Letztes Update: 06. Dezember 2025
Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee zeigt den Liedermacher in reduzierter, intensiver Form. Sie erhalten eine kompakte Vorstellung des Albums, erfahren, welche Stücke überzeugen, wo die Platte schwächelt, und bekommen eine fundierte Einordnung von Text, Melodie und Bühnenwirkung.
Dieses Live-Album trägt den Charakter eines Abends, der nie endet. Es fässt die Essenz von Bühne, Nähe und Stimme in klare Formen. Im Zentrum stehen die Gitarre und der Atem einer Stimme. Sie hören keinen Lärm, keine Show-Nummer. Sie hören Haltung. Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee zeigt, wie viel ein einzelner Mensch mit einer Gitarre sagen kann. Die Lieder wirken ruhig, doch sie greifen zu. Sie lassen Zeit. Sie lassen Raum. Sie halten an, wenn ein Wort genug ist.
Die Veröffentlichung datiert auf den 23. April 2001. Es ist eine Rückschau und zugleich ein Start. Mey zieht Bilanz. Er tastet sich vor. Er stellt alte Fragen in neuen Farben. Das ist nicht nur klug. Es ist mutig. Das Album entfaltet das Prinzip der Einhandfahrt als Kunstform. Der Kurs ist klar. Die Route verläuft über Humor, Milde und Widerspruch. Genau hier setzt die Wirkung ein.
Das Werk kommt als Doppel-CD mit je 11 Stücken. Die Form ist schlicht. Keine Band. Keine Streicher. Keine Verstellung. Mey hält die Balance zwischen Erzählung und Lied. Das Prinzip ist Live, aber das Ohr fühlt Studio-Ruhe. Der Raum ist trocken, fein, nah. Ihre Ohren stehen in der ersten Reihe. Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee setzt auf Intimität. Der Klang steht ohne Filter im Raum.
Die erste CD umfasst die Stücke "What a Lucky Man You Are", "Der Marder", "Tierpolizei", "Erbarme Dich", "Ich liebe Dich", "Serafina", "Wenn ich betrunken bin", "51er Kapitän", "Kurti", "Ich bring Dich durch die Nacht" und "Pause". Die zweite CD führt mit "Einhandsegler", "Heimatlos", "Das wahre Leben", "Chet", "Doktor Berenthal kommt", "Irgendein Depp bohrt irgendwo immer", "Jahreszeiten", "Laß Liebe auf uns regnen", "Das war ein guter Tag", "Warum passiert immer nur alles mir" und "Viertel vor Sieben". Die Stücke sind teils lang. Sie laden zum Sitzen ein. Sie bleiben nach dem letzten Ton im Ohr.
Diese Aufnahme arbeitet mit Nähe. Sie hören jeden Anschlag, jeden Atemzug. Die Gitarre ist trocken und präsent. Die Stimme liegt vorn. Es gibt kaum Hall. Das ergibt eine klare Kontur. Sie fühlen den Raum wie eine kleine Bühne. Es hat etwas von einem Salon. So wird Mitten-Treue zum Stil. Die Musik muss nichts kaschieren. So entsteht Vertrauen. Auch hier greift das Konzept von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee. Weniger ist mehr. Mehr ist hier das Erlebnis, das bleibt.
Der Klang ist warm. Kein Frequenzbereich sticht. Die Bässe sind weich, doch nicht schwammig. Die Höhen sind hell, aber nie scharf. Die Mitte trägt. Das ist wichtig, denn die Stimme erzählt. So trägt der Ton die Worte. die Worte tragen das Bild. Ihre Sinne haben Raum. Das Ohr wird nicht ermüdet. Man folgt dem Faden ohne Druck.
Die Struktur folgt einem Bogen. Der Einstieg mit langen Nummern zeigt: Es darf dauern. Er erzählt und singt. Er wechselt den Puls, doch nicht die Richtung. Dann folgt ein leiserer Block. Danach mehr Tempo. Zum Schluss kommt Ruhe. So wirkt es wie ein kompletter Abend. Kein Track steht allein. Alles greift ineinander. Darin liegt die Stärke von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee. Es ist ein Konzert zum Mitnehmen. Es ist auch eine Reise durch Innen und Außen.
Die zweite CD wirkt wie der Rückweg vom offenen Meer. Es gibt Orientierung. Es gibt eine Heimkehr. Doch es bleibt die Lust am Rand. Es bleibt das Staunen über kleine Dinge. Auch das ist Mey. Es ist sein Kompass. Er zeigt auf das Nahe. Er macht daraus große Welt. Diese Dramaturgie trägt durchgängig.
"What a Lucky Man You Are" ist ein weiter Auftakt. Die Dauer wirkt wie ein offener Roman. Es gibt Zeit für Bilder. Sie hören Stolz, Zweifel, Dank. Der Text wirkt leicht, doch schneidet tief. Die Gitarre hält sich zurück. Die Stimme führt. "Der Marder" lebt vom Detail. Die kleine Bestie wird zur Figur. Sie steht für List und Alltag. Es klingt komisch. Es meint Ernst. "Tierpolizei" lässt die Satire los. Sie lacht, doch Sie denken nach. So arbeitet die Platte Schicht um Schicht.
"Erbarme Dich" hat eine schlichte Würde. Es ist ein Ruf. Er ist leise und bleibt stark. "Ich liebe Dich" wählt keine großen Gesten. Es ist ein Lied über Nähe. Es kommt ohne Pathos aus. Das ist heilsam. "Serafina" dehnt Zeit. Es malt mit Licht und Schatten. Die Dauer nimmt Sie mit. Ein Blick wird zur Szene. Eine Szene wird zur Erzählung.
"Wenn ich betrunken bin" nutzt Humor als Spiegel. Es zeigt Schwäche ohne Urteil. "51er Kapitän" streut See und Stolz. Es weckt Bilder von Ewigkeit. "Kurti" bebt von Zuneigung. Es ist ein kleines Denkmal. "Ich bring Dich durch die Nacht" hält, was der Titel verspricht. Es ist zart und mutig. "Pause" beendet die erste CD mit einem klugen Griff. Ein Lied über die Stille. Ein Stück über das Innehalten. So wird aus Nichts eine Form. Auch das erklärt, wie Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee tickt. Es macht aus Lücken Ereignisse.
"Einhandsegler" gibt dem Album sein Bild. Es geht um Autonomie. Es geht um Verantwortung. Das Meer ist groß. Das Boot ist klein. Der Mut liegt dazwischen. Das Stück bündelt die Idee des Abends. "Heimatlos" fragt nach Zugehörigkeit. Es bleibt sanft und zeigt Wucht. Die Gitarre trägt wie ein Herzschlag. "Das wahre Leben" setzt den Gegenton. Es liebt den Alltag. Es nimmt Floskeln ernst. Es bricht sie auf.
"Chet" ist eine zarte Verbeugung. Jazz schwingt als Geist mit. Es bleibt jedoch Meys Haus. "Doktor Berenthal kommt" nimmt sich über zehn Minuten Zeit. Der Text ist ein Gang durch Charaktere. Es ist fast Theater. "Irgendein Depp bohrt irgendwo immer" ist ein Hymnus auf den kleinen Ärger. Der Titel ist Programm. Sie nicken und lächeln. So leicht kann Trost sein.
"Jahreszeiten" spannt einen weiten Bogen. Es ist kein Kalenderblatt. Es ist ein Blick auf Vergänglichkeit. "Laß Liebe auf uns regnen" wirkt wie eine Einladung. Es ist klar, direkt, warm. "Das war ein guter Tag" nimmt Fahrt auf. Es erzählt dankbar. "Warum passiert immer nur alles mir" holt den Trotz aus dem Humor. Es klingt frech und klug. "Viertel vor Sieben" schließt sachlich. Ein Moment, ein Takt, ein Licht. So endet die Reise ruhig. Sie legt an. Sie haben viel gesehen. Und sie möchten wieder los. Genau so funktioniert Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee.
Die Sprache bleibt schlicht. Sie ist präzise. Es geht nie um Effekte. Es geht um Haltung. Witz dient als Ventil. Milde schützt vor Spott. Mey schneidet nicht von oben herab. Er bleibt unter Menschen. Er sieht. Er notiert. Er verwandelt. Diese Kunst ist selten. Sie braucht Zeit. Sie braucht Ruhe. Das Album gibt beides. Darum wirkt es nach. Darum passt auch die Marke Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee so gut. Der Titel ist Programm. Die Haltung trägt weit.
Besonders stark ist die Balance zwischen Idyll und Stachel. Ein Bild scheint lieblich. Dann folgt ein kleines Messer. Es schneidet leise. Es öffnet den Blick. Sie lächeln. Sie verstehen. Sie fühlen sich gesehen. Diese Dreiecksform aus Witz, Wärme und Wahrhaftigkeit prägt jeden Song. Sie macht den Abend rund.
Es gibt ein Stück namens "Pause". Doch die Pause liegt überall. Mey setzt sie wie Zeilenbruch. Ein Atemzug wird Teil des Arrangements. Ein Blick ins Publikum wird Musik. So baut er Spannung ohne Lärm. Das ist hohe Schule. Das verlangt großes Vertrauen. Das Publikum trägt ihn. Die Aufnahme fängt es ein. Es ist leise, aber nicht schwach. Es ist ruhig, aber nicht starr. Hier bündelt sich, was Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee ausmacht. Pausen sind Sinnträger.
Die Länge vieler Stücke zeigt Mut. Sie zeigt auch Respekt. Sie dürfen mitdenken. Sie dürfen schweigen. Sie sind Teil des Geschehens. Diese Haltung ist selten in Zeiten des schnellen Klicks. Sie wirkt wie Balsam. Sie fordert und belohnt.
Das Gitarrenspiel ist sparsam. Es wirkt nie prunkvoll. Es dient dem Wort. Es hält die Tonarten klar. Es variiert den Anschlag fein. Die Basssaiten stützen. Die Melodie fließt. Hier zeigt sich Erfahrung. Kein Break ist zu viel. Kein Ornament stört. Der Feinsinn steckt in Nuancen. Gerade so gewinnt die Stimme Tiefe. Das Handwerk trägt das Gefühl. Es stützt, statt zu zeigen. Das passt zum Geist von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee. Der Künstler nimmt sich zurück. Das Werk tritt nach vorn.
Auch die Form der Ansagen ist durchdacht. Sie öffnen die Lieder. Sie lockern den Fluss. Doch sie verschwinden, wenn das Lied beginnt. Es entsteht ein schöner Wechsel. Der Abend atmet. Das Ohr bleibt wach. Sie fühlen sich geführt.
Im Jahr 2001 steht Mey fest im Kanon. Dieses Album zeigt ihn im Kern. Es ist ein Destillat. Es braucht keinen Pomp. Es setzt auf Vertrauen. Die Auswahl der Stücke ist klug. Sie deckt das wechselnde Spektrum ab. Es gibt Lieder zur Liebe, zur Welt, zum Alltag. Es gibt kleine Dramen, kleine Freuden. So erhält man ein Bild, das über den Moment hinausreicht. Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee ist damit auch eine Standortbestimmung.
Der Zeitpunkt war treffend. Die Welt wackelte zwischen Epochen. Der Blick nach innen half vielen. Mey gab diesem Blick Worte. Er gab ihm Wärme. Er gab ihm Witz. Diese Stimme war wichtig. Sie ist es noch.
Kein Werk ist ohne Reibung. Auch hier gibt es Punkte, die Fragen wecken. Einige Nummern sind sehr lang. Nicht jeder Monolog trägt jeden Moment. "Doktor Berenthal kommt" könnte kürzer sein. "Serafina" wirkt in Teilen zu ausführlich. Die Balance kippt da und dort leicht. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau. Denn die Pointe sitzt am Ende. Geduld wird belohnt. Auch das trifft den Charakter von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee. Es ist ein Album, das Vertrauen in Zeit verlangt.
Ein zweiter Punkt ist die klangliche Einheit. Die Nähe ist stark. Doch über zwei CDs kann sie ermüden. Manchmal wünscht man sich ein kleines anderes Timbre. Ein zweites Mikro. Ein Hauch Raumklang. Es fehlt nicht wirklich. Aber es wäre eine würzige Prise. Dennoch bleibt der Ton edel. Er passt zum Stoff. Er passt zur Stimme. Die Entscheidung ist konsequent. Sie gehört zum Konzept von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee.
Die Lieder sind bevölkert von Typen. Es gibt Kapitäne. Es gibt Marder. Es gibt Nachbarn, Passanten, Ärzte. Es gibt Stimmen, die nie zu hören sind. Diese Figuren wirken echt. Sie sind nicht Zierde. Sie tragen die Idee. Orte entstehen frei von Ortsschild. Sie sind überall. Das macht die Lieder offen. Es zieht Sie hinein. Sie finden eigene Bilder. Das ist große Kunst. Auch darum bleibt Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee im Kopf. Es läuft weiter, wenn die CD endet.
Besonders schön ist die Art, wie Dinge sprechen. Ein Bohrer. Ein Regen. Ein Uhrzeiger. Alles wird zum Partner. Alles wird Mitspieler. Das stärkt die Poesie. Es senkt zugleich jede Hürde. Sie fühlen sich willkommen. Der Text will mit Ihnen reden, nicht über Sie.
Das Album trägt gut in die Gegenwart. Die Gesten sind klein. Die Wirkung ist groß. In lauten Zeiten tut leise Sprache gut. Die Lieder halten Bodenhaftung. Es gibt keine Pose. Es gibt keine Fassade. So entsteht Glaubwürdigkeit. Darauf baut Vertrauen. Das ist wertvoll. In Konzertsälen, in Küchen, im Auto. Eine Stimme, eine Gitarre, ein Abend. Das ist das Versprechen von Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee. Es wird eingelöst.
Auch jüngere Hörerinnen und Hörer finden Zugang. Der Alltag ist die Bühne. Die Themen sind zeitlos. Liebe, Arbeit, Ärger, Hoffnung. Humor als Hilfe. Milde als Haltung. Das bleibt aktuell. Es bleibt nah. Es bleibt wahr.
Wenn Sie klare Texte lieben, wird es Ihr Album. Wenn Sie Ruhe schätzen, werden Sie es oft hören. Wenn Sie Humor ohne Häme mögen, sind Sie hier richtig. Es ist Musik zum Sitzen. Zum Lächeln. Zum Denken. Es ist Musik, die rührt, ohne zu drücken. Es passt zu späten Abenden. Es passt zu langen Fahrten. Es passt zu ruhigen Morgen. So breit greift das Feld. Daher wirkt Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee wie ein Begleiter. Nicht wie ein Event.
Wenn Sie Mey neu entdecken wollen, ist dies ein guter Start. Denn hier steht der Kern. Hier glänzt die Sprache. Hier trägt die Gitarre. Hier sehen Sie den Künstler ohne Schleier. Das ist reizvoll und ehrlich.
Dieses Doppel-Album ist ein stiller Triumph. Es setzt auf Reduktion. Es gewinnt an Tiefe. Es erzählt davon, wie ein Mensch mit Gitarre die Welt hält. Nicht mit Krach. Mit Klarheit. Mit Wärme. Mit Humor. Es ist ein feines Stück Liedkunst. Es ist auch ein Stück Mut. Denn es vertraut auf Stille. Es vertraut auf Sie. Und es hält dieses Vertrauen.
Natürlich hat es Längen. Natürlich gibt es Passagen, die Zeit brauchen. Doch gerade das schafft Bindung. Wer sich einlässt, wird viel finden. Wer springt, wird auch landen. Im Herzen bleibt ein leiser Klang. Ein Atem. Ein Bild. Sie schließen die Augen und sehen Meer. Sie halten das Ruder. So klingt Reinhard Mey Solo: Die Einhandsegler Tournee aus. Und es bleibt, als wäre der Abend nie zu Ende gegangen.
Reinhard Mey ist ein Meister der deutschen Liedermacherkunst. Sein Album "Solo: Die Einhandsegler Tournee" zeigt einmal mehr seine Fähigkeit, tiefgründige Texte mit eingängigen Melodien zu verbinden. Wenn Sie ein Fan von Reinhard Mey sind, könnten Sie auch an einer anderen Kritik interessiert sein. Lesen Sie die Reinhard Mey !Ich kann Albumkritik, um mehr über seine musikalischen Werke zu erfahren.
Ein weiteres bemerkenswertes Album von Reinhard Mey ist "Edition Francaise Volume 6". Diese Sammlung von Liedern zeigt seine Vielseitigkeit und seine Liebe zur französischen Kultur. Wenn Sie mehr über dieses Album wissen möchten, finden Sie eine ausführliche Rezension unter Reinhard Mey Edition Francaise Volume 6. Hier wird die besondere Verbindung von Mey zur französischen Musik beleuchtet.
FĂĽr Liebhaber von Singer-Songwritern ist auch Hannes Wader ein Name, der nicht fehlen darf. Sein Album "Zehn Lieder" ist ein weiteres Beispiel fĂĽr die hohe Kunst des deutschen Liedermachens. Eine detaillierte Kritik zu diesem Werk finden Sie unter Hannes Wader Zehn Lieder. Diese Kritik bietet Ihnen einen tiefen Einblick in die Themen und Melodien, die Wader in diesem Album behandelt.