Letztes Update: 05. Februar 2026
Der Artikel stellt Stephan Sulkes Album Die Originale 7+8 vor, analysiert Texte und Melodien und ordnet es in sein Schaffen ein. Produktion, Songauswahl und Kritikpunkte werden beleuchtet; Empfehlungen und Eindrücke runden die Rezension ab.
Dieses Album bündelt zwei Werkblöcke des Schweizer Chansonniers und Liedermachers. Der genaue Erscheinungstermin ist nicht angegeben. Das Format ist klassisch: eine CD, 21 Titel, viele Farben. Schon die Songtitel geben einen ersten Ton an. Sie spannen einen Bogen von keck und verspielt bis ernst und zart.
Sie finden Stücke wie Der Typ von Nebenan, Kekse und Die Andere. Daneben stehen Lieder mit klarer Haltung wie In Der Schule Lernt Man Eh Bloss Quark oder Hass Und Krieg. Zum Schluss warten die ruhigen Marker Die Beste Zeit und Mein Konzert Ist Zu Ende. So entsteht ein Fluss, der trotz Vielfalt ruhig wirkt. Genau dieser Fluss macht den Reiz von Stephan Sulke Die Originale 7+8 aus.
Die Sammlung wirbt nicht mit großen Gesten. Sie öffnet vielmehr eine Türe in einen Kosmos aus Alltagsdetail, feiner Ironie und eleganter Sprache. Wer Sulke kennt, ahnt, wie klug er mit kleinen Bildern arbeitet. Neulinge erleben hier einen guten Start. Für Kenner ist es ein Wiedersehen mit vielen Motiven, die bis heute tragen.
Stephan Sulke gehört zu den Künstlern, die die große Geste nicht brauchen. Er baut Vertrauen über Tonfall, Timing und Witz auf. Sein Stil ist Chanson, Pop und Kabarett in einer guten Mischung. Dabei steht oft das Klavier im Zentrum. Um es herum ordnen sich Gitarre, Bass und leichte Percussion. So entsteht Raum für die Stimme, für Texte, für Zwischentöne.
Stephan Sulke Die Originale 7+8 zeigt, wie dicht er singen und erzählen kann. Man glaubt ihm jedes Bild, weil die Sprache klar ist. Die Worte sind einfach, aber gezielt. Ein Song erzählt eine Szene. Ein Satz kippt, und schon wirkt das Bild neu. Solche kleinen Kippmomente sind typisch für sein Werk.
Die Texte tragen diese Sammlung. Sie sind leicht, ohne flach zu sein. Sie sind witzig, ohne den Spott zu lieben. Und sie sind nah, ohne kitschig zu wirken. Viele Lieder setzen auf eine Figur. Sie steht da, nimmt uns an die Hand, und führt uns in eine kleine Welt. Am Ende steht fast immer eine Wendung. Sie ist leise. Aber sie sitzt.
Damit zeigt Stephan Sulke Die Originale 7+8, wie man Haltung singt, ohne zu predigen. Das ist selten. Sulke ist kein Richter. Er ist Beobachter. Er hört zu. Dann zieht er Linien nach. Manchmal lacht man. Manchmal denkt man nach. Am besten tut man beides.
Ironie ist Sulkes leises Werkzeug. Er setzt sie punktuell. In Der Typ von Nebenan blickt er auf das Gewöhnliche. Aus Gewöhnlich wird seltsam, wenn man ihm richtig zuhört. In Kekse wird aus einem kleinen Gegenstand ein Spiegel für Lust, Trost und Überdruss. So wird der Alltag tragfähig. Genau hier liegt die Stärke: Er bittet Sie, genauer hinzusehen. Dann kippt das Bild.
Es gibt auch viel Wärme auf dieser CD. Die Liebe wird nicht heroisch gesungen. Sie wird in kleinen Gesten erzählt. Stücke wie Die Beste Zeit oder Jeanette setzen auf Nähe. Sie stellen Fragen, statt Antworten zu rufen. So wächst Intimität. Der Klang ist dabei schlicht. Die Stimme führt, der Rest stützt. Das hat Stil. Und es hat Klasse.
Mehrere Lieder stechen heraus. In Der Schule Lernt Man Eh Bloss Quark spielt mit einem Satz, der vielen vertraut ist. Er klingt rotzig. Doch der Text sucht das Warum. Die Schule ist nicht nur Ort des Quarks. Sie ist auch Bühne für Regeln, für Sehnsucht, für Flucht. Das Lied stellt das System auf den Kopf. Nicht mit Zorn, sondern mit Witz.
Stossverkehr ist ein Wortspiel. Es kratzt am Tabu, bleibt aber elegant. Der Beat treibt, der Reim sitzt. Das Stück zeigt, wie gut Sulke Rhythmus und Pointe verbindet. Papierlischwyzer bringt einen Hauch Dialekt. Es zeigt Herkunft, ein Augenzwinkern, und einen Blick auf Identität. Auch Wien steht für Ort und Gefühl zugleich. Das Lied atmet Sehnsucht und Distanz.
Dann gibt es die leisen Marker. Die Beste Zeit klingt wie ein Rückblick, der tröstet. Mein Konzert Ist Zu Ende ist eine kleine Verneigung. Es führt aus der Musik in die Stille. Beide Nummern arbeiten mit Reduktion. Hier glänzt der Erzähler, nicht der Effekt. Diese Mischung macht Stephan Sulke Die Originale 7+8 so stark.
Der Sound ist aufgeräumt. Das Klavier steht vorn, ohne zu drücken. Die Instrumente atmen. Bass und Schlagzeug halten die Lieder zusammen. Sie tun es unaufdringlich. Gitarrenfarben kommen punktuell. Manchmal streift ein Holzbläser die Melodie. Manchmal blitzt ein Synth-Teppich. Alles bleibt beim Text. Das tut dem Material gut.
Die Balance wirkt bewusst. Kein Instrument tritt in den Vordergrund, wenn es nicht muss. Die Dynamik bewegt sich in Wellen. Sie trägt die Pointe, nicht die Show. So hat das Ohr Zeit. Es kann dem Bild im Text folgen. Es kann Details sammeln. Dieser Ansatz passt zu einer Sammlung wie Stephan Sulke Die Originale 7+8. Die Musik ist das Medium. Die Worte sind die Nachricht.
Die Stimme bleibt das Zentrum. Sie ist warm. Sie kann schelmisch klingen. Sie kann brüchig werden. Aber sie bleibt stets nah. Sulke phrasiert wie ein Erzähler. Er setzt Pausen gezielt. Er nimmt Tempo heraus, wenn ein Satz Gewicht hat. Und er schiebt an, wenn der Witz kommt. Dieses Timing ist Teil seines Könnens.
Wer zuhört, hört Details. Ein Atem vor der Pointe. Ein Lachen im Ton. Eine kleine Rille in der Vokalfarbe. Solche Nuancen tragen die Texte. Sie geben Halt, auch wenn das Thema schwer ist. So kann ein Lied wie Hass Und Krieg ruhig bleiben, ohne an Kraft zu verlieren. Das ist eine Kunst. Sie wirkt nur, wenn jedes Wort zählt.
Sulke steht in einer Tradition. Er teilt mit Chansonniers das klare Wort. Er teilt mit dem Kabarett die Lust am Dreh. Er teilt mit Pop die leichte Hand. Doch er bleibt eigen. Er scheut Pathos. Er sucht die feine Linie. Darum überzeugen viele Lieder auch heute noch.
Stephan Sulke Die Originale 7+8 zeigt diese Linie in vielen Schattierungen. Ein Song zieht in die Breite. Der nächste zieht nach innen. Danach folgt eine Nummer, die einen Raum aufmacht. Die Reihenfolge fühlt sich stimmig an. Die Sammlung lädt dazu ein, am Stück zu hören. Das spricht für eine kluge Dramaturgie.
Es gibt Passagen, in denen die Welt hereintritt. In Der Schule Lernt Man Eh Bloss Quark ist ein gutes Beispiel. Auch Titel wie Nur Mal Mit Ihr Schlafen oder Liebe Gibts Im Kino richten den Blick auf Normen und Rollen. Es geht nie um Dogmen. Es geht um Bilder im Kopf. Darum, wie diese Bilder wirken. Und darum, wie man sie anders sehen kann.
So bleibt die Sammlung politisch im besten Sinn. Sie sucht den Menschen hinter der Parole. Sie zeigt Widersprüche. Sie hält sie aus. Sie lädt Sie ein, mitzugehen. Gerade darin liegt ihre Kraft. Sie hört zu, ohne zu relativieren. Sie stellt klar, ohne zu brüskieren.
Wenn Sie Wortwitz mögen, werden Sie hier fündig. Wenn Sie klare Bilder schätzen, auch. Wenn Sie Musik suchen, die mit kleinen Mitteln viel erreicht, erst recht. Diese CD funktioniert für die lange Autofahrt. Sie passt auch zu einem ruhigen Abend. Ein Lied oder zwei gehen immer. Am besten wirkt sie aber in einem Zug.
Stephan Sulke Die Originale 7+8 lohnt sich, wenn Sie dem Detail gern folgen. Die Texte laden zum zweiten und dritten Hören ein. Und sie geben etwas zurück. Das kann ein neues Bild sein. Oder ein Satz, der kleben bleibt. Oder nur ein Nicken, das Sie sich selbst schenken.
Der fehlende Hinweis auf den Erscheinungstermin erschwert die Einordnung. Es ist nicht dramatisch. Aber es wäre für den Kontext hilfreich. Dazu kommt die Frage nach der Quelle der Master. Ein kurzer Vermerk dazu würde Sammler freuen. Ohne diese Infos muss sich das Ohr allein zurechtfinden.
Manche Hörer könnten sich mehr beigelegte Texte wünschen. Sulkes Worte tragen viel. Ein Booklet mit allen Lyrics würde das Hören vertiefen. Doch auch ohne diese Extras wirkt die Sammlung in sich rund. Sie setzt auf Musik und Stimme, und sie steht damit sicher.
Die Andere spielt mit Rivalität und Rollentausch. Ein leichtes Thema, das schnell kippen kann. Sulke hält die Balance. Graf Bobby setzt auf Figur und Farbe. Der Song hat Charme. Er bleibt im Ohr. Joe und Mein Freund arbeiten mit Nähe. Sie zeigen Bindung, ohne sie zu verklären.
Ist Er Schon Gefällt und Dass Muss Doch Ehn deuten auf Wortwitz. Der Sound bleibt dabei leicht. Die Rhythmik stützt die Pointe. Heute Ich Morgen Du zieht den Blick in die Zeit. Es ist ein kleines Panorama. Wien weitet ihn in den Raum. Aus Raum wird Gefühl. So bauen die Lieder Brücken.
Der Mix lässt Luft. Das ist wichtig für diese Art von Songs. Die Stimme ist nie zu trocken, nie zu verhallt. Klavier und Gitarre arbeiten in Schichten. Der Bass klebt nicht, er trägt. Schlagzeug und Percussion treten zurück, wenn der Text es verlangt. Und sie werden präsenter, wenn das Timing mehr Biss braucht.
So entsteht ein Produktionsgefühl, das die Erzählung stützt. Genau das braucht Stephan Sulke Die Originale 7+8. In dieser Sammlung geht es nicht um technische Schauwerte. Es geht um Klarheit, um Nuance, um Timing. Der Sound dient der Form. Er ist Mittel, nicht Zweck.
Viele Themen sind zeitlos. Der Typ von Nebenan erzählt vom Blick auf die anderen. Das bleibt aktuell. Liebe Gibts Im Kino fragt nach Bildern, die wir konsumieren. Das ist heute noch dringlich. In Der Schule Lernt Man Eh Bloss Quark berührt die Frage nach Bildung und Nutzen. Sie ist nicht erledigt.
Auch die Sprache altert gut. Sie ist frei von Modewörtern. Sie ist klar, sparsam, präzise. Das schützt die Stücke. Dazu kommt der Ton. Er lehnt sich nicht an Trends an. Er sucht den Kern. So weht kein Staub über diese Lieder.
Diese Sammlung ist ein leiser Gewinn. Sie verbindet Witz mit Wärme. Sie trägt Haltung, ohne schwer zu werden. Die Musik stützt den Text. Die Stimme führt, ohne zu drängen. Das Ergebnis ist ein Album, das nah kommt und dabei Respekt wahrt.
Wenn Sie mit Sulke vertraut sind, werden Sie vieles wiedererkennen. Und dennoch werden Sie Neues hören. Wenn Sie ihn erst entdecken, ist diese CD ein guter Weg hinein. Stephan Sulke Die Originale 7+8 bündelt, was ihn ausmacht: der genaue Blick, die elegante Sprache, das sichere Timing.
Als Kritik bleibt, dass Kontextdaten spärlich sind. Das schmälert die Musik nicht. Es erschwert nur die Verortung. Am Ende zählt, wie die Lieder wirken. Und sie wirken. Besonders in Momenten, in denen ein Wort die Richtung ändert. Oder ein kurzer Atem eine Szene öffnet. Hier liegt die Kunst dieses Künstlers.
Darum ergibt sich eine klare Empfehlung. Hören Sie die CD am Stück. Lassen Sie die kleinen Bilder arbeiten. Kehren Sie zu einzelnen Tracks zurück. Der Typ von Nebenan, Stossverkehr, Wien und Die Beste Zeit sind gute Fixpunkte. Danach werden viele andere Lieder von selbst kommen. Genau so soll es sein. Genau so bleibt ein Album.
Zum Schluss bleibt ein Eindruck, der im Ohr hängt. Es ist der Ton, in dem diese Sammlung spricht. Er ist freundlich, wach und fair. Er traut Ihnen etwas zu. Er setzt auf Ihr Ohr, Ihr Bildgedächtnis, Ihr Gefühl für Zwischentöne. Wenn Musik so mit Ihnen redet, lohnt sich jeder erneute Besuch. Und der Nachklang trägt weit.
Stephan Sulke hat mit seinem Album "Die Originale 7+8" erneut bewiesen, dass er ein Meister der Singer-Songwriter-Kunst ist. Seine Lieder zeichnen sich durch tiefgründige Texte und eingängige Melodien aus. Wenn Sie mehr über seine anderen Werke erfahren möchten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf Stephan Sulke Ich mach’s wieder. Dieses Album zeigt eine weitere Facette seines Könnens und bietet ebenfalls viel Hörgenuss.
Ein weiterer Künstler, der in der Singer-Songwriter-Szene für Furore sorgt, ist Konstantin Wecker. Seine Alben sind bekannt für ihre poetischen Texte und musikalische Vielfalt. Besonders empfehlenswert ist das Album Konstantin Wecker Was für eine Nacht..!. Diese Kritik gibt Ihnen einen tiefen Einblick in seine musikalische Welt und zeigt, warum er zu den Großen seines Fachs zählt.
Auch Reinhard Mey ist ein Name, der in der Welt der Singer-Songwriter nicht fehlen darf. Sein Album Reinhard Mey Mein Star bietet eine wunderbare Mischung aus alten und neuen Liedern, die seine Fans begeistern werden. Diese Kritik und Vorstellung hilft Ihnen, die Tiefe und Vielseitigkeit seiner Musik besser zu verstehen.