nachdenken anregt.
Ein weiteres bemerkenswertes Album von Degenhardt ist "Franz Josef Degenhardt Sie kommen alle wieder, oder?". Auch hier zeigt er seine Fähigkeit, gesellschaftliche Missstände aufzugreifen und musikalisch zu verarbeiten. Die Lieder sind geprägt von einer melancholischen Grundstimmung, die durch Degenhardts markante Stimme verstärkt wird. Franz Josef Degenhardt Sie kommen alle wieder, oder? bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart.
Ein weiteres Highlight in der Welt der Liedermacher ist das Album "Konstantin Wecker Till Eulenspiegel". Wecker, ein Zeitgenosse von Degenhardt, ist ebenfalls bekannt für seine kritischen Texte und seine musikalische Vielseitigkeit. In "Till Eulenspiegel" verbindet er historische Figuren mit aktuellen Themen, was dem Album eine besondere Tiefe verleiht. Konstantin Wecker Till Eulenspiegel ist ein Muss für jeden, der sich für anspruchsvolle Musik interessiert.
Auch Wenzel hat mit seinem Album "Wenzel Viva la poesía" ein Werk geschaffen, das in die gleiche Kerbe schlägt. Seine Lieder sind poetisch und gleichzeitig politisch, was sie besonders hörenswert macht. Wenzel gelingt es, mit einfachen Mitteln große Emotionen zu erzeugen und seine Hörer in den Bann zu ziehen. Wenzel Viva la poesía ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Musik als Mittel der gesellschaftlichen Kritik genutzt werden kann.